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Immer Ärger mit … der Telekom (Teil 5)

Wie oft schon dachte unser Redakteur nun, dass der Telekom-Terror ein Ende nimmt? Er nimmt keins – im Gegenteil. Mit jedem Hotline-Kontakt wird die Lage abstruser. KOLUMNE

Immer Ärger mit … der Telekom (Teil 5)

©Radu Bercan / iStock

Zuletzt hatte ich gedacht, ich hätte nun einen guten Monat lang Ruhe vor der Fortsetzung des Telekom-Desasters (was bisher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4). Denn nach der letzten Aussage aus der Hotline und dem gefühlt hundertsten Kundenberater, sollte mit dem neuerlichen Tarifwechsel die Schaltung zum 17. Oktober stattfinden.

Ich gebe es zu: Ich war naiv, wieder mal. Ich wollte einfach daran glauben, dass es endlich ausgestanden ist. Aber natürlich kam alles anders. Nur wenige Tage später rief die Telekom mich wieder an, und zwar in Form der netten Dame, die den ursprünglichen Tarifwechsel zur digitalen 50.000er Leitung mit mir festgeklopft hatte. Sie bekam zwischenzeitlich irgendwie Wind von dem Drama, dem sie mit folgender sinngemäßer Aussage den erwähnten Wind aus den Segeln nehmen wollte: Alles, was die Kollegen Ihnen in den letzten Wochen erzählt haben, ist Unsinn.

Die Kollegen haben Unsinn erzählt

Die Dämme brachen. Ich bekam einen Lachkrampf. Ich muss geklungen haben wie ein erstklassiger Irrer. Also: wie jeder Telekomkunde. Die Dame blieb ruhig, sie schien an derartige Reaktionen gewöhnt. Sie verstand auch vollumfänglich, dass ich selbst gar nichts mehr verstand und, um ehrlich zu sein, auch gar nicht mehr verstehen wollte. Stattdessen versicherte sie mir nun die Schaltung für den 22. September und versprach, in wenigen Tagen wieder anzurufen…

Ich meine: Wenn eine simple Umschaltung eines Privatanschlusses die Telekom an den Rand des Zusammenbruchs führt – was ist dann bei denen los, wenn es eine wirklich wichtige Aufgabe zu lösen gibt? Ich male mir das lieber nicht aus…

Anyway, am Tag des Anrufes landete auch Post in meinem Briefkasten: Eine „Tut uns leid“-Karte der Telekom, mit der Aufforderung, mir im Online-Geschenke-Shop etwas auszusuchen. Zu finden sind da diverse Gutscheine mit überschaubarem Wert für diverse populäre Onlineshops. Je nachdem in welcher Stimmung man gerade ist, kann man das als Geste des guten Willens interpretieren oder als Versuch, sich möglichst billig aus der Affäre zu ziehen. Ich lasse jetzt mal offen, wie das bei mir persönlich ankam…

Bombardiert mich mit Gutscheinen!

Einen Tag später ging es weiter: Per Mail kam eine erneute Auftragsbestätigung. Ich habe, ehrlich gesagt, keinen Schimmer, wofür. Eine Stunde später rief jemand aus der Technik-Abteilung an. Der sagte, das sei ein Auftrag vom 16. September, im System längst storniert, den könne ich ignorieren. Er wolle sich nun, da die Angelegenheit an ihn delegiert worden war, um die Schaltung kümmern. Ich bitte ihn, ein paar Tage abzuwarten, da sei nun eine andere Kollegin dran. Er selbst konnte nicht sagen, was da eigentlich genau schiefläuft, gab mir aber seine Durchwahl. Ich solle ihn anrufen, wenn irgendwas nicht funktioniert. Mit anderen Worten: eine Standleitung zu ihm einrichten…

Am 22. September geschah wie üblich nichts. Da ich exakt das erwartet hatte, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Am folgenden Morgen kam eine Mail, ganz viel Sorry, ganz viel Tränendrüse und die Bitte, mir als Wiedergutmachung doch etwas aus dem verlinkten Geschenke-Shop auszusuchen. Wohlgemerkt: Ein anderer als einige Tage zuvor. Wenn ein Unternehmen gar mehrere Websites betreibt, auf denen genervte Kunden sich per Gutschein-Code Entschädigungen aussuchen können, spricht das nicht gerade dafür, dass alles glatt läuft. Man scheint sich recht oft bei Anschlussinhabern ohne Anschluss entschuldigen zu wollen. Mir hingegen scheint das maximal ineffizient. Leute macht doch einfach euren Job! Und wenn Ihr das nicht hinbekommt, seid bei den Gutscheinen wenigstens etwas breiter gefächert und origineller.

Ich entschied, nicht mehr drauf anzuspringen. Wenn die Telekom sich für das Desaster der letzten vier Wochen erkenntlich zeigen will (was das Mindeste ist, was ich als Kunde erwarten darf!), dann soll sie mir eine ernstzunehmende Gutschrift anbieten. Genau das sage ich auch der Hotline-Dame, die mich im Laufe des Nachmittags kontaktiert. Selbstredend um mir zu versichern, dass der Anschluss, der am 22. erneut nicht geschaltet werden konnte, nun am 28. kommen wird. Ich glaube, wenn sie gesagt hätte: „Am 28. wird Ihr Anschluss auf gar keinen Fall geschaltet!“, dann hätte ich so etwas wie Hoffnung entwickelt…

Hier geht’s weiter: Teil 6

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