Girokonto

Gebührenfallen für Geringverdiener

Bankkunden, deren Kontostand öfter im Minus liegt, werden von den Geldinstituten hin und wieder zusätzlich geschröpft. bbx.de verrät vier gängige Maschen, mit denen die Banken Extragebühren abzuzweigen versuchen.

Zweistellige Euro-Beträge, die sich schnell zusammenleppern, stellen manche Banken für Verzugsschäden in Rechnung.

Insbesondere die Santander Consumer Bank bat in der Vergangenheit kräftig zur Kasse. Wer umzieht, läuft beispielsweise Gefahr, mit Gebühren für eine Adressabfrage belastet zu werden. Und das, obwohl alles richtig gemacht und dem Geldinstitut die neue Adresse mitgeteilt wurde.

Überteuerte Adressermittlung

In einem Fall hat die Santander Consumer Bank von einem Kunden neben dessen monatlichen Kreditrate weitere 25,50 Euro eingezogen, wie der Spiegel berichtet.

Als dieser berechtigterweise die Zahlung zurückholen ließ – er hatte die Bank eigenen Angaben zufolge über seinen Umzug informiert, flatterten weiterhin Mahnungen ins Haus. Bis zu einem Betrag über 100 Euro addierte sich im Verlauf die geforderte Summe.

Sogar mit einem gerichtlichen Mahnverfahren und Schufa-Eintrag drohte die Bank. In einer Stellungnahme gegenüber dem Spiegel verstrickt sich die Bank in Widersprüchen: Es sei ein Verzugsschaden entstanden, nachdem man eine Adressabfrage veranlasst und der Kunde die Aufwandsentschädigung für die Anfrage zurückgebucht habe.

Allerdings ist im Betreff der Mahnungen von säumigen Kreditraten die Rede, die der Kunde in Wirklichkeit anstandslos beglichen hatte.

Verbraucherschützer halten sowohl die Höhe der Kosten für die Adressermittlung wie auch Adressentgelt allgemein für unzulässig, da der Kunde die Raten pünktlich bezahlt hatte.

Dennoch scheint es sich nicht um einen Einzelfall zu handeln.

Überzogene Mahngebühren

Generell zog sich die Santander Consumer Bank mit ihrer Mahnpraxis die Empörung etlicher Kunden zu. Sie forderte von Kunden, die mit ihrer Ratenzahlung in Verzug gerieten, bereits nach wenigen Tagen Verzugskosten in Höhe von 19,50 Euro.

Wer diese nicht umgehend beglich, wurde wenig später mit erneuten 19,50 Euro auf die säumigen Verzugskosten belastet. Die Bank erklärt jedoch, keine pauschalen Gebühren zu erheben, sondern die Verzugsschäden individuell aus dem gesetzlichen Verzugszins, dem tatsächlichen Bearbeitungsaufwand und weiter angefallenen Kosten wie Porto zu errechnen.

Knackpunkt hierbei sind vor allem die Bearbeitungskosten: Nach Meinung der Gerichte sind diese nicht zulässig. Nur die Ausgaben für Papier, Druck, Porto und ggf. Verzugszinsen dürfen Unternehmen an die säumigen Kunden weitergeben.

Hohe Überziehungsgebühren

Die Santander Consumer Bank steht nicht allein da, wenn es um hohe Gebühren geht. Häufig werden bei Überziehung des Disporahmens bei Girokonten pauschale Mindestgebühren fällig.

Diese sind unabhängig vom Betrag, der das Dispo-Volumen überschreitet, oder dem aktuellen Zinssatz. Die Deutsche Bank berechnet beispielsweise 6,90 Euro pro Quartal, die Targobank verlangt ab dem ersten Cent Überzug eine Monatspauschale von 4,95 Euro.

Auch hier sehen Verbraucherschützer die Grenze zum Wucher erreicht. Das Oberlandesgericht Frankfurt bewertete die Gebühr der Deutschen Bank als „sittenwidrig“, wogegen das Geldhaus einem Sprecher zufolge in Revision geht, berichtet der Spiegel.

Ungedeckte Lastschriften

Bankkunden, die per Lastschrifteinzug bezahlen, sollten tunlichst vermeiden, dass dieser mangels Deckung nicht durchgeführt werden kann. Auch hier sticht die Santander Consumer Bank wieder mit satten 12,50 Euro Gebühren, die sie ihren Kunden hierfür aufbrummt, hervor.

Und bewegt sich damit nicht unbedingt auf der richtigen Seite des Gesetzes: Nach einem BGH-Urteil von 2009, sind Unternehmen lediglich berechtigt, denjenigen Betrag, den Banken einander für den Vorgang berechnen, von den Kunden zu verlangen.

Gebühren im Bereich von 2,00 bis 3,00 Euro seien für geplatzte Lastschriften nach Meinung der Verbraucherschützer angemessen.

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