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Immer Ärger mit … dem Sommer

Sommerhitze im April? Mag unser Redakteur gar nicht. Denn sofort hat man absolut nirgends mehr seine Ruhe. Sobald die Sonne scheint, schalten die Menschen auf Autopilot. KOLUMNE

Immer Ärger mit … dem Sommer

©Pro100Dzu / iStock

Es ist Sommer. Also – nicht wirklich. Eigentlich ist es erst April. Und heute hat es tatsächlich geregnet. Was man so unter Aprilwetter versteht. Aber die letzten paar Tage, das fühlte sich an wie Sommer. Fast 26 Grad in Köln und Umgebung. Das Schlafzimmer heizte sich schon ordentlich auf, und auf dem Balkon, Sonnenseite, war Hochsommer. Konnte man gut aushalten. Und an vergangenes Jahr denken: Da lief noch im Mai die Heizung auf vollen Touren.

Sonne zieht Menschen an, wie ein Scheißhaufen Fliegen anzieht

Zu Sache: Ich machte einen Spaziergang zum Rhein. Vor den Eisdielen bildeten sich kilometerlange Schlangen. Ich bin nicht so der Eisfan, deswegen ist mir das schwer nachvollziehbar. Und wenn man auch nicht so der Sonnen- und Hitzefan ist, fällt einem unweigerlich auf: Sonne zieht Menschen an, wie ein Scheißhaufen Fliegen anzieht. Es ist mir ein völliges Rätsel. Sobald das Thermometer 20 Grad überschreitet und der Himmel blau ist, gehen die Leute auf Autopilot. Rotten sich in Parks, an Flussufern, Seen, Brunnen, Tümpeln und eben Eisdielen zusammen. Hocken da wie die Sardinen und träumen wahrscheinlich von Strand. Strand gibt’s ja so eventmäßig inzwischen auch in jeder Großstadt. Hauptsache Sand unter den Füßen. Damit das hinterher wieder so nervig zwischen den Zehen pikst und aus den Schuhen rieselt.

Ich schwitze. Gehe weiter. Suche zunehmend ratloser einen Ort, an dem man wenigstens ein klein wenig Ruhe finden kann. Das geht. Auch in der Stadt. Aber im Sommer geht es schlechter als im Winter. Und an den ersten Sonnentagen sind die Menschenansammlungen eine wahre Plage. Sie fallen über das Draußen her, als gälte es, zum allerletzten Mal im Leben die Sonne auf dem Pelz zu spüren. Ein wenig erinnert mich das an Schlussverkauf früher, Computer bei Aldi oder die Angst einiger Spinner, etwas zu verpassen, wenn sie das neue iPhone (das auch nicht aufregender ist als das vom Vorjahr) nicht auf die Sekunde genau zur Ladenöffnung am Releasetag in Händen halten können.

Schnäppchen oder Sonne, ganz egal

Was das alles in der Verbraucherkolumne zu suchen hat? Nun, bei Spaziergängen plane ich oft die nächsten Beiträge, gehe im Kopf Recherchen nochmal durch, trenne wichtig von unwichtig und strukturiere die Texte. Das erleichtert später das Schreiben. Der Haken ist, dass das nur funktioniert, wenn ich unterwegs halbwegs meine Ruhe habe. Natur ist dafür gut. Eifel zum Beispiel. Aber auch hier: Nicht im Sommer! Denn da fallen all die Städter in die Wälder, Wiesen und Moore ein, trampeln mit ihren gezückten Smartphones hindurch und erschaffen eine Geräuschkulisse wie auf der A1 im Berufsverkehr.

Und in der Stadt? Kannste vergessen. Gib einer Fliege etwas, das ihre Nase kitzelt, und schon stürzt sie sich drauf. Ist bei Menschen genauso. Egal ob nun Schnäppchen oder Sonne. All the same. Und ich? Drehe um und gehe wieder nach Hause. Auf dem Balkon ist es angenehm ruhig. Da komm ich mir dann auch nicht so miesepetrig vor…

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