Service

Immer Ärger mit … Raststätten

Es geht in den Urlaub, man steckt in der Hitze im Stau, und die einzige Ausweichmöglichkeit sind völlig überteuerte Raststätten, die jede Individualität an der Autobahn zerstört haben. Unser Redakteur ist wieder mal genervt... KOLUMNE

Immer Ärger mit … Raststätten

©CoffmanCMU / iStock

So langsam aber sicher beginnt die Ferienzeit. Die Sonne knallt vom Himmel und ich sehne mich nach Urlaub. Der kommt auch bald. Und ich freue mich drauf. Worauf ich mich weniger freue: Auf die Fahrt. Von Stau und Hitze mal abgesehen kann ich es kaum erwarten, nach einigen Stunden im Auto die deutsche Grenze hinter mir zu lassen. Erst dann werde ich eine Pause einlegen.

Der Grund heißt Tank & Rast

Der Grund dafür heißt Tank & Rast in Kombination mit Sanifair. Und bevor sich jetzt jemand wundert: Nein, ich wünsche mir nicht die gammeligen, verkeimten Autobahntoiletten meiner Kindheit zurück. 70 Cent für den Toilettengang zu blechen ist zwar grenzwertig, aber immerhin ist es meist eine saubere Angelegenheit. Was ich mir aber ganz sicher zurückwünsche ist die Vielfalt an individuellen Raststätten und Autohöfen, die es heute kaum noch gibt. Seit der Privatisierung im Jahr 1998. Seit Tank & Rast gefühlt 99 Prozent der Raststätten übernommen hat und aggressiv dafür sorgt, dass Konkurrenz gar nicht mehr aufkommen kann.

Ich bin zwar auch recht bequem, aber den Umweg zu einem Autohof mache ich gern. Ich habe keine Lust auf eine Franchise-Kette, die von Investoren gesteuert wird, langweiligen Einheitsbrei und völlig absurde Preise generiert. Ich meine: Über sechs Euro für einen lausigen Kaffee und ein Gummi-Brötchen mit Butter und ebenso gummiartigem Billigkäse? Sechs Euro für etwas, das ungefähr den Gegenwert von einem Euro hätte, wenn es denn wenigstens genießbar wäre? Getränke und Snacks, die gut das drei- bis vierfache kosten wie im Supermarkt? Das braucht die Welt nicht, wirklich… Zumindest ich will es nicht mehr erleben, die paar Besuche dort in den letzten Jahren haben mir gereicht.

Muss das auch noch an der Autobahn sein?

Und, um es klar zu sagen: Ich werfe das nicht den Franchisenehmern vor. Das dürften, vermute ich, dieselben armen Schweine sein wie in jedem anderen Franchise-System auch: Jeder Millimeter des Arbeitsalltags durch Konzernvorgaben geregelt, damit der Profit bloß auch dort landet und nicht im einzelnen Betrieb. Kennt man ja. Mir ist ohnehin schleierhaft, wie man auf die Idee kommt, sich sein Leben mit einem Franchise-Betrieb zu vergurken. Mal davon abgesehen, dass diese Innenstädte, die nur noch aus McDonald’s, Starbucks und all den anderen austauschbaren Ramschketten bestehen schon öde und unerträglich genug sind. Muss das wirklich auch noch an der Autobahn sein?

Daher sorge ich vor, bevor es auf die Autobahn geht. Ich tanke voll, versorge mich mit Getränken und Snacks im Supermarkt und nutze unterwegs die kostenlosen Toiletten auf Rastplätzen. Alles andere wäre einfach bescheuert. Es bringt ja nichts, sich über solche Geschäftsmodelle nur zu ärgern. Nicht mehr hinzugehen, das bringt hingegen ziemlich viel. Zumindest wenn die anderen Urlauber und Reisenden es ebenso machen. Ist eigentlich ganz einfach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .