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Mobilfunk und Flatrates: In Deutschland ist surfen teuer

Kaum echte Flatrates, komplexe Verträge und hohe Preise: In kaum einem Land sind Mobilfunk und mobiles Internet so teuer wie in Deutschland. Wer eine echte Flatrate wünscht, muss sehr tief in die Tasche greifen...

Mobilfunk und Flatrates: In Deutschland ist surfen teuer

©luna4 / iStock

Für Nutzer von mobilem Internet in Deutschland ist es ein Ärgernis: was als Flatrate daherkommt ist in aller Regel ein Mobilfunktarif mit begrenztem Datenvolumen. Da die allermeisten Tarife selbst im oberen Bereich kaum mehr als zehn Gigabyte bieten und weiteres Volumen teuer hinzugebucht werden muss, wird die Abhängigkeit vom Festnetz zementiert. Wer viel online unterwegs ist und große Datenmengen empfängt oder sendet, kommt ohne DSL-Anschluss nicht aus. Denn wenn das Volumen aufgebraucht ist, wird die Verbindungsgeschwindigkeit so weit gedrosselt, dass das Internet nicht mehr sinnvoll nutzbar ist.

Echte Flatrates gibt es nur für extrem hohe Preise

Vor allem das Streamen von Musik und Filmen ist sehr datenintensiv. Daher gibt es seit geraumer Zeit Angebote, bei denen das Streaming bestimmter Anbieter wie Netflix oder auch das Chatten über Messenger wie WhatsApp nicht auf das Datenvolumen angerechnet wird. Hierüber wird allerdings eine kontroverse Debatte geführt, denn die Praxis verletzt die Netzneutralität, nach der alle Dienste gleich behandelt werden sollen. Die Bevorzugung zementiert die Marktmacht großer Konzerne.

Echte Flatrates waren bislang kaum bezahlbar – zumindest nicht für den Durchschnittsnutzer. Die Telekom hat nun unter dem Namen MagentaMobilXL eine echte unbegrenzte Flatrate im Angebot. Mit rund 80 Euro monatlich ist dieser Tarif aber ebenfalls noch sehr kostspielig. Das Vergleichsportal Verivox hat ermittelt, dass mobiles Surfen in kaum einem Land so teuer ist wie in Deutschland. Dafür wurden Angebote aus zehn Ländern miteinander verglichen.

Mobilfunk in den meisten Ländern deutlich günstiger

In vielen Ländern kosten echte Flatrates kaum die Hälfte, in der Schweiz sogar nur 34 Euro. In Polen bekommt man 100 Gigabyte für gerade mal knapp 19 Euro im Monat, in Italien für 25 Euro. Bei Vodafone in Deutschland kostet eine echte unbegrenzte Flatrate laut Verivox 200 Euro. Das Portal rechnet aber damit, dass sich das bald ändern könnte und die Konkurrenz durch das neue Telekom-Angebot in Zugzwang gerät.

Für deutsche Mobilfunkkunden sind aber nicht nur die hohen Preise ärgerlich, sondern auch die oft undurchsichtigen und komplexen Vertragsbedingungen, die es erschweren, einen wirklich passenden Tarif zu finden, der den individuellen Präferenzen entspricht. In vielen Fällen locken die Anbieter mit subventionierten Top-Smartphones, etwa von Samsung oder Apple, anstatt mit den Konditionen zu werben.

Welche versteckten Kosten in Mobilfunkverträgen lauern, hat BBX hier erläuert:
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