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Immer Ärger mit …. der Fußball-WM

Die Fußball-Weltmeisterschaft beginnt, und auch in Deutschland drehen Millionen Menschen durch. Dabei ist die WM ein in mehrfacher Hinsicht fragwürdiges Event, das gerade von den eingefleischten Fans des Ballsports boykottiert werden sollte. KOLUMNE

Immer Ärger mit …. der Fußball-WM

©Rawpixel / iStock

Dass die Fußball-WM 2018 in einem Land stattfindet, das die Presse- und Meinungsfreiheit mit Füßen tritt, das eine aggressive militärische Außenpolitik fährt, Homosexuelle verfolgt und jegliche demokratischen Werte vermissen lässt, das scheint die meisten Fußball-Enthusiasten nicht weiter zu stören. Das scheint so zu sein wie im Supermarkt: So lange es schmeckt und billig ist, will man lieber nicht so genau wissen, wo die Waren herkommen.

Fußball-WM: Spaß am Sport?

Der Fußballfan argumentiert gerne mit dem Spaß am Sport. Dabei könnte kaum etwas weniger mit Sport zu tun haben als der internationale Profifußball. Seien wir doch so ehrlich: Das ist eine zutiefst korrupte Veranstaltung, die dazu dient, einigen geldgeilen Funktionären die Taschen zu füllen. Es geht bei der WM um Profit, um sonst nichts. Die aggressive Marktstrategie der Veranstalter pumpt die Einzelhändler mit Fanartikeln voll, und die begeisterungsbenebelten Fans kaufen noch den letzten Tinnef zu absurd überhöhten Preisen, wenn nur das offizielle Logo oder das Konterfei eines Spielers drauf abgebildet ist. Es ist genau diese rücksichtslose Art von enthemmtem Konsum, die dem Kapitalismus seinen Ruf verpasst hat.

Und der Sport? Ach, seien wir doch so ehrlich: Es ist völlig irrelevant, welche Mannschaft den Pokal holt. Denn bis sich die große Enttäuschung über das Ausscheiden des eigenen Teams breitmacht, hat man schon Unsummen ins Event investiert, das Auto und den Balkon beflaggt, Trikots gekauft, Schals, Knabberzeug mit Logo und Flagge und dergleichen mehr und hat mit den Kumpels vor der Glotze oder in der Kneipe durchexerziert, warum der Trainer eine Pfeife ist und man selber es viel besser weiß. Oder man hat, nach dem ein oder anderen gewonnenen Spiel, seine Nachbarschaft mit Hupkonzerten belästigt. Wer das nicht glauben mag: Laut Statistischem Bundesamt sind nur ein Viertel der Deutschen echte Hardcore-Fans, weitere zwanzig Prozent interessieren sich zumindest für 22 Männer und einen Ball. Allen anderen ist es bestenfalls egal – oder sie sind genervt.

Geld: Die einzige Sprache, die sie verstehen

Ich gehöre zur Gruppe der Genervten. Aber davon soll sich keiner abhalten lassen. Ich fände es ja auch ok, wenn es denn wirklich um den Sport ginge. Wenn nicht jeder, aber auch absolut jeder Fußballfan genau wüsste, was für ein dreckiges Business er da mitfinanziert. Aber solange es so ist, ist es mir unbegreiflich. Stellt euch doch mal vor: Nur eine Saison lang das ganze Theater komplett boykottieren. Keine offiziellen Produkte kaufen. Die Glotze aus lassen. Das würde so empfindliche Milliardenverluste auf der Funktionärsebene verursachen, dass sich ganz schnell etwas ändern würde. Ich fände es ja auch schön, wenn diese Leute sich mit Argumenten überzeugen ließen. Aber wir wissen doch, dass Geld die einzige Sprache ist, die sie verstehen. Und es wäre so einfach, in dieser Sprache mit ihnen zu sprechen…

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