Günstig in den Urlaub: Was taugen Schnäppchenportale?
Raus aus dem Alltag, rein in Sonne, Sand und Meer! Die jährliche Urlaubsreise ist in Deutschland schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr nur reines Vergnügen für Mittelschichtsfamilien. Jeder will die Welt sehen, aber nicht jeder hat das nötige Kleingeld dafür; andere sind einfach sparsam oder knauserig. Und die Jagd nach Schnäppchen ist längst ein Mentalitätsmerkmal. Kein Wunder also, dass sich zahllose Schnäppchenportale im Netz hoher Beliebtheit erfreuen. Doch lohnen sie sich wirklich? Oder täuschen die Niedrigpreise?
von Gerrit Wustmann
© haveseen/thinkstock

Urlaubspiraten, Urlaubsguru, Travelzoo und wie sie alle heißen, wer günstige Reisemöglichkeiten sucht, wird im Netz schnell fündig. Via Newsletter, Feed oder Social Media kann man die Billigangebote stets im Blick behalten. Und oft wirken die Offerten zu gut, um wahr zu sein. Flüge nach New York unter 100, – €, All-Inclusive-Wochenenden für einen Tageslohn, zwei Wochen Hotel mit Pool für unter 500, – €. Und solche Beispiele sind noch nicht mal die krassesten.

Ob für Studenten oder Rentner mit wenig Geld, ob für sparsame Menschen, interessant ist es allemal. Die Reisewelt verändert sich rasant. Immer mehr Reisen werden heutzutage im Internet gebucht. Klassische Übernachtungsmöglichkeiten wie Hotel, Hostel und Co. erfahren neue Konkurrenz durch AirBnB, Couchsurfing und weitere Vermittlungen privater Unterkünfte, die gleich mehrere Vorteile haben: sie sind günstiger und man lebt „mitten im Geschehen“ anstatt unter Touristen.

So günstig verreisen wie möglich

Bei den einschlägigen Schnäppchenportalen steht die klassische Variante in all ihrer Vielfalt im Mittelpunkt. Es geht lediglich darum, für Flüge, Zugfahrten, Übernachtungen, Services und alles Weitere so wenig Geld wie möglich zu zahlen. Der Trick dahinter ist, dass so ziemlich jeder Akteur im Reisegeschäft immer mal wieder Lock- und Sonderangebote offeriert. Sei es, weil man neue Kunden locken, Restplätze besetzen oder werben will. Oder weil manch eine Urlaubsregion außerhalb der Saison weniger attraktiv ist und um Besucher buhlt.

Die Portale scannen diese Angebote pausenlos, um ihren Kunden wiederum das Günstigste zuerst anbieten zu können. Sie sind dabei nicht Veranstalter, sondern Vermittler und kassieren für diese Vermittlung eine Provision. Wo ist der Haken? Das ist die Frage, die sich jeder stellt, der noch nicht auf diesem Wege gebucht hat. Und tatsächlich gibt es einige Haken. Ob diese Grund genug sind, weiterhin im Reisebüro zu buchen, muss jeder für sich entscheiden.

Diese Punkte muss man beachten:

  • Man muss flexibel sein. Viele Angebote gelten nur für kurze Zeit. Man muss sich kurzfristig und spontan zur Buchung entscheiden und eventuell seinen Urlaubszeitraum verlegen. Das ist nicht Jedermanns Sache.
  • Man sollte sich darüber klar sein, dass das günstigste Angebot nicht immer das Beste ist. Wer unsicher ist, sollte sich vorab über Hotel und Fluglinie etc. informieren, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Nutzerbewertungen im Internet können aufschlussreich sein.
  • Um vieles muss man sich selbst kümmern: Einen Ansprechpartner wie im Reisebüro, der alle offenen Fragen beantworten und auf besondere Wünsche eingehen kann, steht bei den Billigheimern in der Regel nicht zur Verfügung. Man muss unter Umständen selbst mit Vermieter, Hotel, Fluglinie kommunizieren und zusätzliche Services können zusätzliche Kosten verursachen.
  • Keine Garantie: Es kommt immer mal wieder vor, dass mehr Plätze auf Billigreisen verkauft werden, als eigentlich zur Verfügung stehen oder Anbieter Angebote canceln. Schlimmstenfalls kommt die Reise nicht zustande. Das ist nicht die Regel, man sollte aber drauf vorbereitet sein.
von Gerrit Wustmann
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