KFZ-Versicherung

Rabattschutz – der SF-Retter im Falle eines Unfalls

Der Rabattschutz rettet den Schadenfreiheitsrabatt eines Autofahrers. Wenn der Versicherer einen Schaden reguliert (Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden), verliert der Versicherungsnehmer in der Regel mehrere Schadenfreiheitsklassen. Dieser Nachteil kostet über einige Jahre oft rund 1.000 Euro oder mehr.

Rabattschutz – der SF-Retter im Falle eines Unfalls

Rabattschutz KFZ VersicherungRabattschutz KFZ Versicherung©serezniy / 123RF
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Was bewirkt der Rabattschutz?

Der Rabattschutz ist eine bei vielen Versicherern zubuchbare Tarifoption. Sie schützt gegen einen bestimmten Aufpreis vor der schlechteren Einstufung nach einer Schadensregulierung durch den Versicherer. Die Gestaltung unterscheidet sich ein wenig zwischen den Gesellschaften, jedoch lässt sich pauschal sagen, dass der Rabattschutz in etwa einen Schaden jährlich wirkungsfrei auf den Schadenfreiheitsrabatt stellt. Erst beim zweiten Schaden im selben Jahr müsste der Fahrer mit einer Herabstufung rechnen.

Eine Alternative zum Rabattschutz ist eine etwas höhere Selbstbeteiligung, welche die Kosten für die Police senkt, und im Gegenzug die Eigenregulierung bestimmter Schäden. Die Rechnung sieht dabei so aus, dass die rund 1.000 Euro Kosten, die der Rabattschutz einspielen kann, auch durch einen viel günstigeren Tarif (durch die Selbstbeteiligung) und das Bezahlen der Reparaturen zu ersparen sind. Diese Rechnung ist für Autofahrer interessant, die höchst selten Schäden regulieren lassen.

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Was ist beim Rabattschutz zu beachten?

Autofahrer müssen beachten, dass beim Wechsel des Versicherers der Rabattschutz verloren geht. Der Fahrer/Halter erhält dann wieder die ursprüngliche Schadenfreiheitsklasse. Das lässt gleichzeitig vermuten, dass die Versicherer den Rabattschutz in gewisser Weise rabattieren, um Kunden zu binden. Im Umkehrschluss bedeutet das: Diejenigen Fahrer, die den Rabattschutz wählen und auch wirklich benötigen, weil sie tatsächlich ungefähr jährlich einen Schaden regulieren lassen, profitieren rein finanziell davon. Eine Hochstufung ihrer Schadenfreiheitsklasse wäre vermutlich viel teurer.

Wer sollte einen Rabattschutz wählen?

Gerade Fahrer mit permanenten kleinen Unfällen oder auch Halter, die ungünstig wohnen, das Fahrzeug auf der Straße abstellen und gelegentliche Wetter- oder Marderschäden beklagen, sollten über den Rabattschutz nachdenken. Bei den günstigen Direktversichereren sind die Policen an sich günstig zu haben, der Aufschlag für den Rabattschutz fällt auch nicht sehr hoch aus. Die meisten Autofahrer unterschätzen die Kosten einer Hochstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Diese Hochstufung wirkt sich über Jahre aus, das macht sie so teuer. Die höhere Prämie nach dem Unfall ist fällig, bis der Versicherungsnehmer – schadenfrei, wohlgemerkt – die höchste SF-Klasse (SF 35) erreicht und damit den ursprünglichen Rabattverlauf eingeholt hat.

Rabattschutz versus Eigenregulierung

Eigenregulierung ist die Übernahme eines Schadens durch den Halter, der ihn damit der Versicherung gar nicht erst meldet. Das lohnt sich ohne Rabattschutz wiederum nach pauschalen Berechnungen bis zu 1.500 Euro in der Haftpflichtversicherung und bis zu 1.300 Euro in der Vollkaskoversicherung. Diese Summe kann oder will ein Fahrer nicht unbedingt aufbringen. Daher bietet ein Rabattschutz für die genannten Gruppen von Haltern eine sinnvolle Alternative. Gerade Fahranfänger mit einem relativ neuen Auto, denen man zu einer Vollkaskoversicherung rät, sollten darüber nachdenken. Allerdings bieten die meisten Versicherer den Rabattschutz nur Fahrern mit mindestens vier unfallfreien Jahren (also der SF-Klasse 4) und ab dem Alter von 26 Jahren an. Für die Teilkaskoversicherung benötigt niemand einen Rabattschutz, hier gibt es keine Schadensfreiheitsklassen. Beim Rabattschutz müssen die Versicherungsnehmer genau auf den Tarif schauen: Es gibt Versicherer und Tarife, die sogar jährlich mehr als einen Schaden erlauben.

Kosten des Rabattschutzes

Den Rabattschutz zahlen die Versicherungsnehmer als pauschalen Aufschlag auf ihre Versicherungsprämie. Die durchschnittlichen Mehrkosten betragen 17,7 %, was sich zunächst nach viel anhört, aber durchschnittlich nur 42 Euro bei der Haftpflicht und 94 Euro bei der Vollkaskoversicherung mit Haftpflicht bedeutet (jeweils auf den Jahresbeitrag bezogen). Wer für einen Mittelklassewagen maximal 207 Euro für die Vollkasko plus Haftpflicht oder 106 Euro für die reine Haftpflicht zahlt und gleichzeitig des Öfteren Schäden beklagt, kann den Rabattschutz ruhigen Gewissens wählen. Bei höheren Kosten für den Rabattschutz und/oder viel selteneren Schäden lohnt es sich, diese selbst zu regulieren. Auch Fahrer in der höchsten SF-Klasse 35 brauchen ihn kaum. Doch wer beispielsweise oft kleine Beulen und Schrammen am eigenen und an fremden Fahrzeugen verursacht, profitiert vom Rabattschutz.

Fazit zum Rabattschutz

Einigen Autofahrern ist zum Rabattschutz zu raten. Wer hingegen ein preisgünstiges Auto fährt, kaum Wetterschäden beklagt und ansonsten ein vorsichtiger Fahrer ist, kann auf den Rabattschutz verzichten. Wer andererseits ein teures, schnelles Fahrzeug hält und zu einem riskanten Fahrstil neigt, kann sogar etwas mehr für den Rabattschutz ausgeben. Zu beachten wäre bei unserer Betrachtung, dass die vorgestellten Kennzahlen pauschale Durchschnittswerte sind. In der Praxis gibt es große Preisunterschiede zwischen einzelnen Versicherern, die für den Rabattschutz zwischen 15 bis 30 Prozent Aufpreis verlangen können. Da lohnt sich in jedem Fall der Vergleich auf verschiedenen Portalen.

Autor
Thomas Schulz
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