Home-Office: Was bringt die Arbeit von zuhause?
Arbeiten von zuhause aus lohnt sich nicht nur unter dem (Fahr-)Zeitaspekt - es kann sich unter Umständen sogar finanziell bezahlt machen. Denn wer ein eigenes Arbeitszimmer im Haus nutzt, kann dies steuerlich geltend machen.
von Johanna Schödel
© AmmentorpDK/thinkstock

Immer mehr Menschen nutzen die Option, im Home-Office zu arbeiten. Der erste Vorteil – mehr zeitliche Flexibilität – liegt auf der Hand. Die nötige Disziplin dafür muss dann natürlich auch noch aufgebracht werden.

Ein zusätzlicher Anreiz könnte die Steuerersparnis sein, die einem das Finanzamt für ein häusliches Arbeitszimmer einräumt. Prinzipiell gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie der Arbeitsraum in den eigenen vier Wänden vom Finanzamt als Werbungskosten berücksichtigt wird.

Denn 2010 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden:
„Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer müssen auch steuerlich abziehbar sein, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.“

Was gilt als häusliches Arbeitszimmer?

Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung in unbegrenzter Höhe ist allerdings, dass das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet (§ 4 Abs. 5 Nr. 6b in Verbindung mit § 9 Abs. 5 EStG 2007).

Dazu muss der prägende Teil der Berufsausübung in diesem Raum innerhalb der häuslichen Sphäre stattfinden und dieses nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden. Ausgeschlossen ist dabei Publikumsverkehr oder die Beschäftigung weiterer, familienfremder Angestellter im Raum.

Home-Office aus eigenem Antrieb oder gezwungenermaßen?

Wer freiwillig einen oder mehrere Tage Home-Office einlegt, zum Beispiel um Arbeit und Kinderbetreuung besser vereinbaren zu können, eigentlich aber auch seinen Arbeitsplatz in der Firma nutzen könnte, hat dagegen schlechte Karten.

Denn in diesem Fall kann das Arbeitszimmer nicht unter den Werbungskosten geltend gemacht werden. Ebenso wenig, wenn ein Raum außerhalb der eigenen Wohnung für die Arbeit angemietet wird oder auch beim Office-Sharing.

Für Arbeitsmodelle, die zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt sind, gibt es eine weitere Steuervariante. Wenn dem Arbeitnehmer aber (zeitweise) kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, kann man dafür bis zu maximal 1.250 Euro in der Steuererklärung geltend machen.

Dies gilt immer, wenn der Arbeitnehmer gezwungen ist, seine Aufgaben daheim zu erledigen, auch wenn das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit bildet.

Glaubhafte Argumentation ist Pflicht

Dennoch ist jeder selbst in der Pflicht, die Sachlage den Finanzbehörden glaubhaft zu vermitteln, um Werbungskosten für das häusliche Arbeitszimmer abgezogen zu bekommen. In einer Einzimmerwohnung beispielsweise dürfte sich ein Nachweis der überwiegend beruflichen Nutzung des Zimmers schwierig gestalten.

Bei einem nachteiligen Steuerbescheid bleibt natürlich immer noch die Option für den Arbeitnehmer, Widerspruch einzulegen.

von Johanna Schödel
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