Geldanlage und Steuer: Was ist zu beachten?
Wer ein wenig Geld angespart hat, der überlegt meist, wie er dieses Geld für sich arbeiten lassen kann. Am weitesten verbreitete Anlageformen sind Sparbücher, Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Allerdings lohnen sich diese immer weniger, da die Zinsen mitunter nahe der Nullgrenze liegen. Und dann muss der Ertrag auch noch versteuert werden. Wir sagen Ihnen, was Sie beachten müssen.
von Gerrit Wustmann
© thinkstock

Der Klassiker: Das Sparbuch

Die klassischste Geldanlageform ist zweifellos das Sparbuch. Nahezu jeder Deutsche hat eines oder mehrere davon. Besonders beliebt ist es unter Großeltern, bereits zur Geburt Sparbücher für die Enkel anzulegen und bis zur Volljährigkeit einzuzahlen. Sparbücher nehmen nicht am regulären Zahlungsverkehr teil. Man kann nur Einzahlungen und Abhebungen machen, Überweisungen und Ähnliches sind damit nicht möglich. Man kann aber Geld vom Sparbuch auf das eigene Konto übertragen. Über Sparbücher verfügen können nur die eingetragenen Besitzer; es ist aber möglich, Sparbücher zu übertragen, beispielsweise auf Gläubiger. Die Guthaben sind pfändbar.

Die Zinsen werden in der Regel jährlich gutgeschrieben. Da sie sich am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) orientieren, sind sie zur Zeit extrem niedrig, in der Regel zwischen 0,05 und 0,3 % (der derzeitige Leitzins ist 0,25 %). Damit liegt der Zinsertrag unter der offiziellen Inflation von fast 2%. Für den Sparer bedeutet das: Trotz Zinszahlung sinkt der Wert seines Guthabens.

Mehr Flexibilität mit Tagesgeld

Umfrage-in-Deutschland-zu-den-beliebtesten-Formen-von-Geldanlagen-bis-2013

Die Statistik zeigt, welche Formen der Geldanlage bei den Deutschen in den Jahren 2010 – 2013 am beliebtesten waren.

Eine Alternative hierzu ist das Tagesgeldkonto, das in derselben Höhe verzinst wird. Allerdings ist hier der Turnus der Zinsgutschrift je nach Vertrag variabel. Zum Beispiel gibt es Banken, die eine quartalsweise Gutschrift erlauben. Dadurch steigt der Gesamtertrag leicht, denn der Sparer profitiert vom Zinseszins. Dennoch bleiben auch hier die Zinsen meist unter der Inflationsrate, so dass die Erträge mehr als überschaubar sind.

Ein Beispiel: Bei einer Spareinlage von 5000, – € und einer Jahresverzinsung von 0,1% erhält man im ersten Jahr 5, – € Zinsen. Der Vorteil des Tagesgeldkontos gegenüber dem Sparbuch ist, dass man jederzeit über den vollen Betrag verfügen und mit ihm auch am Zahlungsverkehr teilnehmen kann, also Überweisungen tätigen, Abbuchungen, Kartenzahlungen tätigen. Das gilt aber nicht für alle Tagesgeldkonten. Manche Banken führen sie mit ähnlichen Einschränkungen wie Sparbücher. Bei der Eröffnung lohnt es sich nicht nur deshalb, unterschiedliche Angebote zu vergleichen – oft gibt es zum Einstieg für eine begrenzte Zeit einen deutlich erhöhten Zinssatz.

Hohe Zinsen beim Festgeld

Das Festgeld ist hingegen eine Anlageform, die über einen bestimmten Zeitraum festgelegt und währenddessen nicht verfügbar ist. Das ist ein klarer Nachteil, der durch den Vorteil von deutlich höheren Zinsen (mitunter doppelt so viel wie beim Tagesgeld) aufgewogen wird.

Versteuerung der Zinsen

Eines aber haben restlos alle diese Sparformen gemeinsam: Die Zinsen müssen versteuert werden. Allerdings ist hierfür nicht der Sparer selbst bei Abgabe einer Steuererklärung zuständig, sondern die Bank. Sparzinsen werden mit pauschal 25% über die Abgeltungssteuer versteuert, hinzu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag sowie bei Kirchenmitgliedern die Kirchensteuer. Der Freibetrag beträgt 801, – € im Jahr. Damit dieser angerechnet wird, muss man aber selbst aktiv werden und bei der Bank die Freistellung erwirken. Hat man dies nicht getan, gibt es noch die Möglichkeit, sich eventuell zu viel gezahlte Steuern über die Steuererklärung vom Finanzamt zurückerstatten zu lassen.

Aber ob sich all der Aufwand bei den derzeitigen Niedrigzinsen überhaupt lohnt, steht auf einem anderen Blatt…

von Gerrit Wustmann
Sie das gute Gefühl, immer bestens informiert zu sein.
Risikofrei: jederzeit kündbar. Kein Spam.
Genießen Sie das gute Gefühl, immer bestens informiert zu sein.
Mit der BBX erfahren Sie jede Woche das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur – kritisch und tiefgründig.
Risikofrei: jederzeit kündbar. Kein Spam.
facebook facebook twitter twitter linkedin linkedin xing xing mail mail print print search search arrow arrow calc calc light light arrow-up-right arrow-up-right pro pro con con