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In Aktien investieren: Sichere Sache oder unnötiges Risiko?
Die einen werden reich, die anderen ruinieren sich, weil sie auf das falsche Pferd setzen: Investitionen in Aktien sind auch abseits des großen Geldes für Kleinanleger ein Thema. Doch vielen gilt das Zocken als reines Glücksspiel und der Deutsche gilt gemeinhin als wenig risikofreudig. Aber sind Aktienkäufe wirklich so riskant? Oder kann es sich lohnen, auch mit wenig Geld zu versuchen, bei den Großen mitzuspielen?
von Gerrit Wustmann
© Pixabay

Obwohl der Enthusiasmus spätestens im Zuge der Eurokrise spürbar nachgelassen und die Skepsis bei Kleinanlegern gewachsen ist, übt die Investition in Aktien doch auf viele noch einen beträchtlichen Reiz aus. Das ist nachvollziehbar, immerhin ist dem potentiellen Gewinn nach oben hin keine Grenze gesetzt. Zugleich besteht aber das Risiko eines Totalverlustes, wenn man sich verzocken sollte.

10 % der Deutschen sind Aktionäre

Immerhin gut zehn Prozent der Deutschen investieren laut dem Deutschen Aktieninistitut in Aktien. Das ist nicht wenig, dennoch bezeichnet das Institut die Deutschen als „aktienscheu“ und geht den Ursachen in einer Studie auf den Grund. „Geringes Wissen und Unsicherheit“ gelten als die Hauptgründe. „Risikorarmes Sparen“ sei weiter verbreitet, es müsse Aufklärungsarbeit geleistet werden. Man darf bei dieser Studie aber nicht vergessen, dass das Institut hier eigene Interessen propagiert. Die Risiken sind, vor allem bei mangelndem Faktenwissen, immens. Viele Deutsche scheuen das Risiko keineswegs zu Unrecht. Das schlechte Image des „Zockens“ ist nicht völlig unberechtigt.

Nutzen und Risiko abwägen

Es kommt, wenn man grundsätzliches Interesse am Thema hat, darauf an, Nutzen und Risiko gegeneinander abzuwägen. Ist man bereit, unter Umständen größere Mengen Geld zu verlieren, und kann man das verkraften? Wer diese Frage mit Nein beantwortet, sollte von Aktien die Finger lassen, kann es aber immer noch mit Anleihen versuchen, oder alternative risikofreie Anlageformen wählen. Deren Nachteil ist die in der Regel um ein Vielfaches geringere Rendite.

Besonders wichtig für Anfänger und Laien ist, es, das Thema nicht zu locker zu nehmen. Wer ernsthaft in den Aktienmarkt investieren will, sollte vor allem von im Internet angebotenen Offerten die Finger lassen, die schnelles Geld durch die Investition in Aktiendepots versprechen. Das funktioniert so gut wie nie – die einzigen Gewinner sind die Anbieter selbst. Es gilt dieselbe Grundregel wie sonst auch: Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es nicht wahr – also Finger weg!

Zeit und Geld investieren

Wer investieren will, der muss zuallererst Zeit investieren, um sich in das Thema Aktienmarkt und Aktienhandel einzuarbeiten – und er sollte den Markt lange beobachten, bevor er selbst aktiv wird. Schnellschüsse gehen zu oft nach hinten los. Man kann sich bis zu einem gewissen Grad absichern, indem man taktisch klug handelt. Zum einen sollte man immer nur so viel Geld investieren wie man im Zweifelsfall auch zu verlieren bereit wäre. Auf gar keinen Fall darf man riskieren, bei einem Totalverlust mittellos dazustehen. Als Flucht vor der drohenden Pleite sind Aktien ebensowenig sinnvoll wie die Aufnahme neuer Kredite – damit wird man das Problem allenfalls vergrößern. Also: Keine Experimente, wenn man nicht genug Eigenkapital im Rücken hat.

Langfristig denken und agieren

Immer mal wieder werden bestimmte Aktien in den Medien hochgejubelt. Auf solche Hypes sollte man lieber nicht setzen, zu oft schon kam das böse Erwachen wenige Monate oder Jahre später. Der beste Weg ist, seine Investitionen breit zu streuen – in Anteile mehrerer Unternehmen sowie in unterschiedliche Anlageformen. Dann können Gewinne und Verluste sich gegenseitig ausgleichen und man vermeidet größere Verluste. Hierzu braucht man, wenn man Gewinn machen will, einen langen Atem. Aktiengewinne kommen selten über Nacht, aber wer bereit ist, mehrere Jahre oder Jahrzehnte mitzuspielen, verbessert seine Chancen.

von Gerrit Wustmann

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