Gut versichert ins Leben starten – Versicherungen für den Nachwuchs
Ein Kind kommt auf die Welt, für die Eltern ist das ein kleines Wunder. Mit der Freude kommen aber auch Ängste und Sorgen.
von Johanna Schödel
© thinkstock

Ganz zu schweigen von der finanziellen Belastung, denn Kinder sind uns nicht nur lieb, sondern auch teuer. Statistiken zu den Ausgaben pro Kind im Laufe der Kindheit finden sich regelmäßig in den Medien. Wie Focus-online ermittelt hat: „Bis zur Volljährigkeit haben Familien mit Kindern eine Mehrbelastung von 120.000,- €“.

Elementar – die Krankenversicherung

Zu allererst geht es natürlich darum, die Gesundheit des Neugeborenen zu schützen, sprich das Thema Krankenversicherung zu klären. Die gute Nachricht hierzu für alle gesetzlich versicherten Eltern: Das Baby ist hier ab der Geburt automatisch in der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert.

Anders sieht die Situation aus, wenn ein oder beide Elternteile privat krankenversichert sind. Bei einem Einkommen oberhalb der aktuellen Jahresarbeitsentgeltgrenze muss das Kind dann kostenpflichtig in der gesetzlichen oder in der privaten Krankenversicherung versichert werden. Hier macht der Beitrag zwischen 80 bis 150 Euro monatlich aus, je nach Tarif und potentiellem Selbstbehalt. Die Kosten für die meisten Vorsorgemaßnahmen und die empfohlenen Impfungen übernehmen die Krankenkassen. Genaueres erfahren Eltern bei ihrer Krankenkasse.

Zusatzversicherungen, wie z.B. für Zahnersatz, sind logischerweise für Babys anfangs nicht relevant. Nur wer z.B. die Behandlung durch den Heilpraktiker bevorzugt, kann mit einer Zusatzversicherung für sein Kind gut beraten sein.

Nicht vergessen: Kindgerechtes Wohnen hilft, viele Unfälle und Verletzungen zu vermeiden.

Worüber man nicht nachdenken will: Unfall & Kinderinvalidität

Eine Reihe von Versicherern bietet Kinderunfall- und Kinderinvaliditätsversicherungen ab der Geburt an. Diese sollen Kind und Eltern durch eine monatliche Rente dann finanziell absichern, wenn das Kind durch einen Unfall dauerhaft geschädigt wird. Dabei richtet sich die Höhe der Rente nach der Schwere der Invalidität, was vor allem auf lange Sicht relevant ist, wenn bspw. im Erwachsenenalter kein Beruf ausgeübt und kein Einkommen erzielt werden kann.

Verbraucherschützer kritisieren an vielen dieser Policen, dass Leistungen nur erbracht werden, wenn ein Unfall Auslöser der Invalidität ist. Erkrankungen mit bleibenden gesundheitlichen Schäden werden meist ausgeschlossen – in der Realität kommen sie aber häufig vor. Optional bleibt eine möglichst frühe Berufsunfähigkeitsversicherung für das Kind.

Schon jetzt sparen für die Ausbildung?

Ebenfalls abgeraten wird von sogenannten Ausbildungsversicherungen. Klingt gut, für die Ausbildung oder das Studium schon etwas zu sparen, oder noch besser sparen zu lassen von den Großeltern. Monatlich werden hier im Kindesalter feste Beträge in eine Kapitallebensversicherung eingezahlt, bis das Kind im Alter von 18-25 Jahren die garantierte Summe ausbezahlt bekommt. Doch die Angebote erweisen sich, nüchtern betrachtet, meist nicht als sinnvoll, sondern als No-Go. Es handelt sich nämlich um unflexible, kostenintensive und damit wenig renditeträchtige Verträge.

 Da lohnt sich eher das konventionelle Sparen, z.B. mit einem Sparbuch oder Bauspar-Vertrag. Das Sparbuch kann mit einer einmaligen Zahlung gestartet werden, die dann über die Jahre mit relativ niedrigem Guthabenzins steigt. Ähnlich funktionieren Wertpapiere wie der Sparbrief. Da die Zinsen für die vereinbarte Laufzeit festgelegt sind, ist die Höhe des Gewinns auch von Anfang an absehbar.  In Form eines Banksparplans wird, z.B. bis zur Volljährigkeit des Kindes, eine fixe Summe regelmäßig eingezahlt – sicher und kostenlos, allerdings mit moderater Verzinsung. Wer um Sicherheit bedacht ist, ist hiermit gut beraten. Denn Geld auf dem Sparbuch, einem Tagesgeldkonto oder in klassischen Sparplänen unterliegt bis zu einer Höhe von 100.000 € pro Sparer der gesetzlichen Einlagensicherung.

grafik-beliebte-geldanlagen

*Umfrage unter 1.685 Deutschen, Mehrfachnennung war möglich
(Quelle: tagesgeldvergleich.com)

Mehr als mit einem Banksparplan bekommt man in der Regel für Tagesgeld und Festgeld. Werden regelmäßig Sparraten auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt, wächst das Kapital mit jeder Überweisung und den Zinszahlungen. Auch das Tagesgeldkonto ist  im Regelfall kostenlos und jederzeit ohne Einhaltung einer Frist kündbar. Auf einem Festgeldkonto dagegen wird das Geld längerfristig angelegt, was wiederum die Bank mit höheren Guthabenzinsen belohnt.

von Johanna Schödel
Sie das gute Gefühl, immer bestens informiert zu sein.
Risikofrei: jederzeit kündbar. Kein Spam.
Genießen Sie das gute Gefühl, immer bestens informiert zu sein.
Mit der BBX erfahren Sie jede Woche das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur – kritisch und tiefgründig.
Risikofrei: jederzeit kündbar. Kein Spam.
facebook facebook twitter twitter linkedin linkedin xing xing mail mail print print search search arrow arrow calc calc light light arrow-up-right arrow-up-right pro pro con con