Service

Immer Ärger mit … der Telekom (Teil 8: Epilog)

Monatelang ärgerte sich unser Redakteur im vergangenen Jahr mit der Telekom herum. Netzausfälle, Stunden in der Warteschleife, nicht eingehaltene Termine... bis alles zu einem guten Ende kam. Denkste... KOLUMNE

Immer Ärger mit … der Telekom (Teil 8: Epilog)

©Radu Bercan / iStock

Es gibt Erlebnisse, die man möglichst schnell verdrängen möchte. Und tatsächlich denke ich in letzter Zeit kaum noch daran, dass die Telekom mir im vergangenen Jahr über volle zwei Monate hinweg jegliche Nerven geraubt hat. Kurz zusammengefasst: Erst viel die Leitung komplett aus; dann wurde ein Upgrade auf eine schnellere digitale Leitung beschlossen; dann wurden zig Termine nicht eingehalten, nichts funktionierte, ich verbrachte ewige Stunden in Hotline-Warteschleifen und im Dialog mit Telekom-Mitarbeitern, die nichts auf die Reihe bekamen und sich fast täglich gegenseitig widersprachen. Am Ende stand die Leitung und ich erhielt (immerhin, aber auch erst nach einigem Beharren) eine Gutschrift über mehrere Monate (wer die ganze Odyssee nachlesen möchte: Hier geht es zu TEIL 1 von 8).

Die Gutschrift kommt…

Nur klappte auch die Sache mit der Gutschrift nicht so ganz. Zwar wurde sie mir per Mail zugesichert. Sie sollte mit den kommenden Monatsrechnungen verrechnet werden. Doch nichts dergleichen geschah. Im Dezember erhielt ich die erste Post-Drama-Rechnung. Ohne Verrechnung. „Der Betrag wird von Ihrem Konto abgebucht.“ Ich atmete mehrmals tief ein und aus. Und rief die Hotline an. Schon wieder. Dabei hatte ich so sehr gehofft, das Warteschleifengedudel für die nächsten Jahre nicht mehr hören zu müssen. Tja…

Aber die Angelegenheit ließ sich rasch klären. Für den neuen Vertrag hatte ich ein neues Buchungskonto erhalten. Die Gutschrift lag aber noch auf dem alten. Warum ein Buchungskonto eines längst gekündigten Vertrages noch immer aktiv ist, das konnte mir der Service-Mitarbeiter nicht erklären. Er verstand es selbst nicht (as usual…). Er versprach aber, das zu regeln, die Gutschrift werde mir demnächst überwiesen. Und tatsächlich tauchte sie in den ersten Januartagen in voller Höhe auf meinem Bankkonto auf.

Ok, dachte ich. Ein kleiner Fehler in der Buchhaltung. Kann vorkommen. Geschenkt. Das ist gar nichts im Vergleich zu dem Theater von 2017. Ich hakte die Angelegenheit also innerlich ab, legte sie zu den Akten und war mir sicher, dass nun nichts mehr kommen würde. Ich irrte. Wie üblich. Irgendwie schaffte ich es immer wieder, zu vergessen, dass ich es nicht mit irgendeinem Unternehmen zu tun hatte. Sondern mit der Telekom.

… und auch die Rechnung für den längst gekündigten Vertrag

Schon wenige Tage später erhielt ich eine Rechnung über knapp vierzig Euro für den Januar 2018. Dabei hatte ich doch gerade erst die Dezember-Rechnung bezahlt gehabt, und außerdem kostet mein aktueller Vertrag weniger. Ich sah genauer hin. Und tatsächlich: Die Rechnung bezieht sich auf das alte Buchungskonto. Also auf den seit mehr als drei Monaten gekündigten alten Vertrag, dessen Kündigung mir mehrfach bestätigt worden war. Also wieder Hotline. Wieder warten. Wieder die ganze Chose erklären. Wieder hören: „Oh, das tut uns leid. Da hat jemand die Kündigung nicht richtig verbucht. Ich korrigiere das.“ Wer die Kolumne 2017 gelesen hat weiß: Solche Aussagen sind mit großer Vorsicht zu genießen. In der Regel bedeutet das, dass wieder mal nichts passieren wird und ich die Hotline noch einige Male werde konsultieren müssen.

Nun gibt es für diesen erneuten „Fehler“ eigentlich nur zwei denkbare Erklärungen. Entweder, es läuft frei nach dem Motto „Wir können es ja mal versuchen“. Man hofft drauf, dass der Kunde verwirrt ist oder nicht so genau hinschaut. Und schon hat man die Gutschrift wieder einkassiert. Da derartige Fälle keineswegs Einzelfälle sind, darf man durchaus ein bewusstes Vorgehen vermuten. Die Alternative: Die Telekom ist wirklich so unorganisiert, chaotisch und dilettantisch, wie es den Eindruck macht. Es mag sich nun jeder selbst überlegen, welche der beiden Optionen die Schlimmere ist…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.