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Ist Fluorid in der Zahnpasta wirklich gefährlich?

Immer mehr Menschen sind überzeugt: Fluorid in der Zahnpasta ist giftig. Der Grund dafür ist eine simple Verwechslung. Wo das Missverständnis herkommt und weshalb Fluorid gesundheitlich unbedenklich ist.

Ist Fluorid in der Zahnpasta wirklich gefährlich?

©dulezidar / iStock

Meist stößt man im Internet darauf: Die Angst, Fluorid könnte gefährlich, ja sogar tödlich sein. Diese Behauptung stammt ursprünglich aus der Verschwörungstheoretiker-Szene, verfängt aber inzwischen weit darüber hinaus und geht oft Hand in Hand mit Impfskepsis und einem generellen Misstrauen gegenüber der Schulmedizin.

Fluorid: Verwechslung mit Fluor

Doch die Angst basiert auf der simplen Verwechslung von Fluorid, das nachweislich die Zähne schützt und deshalb in vielen Zahnpastasorten Anwendung findet, mit dem hochgiftigen Gas Fluor. Während Fluor schon in vergleichsweise geringen Mengen erhebliche Krankheitssymptome hervorrufen kann, muss man von Fluorid erhebliche Mengen zu sich nehmen um dem Körper Schaden zuzufügen. Mit den üblicherweise verbrauchten Zahnpasta-Dosierungen ist dieses Risiko gänzlich ausgeschlossen. Zwar kann eine große Überdosierung von fluoridhaltiger Zahnpasta bei Kindern Symptome auslösen – doch dafür müssen sie schon mehrere Tuben Zahnpasta binnen kurzer Zeit zu sich nehmen.

Die Gerüchte über die Gefahren von Fluorid stammen unter anderem aus Berichten von schweren Erkrankungen bei Menschen, die stark fluoridhaltiges Wasser getrunken haben – oder durch seine Verwendung in der Schädlingsbekämpfung. In solchen Fällen ist die Dosierung aber um ein Vielfaches höher als beispielsweise in Zahnpasta oder manchem Speisesalz. Die dort enthaltenen Mengen sind hingegen gänzlich unbedenklich.

Die Menge macht das Gift

Beim Fluorid ist es wie bei so gut wie allen anderen Stoffen: Die Menge macht das Gift. In geringen Mengen ist Fluorid harmlos und hat positive Effekte beispielsweise auf die Zahngesundheit. In hohen Mengen (die in Konsumprodukten nicht vorkommen) kann es Krankheitssymptome auslösen – doch das kommt im Alltag so gut wie nie vor. Es gibt also keinerlei rationale Gründe, sich vor dem in Zahnpasta enthaltenen Fluorid zu fürchten.

Dasselbe gilt für Impfungen, um die ebenfalls ein Glaubensstreit tobt. Fakt ist, dass es mit Hilfe flächendeckender Impfungen gelungen ist, Krankheiten wie die Pocken oder die Kinderlähmung nahezu auszurotten und die Kindersterblichkeit massiv zu reduzieren. Die überschaubaren möglichen Nebenwirkungen von Impfungen sind dagegen zu vernachlässigen. Es ist so, dass das Nicht-Impfen nicht nur das ungeimpfte Kind selbst, sondern auch alle Menschen in seinem Umfeld gefährdet. Denn wenn nicht mehr genug geimpft wird, droht die so genannte Herdenimmunität irgendwann zusammenzubrechen – und potentiell tödliche Krankheiten, die man heute gut unter Kontrolle hat, könnten zurückkehren.

Von Jahr zu Jahr steigt die durchschnittliche Lebenserwartung – das liegt an unterschiedlichen Faktoren. Impfungen, die sich immer weiter entwickelnde Schulmedizin sowie Hygienestandards spielen eine maßgebliche Rolle dabei.

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