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Fake-Gefahr: Wie gut sind Produktbewertungen im Netz?

Produktbewertungen im Internet sollen Verbrauchern helfen, vor dem Kauf besser einschätzen zu können, ob sich eine Anschaffung für sie lohnt oder nicht. Grundsätzlich erscheint das System sinnvoll. Doch es gibt auch Nachteile...

Fake-Gefahr: Wie gut sind Produktbewertungen im Netz?

©AndreyPopov / iStock

Vor allem bei teuren Anschaffungen wägt man vor dem Kauf ab, vergleicht, liest Testberichte oder lässt sich im Geschäft beraten. Man wägt ab, vergleicht Preise und trifft am Ende im besten Fall eine wohlbedachte Entscheidung. Dabei sollen, so der Grundgedanke, auch Produktbewertungen im Internet helfen. Fast alle großen Online-Shops bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Produkte nach dem Kauf ausführlich zu bewerten. Das kann erfolgen, indem man Sterne, Punkte oder Noten vergibt oder indem man eine ausführliche Produktrezension schreibt. oder alles zusammen. Viele Shops animieren ihre Kunden auch aktiv dazu, solch ein Feedback zu hinterlassen. Denn schließlich sind viele positive Bewertungen auch eine gute Werbung, die wiederum andere Interessenten zum Kauf animiert.

Produktbewertungen genießen Vertrauen der Verbraucher

Solche Produktbewertungen genießen bei den Verbrauchern ein hohes Vertrauen. Denn im Gegensatz zu den oft übertriebenen und zweifelhaften Werbeaussagen der Hersteller handelt es sich hier im besten Fall um die ehrliche und subjektive Einschätzung von anderen Verbrauchern, die ein Produkt tatsächlich genutzt und getestet haben – und die andere mit negativen Bewertungen auch vor Fehlkäufen schützen können.

Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken: Fake-Bewertungen. Also Bewertungen, die gar nicht von echten Verbrauchern stammen, sondern die von oder im Auftrag der Hersteller oder Shops verfasst wurden. Heute ist das ein eigenes Geschäftsfeld und eine rechtliche Grauzone, die sich nur schwer kontrollieren lässt. Aber leider werden auch auf großen und populären Plattformen immer wieder solche gefälschten Bewertungen identifiziert. Der Hintergrund ist natürlich simpel: Die Hersteller versuchen damit, gegenzusteuern, wenn sie sich zu viele negative aber echte Bewertungen eingefangen haben. Je nach Menge kann das für ein Produkt nämlich ein Todesurteil sein. Denn ein Produkt, das online überall schlecht beurteilt wird, wird nicht mehr oft gekauft.

Fake-Bewertungen: Auf diese Anzeichen achten

Aber wie findet man als Verbraucher heraus, ob Produktbewertungen echt oder gefälscht sind? Das ist gar nicht so einfach. Es gibt aber einige Indizien, auf die man achten kann. Einige Händler geben beispielsweise inzwischen an, ob der Bewertende das Produkt tatsächlich bei ihnen gekauft hat. Amazon zum Beispiel markiert solche Rezensionen als „Verifizierter Kauf“. Damit weiß man, dass der Rezensent das Produkt tatsächlich besitzt. Es kann außerdem nicht schaden, den Nickname des Rezensenten ins Suchfeld einzugeben – wenn jemand eine ungewöhnlich große Menge an Rezensionen verfasst, kann das ein Hinweis darauf sein, dass es sich um einen beauftragten Texter handelt, zumal wenn dessen Rezensionen überwiegend sehr positiv ausfallen. Auch wenn in einer Rezension werbliche Sprache oder gar Formulierungen des Herstellers auftauchen ist das ein Warnsignal – oder wenn ein bestimmter Rezensent Produkte sehr positiv bewertet, die von vielen anderen negativ bewertet werden.

Grundsätzlich ist ein Blick in Kunden-Bewertungen sinnvoll – man sollte sich aber nicht allein darauf verlassen, sondern nach Möglichkeit auch professionelle Rezensionen, zum Beispiel in Fachmagazinen, ansehen. So ergibt sich ein runderes Bild und man verkleinert das Risiko, auf gefälschte Produktbewertungen hereinzufallen.

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