Lebensversicherung

Kapitallebensversicherung: Risiko-Schutz plus private Altersvorsorge

Kapitallebensversicherungen (oder auch: kapitalbildende Lebensversicherungen) kombinieren die Absicherung im Todesfall des Versicherungsnehmers samt Risiko-Schutz der Hinterbliebenen mit einem Sparvorgang.

Somit kann die Kapitallebensversicherung auch der privaten Altersvorsorge dienen.

Der Versicherte erhalten hierbei für sein angespartes Kapital einen festen Zinssatz, der über die komplette Laufzeit hinweg stabil bleibt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, einen variablen (beweglichen) Zinssatz zu vereinbaren, der sich am allgemeinen Marktzins orientiert, oder eine Zinsbindungsfrist in die Klauseln der Lebensversicherung zu inkludieren. Diese ermöglicht in der Regel alle zehn Jahre eine Zinsanpassung.

Darüber hinaus bieten die Lebensversicherer auch eine Überschussbeteiligung an, wenn sich die wirtschaftliche Situation der Versicherung positiv entwickelt.

Doch in jedem Fall gilt: Die Versicherungssumme für eine Kapitallebensversicherung, die vorher vertraglich festgelegt wurde, wird garantiert ausgezahlt.

Bei Kapitallebensversicherungen unterscheidet man folgende Varianten:

Gemischte Lebensversicherung

Die häufigste Form der Kapitallebensversicherung ist die gemischte Lebensversicherung.

Bei der gemischten Lebensversicherung wird der Versicherungsschutz sowohl als Hinterbliebenenschutz – wie bei der Risikolebensversicherung – genutzt, als auch zur Ansparung einer privaten Altersvorsorge. Die Kapitallebensversicherung zahlt somit auch im Überlebensfall.

So wird dem Versicherten maximaler Risiko-Schutz gewährleistet. Jedoch sind bei dieser Form der Lebensversicherung die Beiträge verhältnismäßig hoch, da in jedem erdenklichen Fall der Leistungsfall durch die Kapitallebensversicherung eintritt.

Aufgeschobene Rentenversicherung

Bei der aufgeschobenen Rentenversicherung erhalten beim Todesfall des Versicherungsnehmers noch vor Ablauf der Versicherung begünstigte Hinterbliebene in den meisten Fällen zumindest die Summe der Beiträge, die der Versicherte bis zu seinem Tod eingezahlt hat.

Somit ist ein Hinterbliebenenschutz gewährleistet, wenngleich dieser durch eine Risikolebensversicherung oder durch eine gemischte Lebensversicherung höher ausfallen könnte.

Erlebt der Versicherte aber das Ende der Versicherungslaufzeit, erhält er – wie bei der gemischten Kapitallebensversicherung – eine lebenslange, monatliche Rente zur Aufstockung der gesetzlichen Altersrente ausgezahlt.

Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung ist eine Kapitallebensversicherung mit lebenslangem Schutz vor dem Todesfall. Hier ist der Ablauf der Versicherung ist also irrelevant. Der entsprechende Passus bezüglich eines lebenslangen Risiko-Schutzes ist allein bei der Sterbegeldversicherung zu finden.

Der Versicherte zahlt bis zu einem gewissen Alter seine regulären Beiträge zur Kapitallebensversicherung. Aber auch danach bleibt der Versicherungsschutz beitragsfrei bestehen. Die Versicherungsleistung wird erbracht, wenn der Versicherte stirbt oder ein Alter erreicht, das vorher vereinbart wurde.

Mit Erreichen der vereinbarten Altersgrenze bekommt der Versicherte auch von der Sterbegeldversicherung der Kapitallebensversicherung eine lebenslange, monatliche Rente ausgezahlt.

Kapitalbildende Lebensversicherung auf zwei verbundene Leben

Ähnlich wie bei der Risikolebensversicherung, sind bei dieser Form der Kapitallebensversicherung zwei Personen versichert. In der Regel wird diese Variante der Lebensversicherung genommen, wenn die versicherten Personen in wirtschaftlicher Abhängigkeit zueinander stehen, beispielsweise bei Ehepartnern oder Geschäftspartnern. So ist im Todesfall des einen der jeweils andere finanziell abgesichert.

Stirbt eine der beiden Personen, so wird die Versicherungssumme der Kapitallebensversicherung einmalig ausbezahlt. Spätestens wird die Versicherungsleistung aber beim vereinbarten Ablauf fällig. Somit kann diese Variante der Kapitallebensversicherung auch als gemeinsames Sparkonto verwendet werden.

Termfix-Versicherung

Bei dieser Form der Kapitallebensversicherung muss die Versicherungsleistung von der Lebensversicherung zu einem bestimmten Termin erbracht werden, der vorher festgelegt wurde.

Häufig wird hier der Renteneintritt gewählt, aber auch die Volljährigkeit der Kinder, der Beginn eines Studiums der Kinder oder der Ablauf einer Immobilienfinanzierung kann Anlass zur Terminwahl der Auszahlung des Risiko-Schutzes sein.

Hier ist es ganz egal, ob der Versicherte einige Jahre oder erst einen Monat vor Ablauf der Versicherung stirbt: Die Höhe der ausgeschütteten Summe bleibt gleich.

Es besteht die Möglichkeit, bei der Termfix-Versicherung auch eine Auszahlung im Erlebens-Fall zu vereinbaren, jedoch sind hier die Beiträge zur Kapitallebensversicherung höher. Wenn der Versicherte nicht bis zum Ende der Versicherung sterben sollte, wird ihm die Summe seiner bisher bezahlten Beiträge ausgezahlt.

Autor
Johanna Schödel
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