Geldanlage in Zeiten der Niedrigzinsen
Lange Zeit war das klassische Sparbuch das populärste Mittel zur Geldanlage. Doch in Zeiten der Niedrigzinsen, wo die Verzinsung oft unter einem Prozent pro Jahr liegt, lohnt sich das kaum noch.
von Johanna Schödel
© Purestock/thinkstock

Alternative Optionen wie Aktien bringen unter Umständen mehr Gewinn, dafür bergen sie aber auch mehr Risiko. Wie legt man sein Geld also bestmöglich an? Das Dilemma zwischen Sicherheit und Ertrag hat eine ungeahnte Stufe erreicht:

Unter Berücksichtigung der jährlichen Inflationsrate bleibt angesichts der extrem niedrigen Zinsrate im Bereich von ca. 0,6 % die Geldinstitute aktuell für Sparbücher bieten unterm Strich weniger übrig als eingezahlt.

Und der Kurs der Europäischen Zentralbank mit einem Leitzins von lediglich 0,15 % seit Anfang Juni 2014 verschärft die Situation zusätzlich.

Sparbuch, Tages- und Festgeld passé?

Was noch für wenigen Jahren als ‘sichere Bank’ gelten konnte, wie Tages- und Festgeldkonten mit einer Verzinsung von mehreren Prozentpunkten, hat ebenfalls deutlich an Attraktivität eingebüßt.

Auch hierfür werden immer öfter Niedrigzinsen unter einem Prozent pro Jahr von den Banken und Sparkassen geboten. Ähnlich düster ist die Prognose bei Bundeswertpapieren.

Bausparer und Banksparverträge

Seit Beginn der Finanzkrise 2008 wird die Lage für Sparer also prekärer, während Kreditnehmer von den Niedrigzinsen profitieren können. Gut abschneiden können diejenigen, die in der Vergangenheit einen nahezu altmodisch zu nennenden Bausparvertrag abgeschlossen haben. Denn ihnen sind ihre zwei bis drei Prozent Zinsen jährlich garantiert.

Ebenfalls aufatmen dürfen Inhaber von Banksparverträgen mit Riester- Förderung. Aufgrund der staatlichen Grundzulage kommen sie unterm Strich auf eine jährliche Rendite, die meist über zwei Prozent liegt.

Wem das noch nicht genug ist, der sollte sich – so Insider-Meinungen – überlegen, das Angesparte in einen Riester-Fondssparplan umzuwandeln. Durch die chancenreichere Perspektive auf den internationalen Anleihemarkt könnte auf langfristige Sicht das jährliche Guthaben sogar noch höher ausfallen.

Besonders attraktive Verzinsung?

Bietet ein Geldinstitut dagegen für Neukunden großzügige Verzinsung im Vergleich zur aktuellen Marktlage, ist zunächst einmal Vorsicht geboten: Wer höhere Gewinne verspricht, muss diese erst einmal auf dem Geldmarkt erwirtschaften, – in der Regel im Ausland.

Vor der Entscheidung sollte man sich also genau über die Konditionen informieren. Häufig sind die attraktiven Sparangebote nur kurzfristig verfügbar. Gespart wird dafür am Service und an Provisionen für den Vermittler, durch Abwicklung via Online-Banking. Insgesamt sollte das Angebot auch für Laien transparent sein.

Wer eine Summe ab 5.000, – € mittelfristig (zwei oder drei Jahre) fest anlegen möchte, kann momentan mit einem Sparbrief gut fahren. Denn hier ist ein Zinssatz von rund zwei Prozent durchaus realistisch.

Breit gestreut ist sicherer

Experten empfehlen zudem, nicht alles auf eine Karte, sprich auf eine Bank, zu setzen. Sondern das angelegte Guthaben bis zu einer Summe von jeweils maximal 20.000, – € auf mehrere Institute zu verteilen, um sich so vor unangenehmen Überraschungen – die im Verlauf der Finanzkrise seit 2008 keine Seltenheit sind – abzusichern.

von Johanna Schödel
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