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Facebook-Skandal: Wie sicher sind meine Daten?

Der Skandal um Cambridge Analytica und die Auswertung von Daten von Millionen Facebook-Nutzern erschüttert die heile Social-Media-Welt. Was ist passiert? Und wie sicher sind die Daten von deutschen Facebook-Nutzern?

Facebook-Skandal: Wie sicher sind meine Daten?

©oatawa / iStock

Ein gigantischer Datenskandal erschüttert zur Zeit das soziale Netzwerk Facebook in den USA. Wie ein Whistleblower publik machte, soll das Unternehmen Cambridge Analytica umfassend Daten von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet haben – darunter sogar private Nachrichten. Mit Hilfe dieser Daten sollen detaillierte Psychogramme der Nutzer erstellt worden sein, um sie später zu verkaufen. Donald Trump soll das Material für seine Wahlkampfwerbung genutzt haben. Facebook-Chef Mark Zuckerberg reagierte auf die Vorwürfe nur zögerlich und bestritt eine Mitschuld seines Unternehmens. Wenig später stand ein neuer Vorwurf im Raum: Die Facebook-App für Googles Smartphone-Betriebssystem Android soll Telefonverbindungen und SMS ausspähen.

Facebook-Skandal: Auch in Deutschland möglich?

Offiziell geht es bei der Datensammlung von Facebook darum, dem Nutzer möglichst personalisierte Werbung sowie Beiträge anzeigen zu können, die für ihn interessant sind. Nun stellt sich heraus, dass selbst sehr sensible persönliche Daten womöglich in die falschen Hände geraten sind. Viele Nutzer sind verunsichert und fragen sich: Wie sicher sind meine Daten? Und wie kann ich sie vor Missbrauch schützen? Und: Ist so ein Skandal auch in Deutschland möglich?

Die letzte Frage muss leider mit Ja beantwortet werden. Zwar würde das einen massiven Verstoß gegen deutsche Datenschutzgesetze bedeuten. Aber Facebook hat seinen Europa-Sitz in Irland und beruft sich bei Konflikten regelmäßig auf irisches Recht, das vom deutschen sehr unterschiedlich ist. Es ist also unmöglich auszuschließen, dass auch mit den Daten deutscher Nutzer ohne deren Wissen Dinge geschehen, die eigentlich die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer erfordern würde.

Derzeit werden in vielen Medien Leitfäden veröffentlicht, wie man sein Facebook-Profil sicherer machen kann. Zum Beispiel, indem man die Privatsphäre-Einstellungen sehr restriktiv nutzt, Apps von Drittanbietern keinen Zugriff auf das eigene Profil gewährt und das Netzwerk möglichst nur mit wenigen oder gar keinen privaten, persönlichen, sensiblen Daten füttert. All diese Hinweise sind zwar hilfreich. Aber nur bis zu einem gewissen Grad. Denn Facebook kann die Browser-Historie auslesen und das gesamte Surfverhalten eines Nutzers nachvollziehen und analysieren. Wer also gelegentlich Websites besucht, über die er lieber nicht öffentlich spricht, sollte au Facebook nicht nutzen.

Wie sichert man seine Daten?

Wer genau wissen will, was Facebook über ihn gespeichert hat, kann seine gesamten Daten von dem Unternehmen anfordern, diese werden dann als Download bereitgestellt. Unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ findet sich dazu der Punkt „Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter“. Mancher Nutzer dürfte überrascht und entsetzt darüber sein, was Facebook alles von ihm weiß – und was diese Daten potentiell Dritten wie Cambridge Analytica verraten können.

Um Facebook möglichst wenige Daten zu geben sollte man nicht nur vor jedem Login sämtliche Cookies und den Browserverlauf löschen, sondern auch keinesfalls Apps von Facebook oder zu Facebook gehörenden Unternehmen (zum Beispiel WhatsApp oder Instagram) auf dem Smartphone installieren, sondern das Netzwerk stets im Browser aufrufen. Die finale Lösung des Problems lautet allerdings schlicht und ergreifend: Profil löschen.

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