Kreditkarten

Bekannte Kreditkartenherausgeber

Kreditkarten gehören heute zu den selbstverständlichen Zahlungsmitteln, weil sie inzwischen z.B. beim Reisen und beim Buchen von Mietwagen unverzichtbare Vorteile bieten. Es gibt sehr viele Kreditkartengesellschaften, einige davon mit regionalem Fokus, die daher in Europa nahezu unbekannt sind. Die bekanntesten Anbieter sind hierzulande Visa, MasterCard und American Express.

Visa

Visa ist weltweit die Nummer 1 unter den Kreditkarten. In Deutschland wird sie überall akzeptiert, in Banken und Hotels, in jedem (besseren) Restaurant, bei Mietwagenverleihern und in zahllosen sonstigen Geschäften und Tankstellen. Es gibt darüber hinaus keinen Staat der Erde, in dem nicht mit Visa bezahlt werden könnte (wenn auch nicht immer flächendeckend). An Geldautomaten funktioniert Visa praktisch immer. Die herausgebende Gesellschaft ist die Visa Inc., eine kalifornische Aktiengesellschaft, die Issuing-Lizenzen an Banken auf der ganzen Welt vergibt, die an ihre Kunden die VisaCard herausgeben. Darüber hinaus erhalten Vertragsunternehmen Acquiring-Lizenzen. Die VisaCard geht auf die frühere BankAmericard zurück, die ab 1970 durch 243 US-Banken herausgegeben wurde. Die entsprechende Gesellschaft wurde 1976 in Visa Inc. umbenannt. Seit den 1980er Jahren schlossen sich immer mehr deutsche Banken und Sparkassen dem Visa-Verbund an. Der Marktanteil von Visa liegt in den USA leicht unter 50 %, doch weltweit bei 65 %. Visa ist auch ein Innovator, wie Neuerungen beweisen. Es gibt inzwischen die Visa payWave card, die das kontaktlose Bezahlen per NFC (Near Field Communication) ermöglicht.

MasterCard

In Deutschland und Europa ist die MasterCard so bekannt wie Visa und nur etwas weniger verbreitet, weltweit ist es die Nummer 3. American Express rangiert auf Platz 2. Deutsche Banken geben sehr gern die MasterCard aus, deren Leistungen im Wesentlichen denen von Visa entsprechen. In Europa hat sich MasterCard gegenüber American Express stärker durchgesetzt, weil bestimmte Leistungen etwa im Mietwagenbereich eher den europäischen Gepflogenheiten entsprechen und weil American Express aus gebührentechnischen Gründen von europäischen Einzelhändlern schlecht akzeptiert wird. Die Muttergesellschaft ist die Mastercard Incorporated mit Sitz in Purchase (Bundesstaat New York), die ebenso wie Visa Issuing- und Acquiring-Lizenzen vergibt. Rund 515.000 deutsche Vertragsunternehmen akzeptieren die MasterCard. Von MasterCard gibt es die gleichnamige Kreditkarte, die Debitkarte Maestro und auch eine Prepaid MasterCard. Mastercard Securecode wurde speziell für Online-Zahlungen entwickelt. Die erste MasterCard gab es 1951 von der New Yorker Franklin Bank. Weltweit akzeptieren Partner in 210 Ländern eine MasterCard. Auch dieses Unternehmen ist sehr innovativ und hat inzwischen biometrische Merkmale für die Identifizierung von Karteninhabern eingeführt, so ein Zwinker-Selfie und den Fingerabdruck. Die Stimmerkennung und die Identifizierung der Herzfrequenz sollen alsbald folgen (Stand: Herbst 2016).

American Express

Nach der VisaCard ist die American Express (Amex) die weltweite Nummer 2 unter den Kreditkarten, nur in Deutschland und Europa wird sie etwas schlechter akzeptiert als die MasterCard. Der Sitz der American Express Company befindet sich in New York, der Fokus liegt stark auf dem US-amerikanischen Markt. In Europa kann im Prinzip an jedem Geldautomaten mit einer Amex Geld abgehoben werden, in Hotels und auf Flughäfen ist die Akzeptanz ebenfalls sehr hoch. Weltweit ist in vielen Staaten die Akzeptanz noch höher als in Mitteleuropa, nur in arabischen Ländern empfiehlt man “neutralere” Kreditkarten. Dort könnte die Amex stellenweise provozierend wirken. Die American Express Comp. ist ein Finanzdienstleister, zum Portfolio gehören auch Reiseschecks, Versicherungen sowie Bank- und Investmentdienstleistungen. Die gleichnamige Kreditkarte ist ein Veteran, das Unternehmen gibt es schon seit 1850, auch wenn es anfangs ein Eilzustelldienst war. Transportiert wurden auch Wertsachen und Gold, dabei machte sich American Express einen guten Namen, gab ab 1890 Reiseschecks und im 20. Jahrhundert dann auch Kreditkarten aus. Ein Merkmal der Amex ist ihre “produzierte Exklusivität”, denn einige der herausgegebenen Karten mit höchstem Status (Platin oder Centurion = Black) werden Kunden selektiv angeboten: Sie können sie nicht beantragen, sondern müssen auf ein Angebot warten, das sie bei entsprechendem Einkommensstatus erhalten.

Diners Club

Diese Kreditkarte ist hierzulande nur noch wenig verbreitet, aber dennoch relativ bekannt durch ihren Gründungsmythos. Es ist zwar nicht die älteste Kreditkarte der Welt, wie stellenweise behauptet wird. Es gibt sie seit 1950, und es war in der Tat die erste Universalkreditkarte mit echtem Kredit. Doch in den USA wurde schon ab 1894 Plastikgeld zum Bezahlen ausgegeben. Bemerkenswert ist der Gründungsmythos von Diners Club: Der Geschäftsmann Frank McNamara hatte wohl eine Dame zum Essen ausgeführt, aber seine Geldbörse vergessen. Die Dame beglich die Rechnung, was McNamara von Scham in Grund und Boden versinken ließ. Daraufhin gründete er ein Kreditkartenunternehmen zunächst für Restaurants. Von dieser Geschichte leitet sich auch der Name “Diners” Club ab, die Story könnte also stimmen. Die Karte wurde ab 1952 sehr erfolgreich, ab 1962 ging das Unternehmen mit heutigem Sitz in Riverwoods, Illinois an die Börse. Es gab auch hier Zusatzprogramme im Finanzdienstleistungsbereich, so Reiseversicherungen. Diners Club etablierte sich ab Ende der 1960er Jahre auch im Ostblock, bevor die Konkurrenten MasterCard und Visa diesen Markt erschlossen. Genutzt wird die Diners Club sehr gern in Flughafen-Lounges.

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Autor
Thomas Schulz
Erste Veröffentlichung
Letzte Aktualisierung