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Ernährungsreport 2018: Mehr Bewusstsein für Tierwohl?

Wie ernähren sich die Deutschen im Jahr 2018? Dieser Frage geht der jährliche Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf den Grund...

Ernährungsreport 2018: Mehr Bewusstsein für Tierwohl?

©los_angela / iStock

Einmal im Jahr führt Forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine groß angelegte Umfrage durch, um die Essgewohnheiten der Deutschen unter die Lupe zu nehmen. Der Ernährungsreport 2018 liefert einmal mehr interessante Einblicke, die auch helfen können, das eigene Ernährungsverhalten besser einzuordnen. Wie steht es mit der Gesundheit? Sind Obst und Gemüse beliebter als Junkfood. Wird öfter gekocht oder öfter im Restaurant gegessen?

Inhaltsstoffe und Tierwohl wichtig

Letzteres ist zweifellos auch eine Frage des Haushaltsbudgets. Laut Ernährungsreport speisen immerhin 43 Prozent der Deutschen regelmäßig außer Haus. Das muss aber nicht unbedingt das teure Restaurant sein. Es kann sich dabei auch um Imbissbuden oder das belegte Brötchen unterwegs handeln, was zumindest bei einem Viertel der Befragten zutrifft. Ernährungsminister Christian Schmidt bekräftigte bei der Vorstellung des Reports im Juni in Berlin auch einmal mehr, dass er das Thema gerne intensiver an Schulen behandelt sehen möchte. Früher war es noch üblich, dass Schüler auch Kochen lernten – und damit den praktischen Umgang mit frischen Lebensmitteln. Heute spielt das in den Lehrplänen nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch dadurch lässt sich der Siegeszug von Fast Food und Fertigmahlzeiten erklären, die außerdem meist keineswegs billiger sind als Essen aus frischen Zutaten.

Immerhin: Was im Essen drinsteckt ist der Mehrheit der Befragten nicht egal. Gut zwei Drittel informieren sich demnach auf unterschiedlichen Wegen über Inhalts- und Zusatzstoffe – sei es über die Verpackung, Beratung im Geschäft oder im Internet. Es gibt allerdings auch Diskrepanzen, die darauf hinweisen, dass einige Befragte nicht immer ganz ehrlich antworten. So gaben 66 Prozent an, dass ihnen das Tierwohl wichtig sei. Fakt ist aber, dass teures Biofleisch bei den Supermärkten oft ein Ladenhüter ist und nur von einer Minderheit auch gekauft wird. Den meisten Kunden scheint der Preis wichtiger zu sein. Billiges Fleisch stammt allerdings überwiegend aus der Massentierhaltung, in der die Lage der Tiere oft katastrophal ist – auch weil Tierschutzgesetze zu lasch kontrolliert werden.

Antworten der Befragten widersprechen der Realität

„Insgesamt hat sich der Trend zu mehr Tierwohl verfestigt. Das haben wir in vielen Debatten erlebt. Erfreulich ist, dass sich immer mehr Menschen für die Arbeit der Landwirtschaft interessieren und sich einbringen wollen. Mit dem staatlichen Tierwohl-Label machen wir das möglich und sorgen für Transparenz“, kommentierte Minister Schmidt, ohne auf die Realitäten weiter einzugehen. Denn dass die 90 Prozent der Befragten, die angaben, für mehr Tierwohl auch mehr zahlen zu wollen, mit der Realität im Handel wenig zu tun haben, stellt die gesamte Initiative des BMEL infrage.

Dasselbe dürfte für das Thema Lebensmittelverschwendung gelten. Zwar gaben 86 Prozent der Befragten des Ernährungsreports 2018 an, Lebensmittelabfälle „reduzieren zu wollen“. Laut WWF landet aktuell ein Drittel der Lebensmittel in Deutschland im Abfall. Das sind 18 Millionen Tonnen pro Jahr.

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