Der Knigge fürs Bewerbungsgespräch
Es fängt schon mit der Begrüßung an, plötzlich ist man sich nicht mehr sicher: Muss ich als erster die Hand geben, oder warte ich darauf, dass man mir die Hand reicht? Und wie ist es mit Kaffee und Gebäck, die zum Gespräch angeboten werden? Lehne ich dankend ab, oder nehme ich an und riskiere, bei wichtigen Fragen den Mund voll zu haben?
von Charlotte Ruzanski
© geralt/Pixabay

Bevor es zum Bewerbungsgespräch losgeht, lohnt ein Blick in den Spiegel. Denn so selbstverständlich es klingen mag, wird doch immer wieder vergessen, dass das Erscheinungsbild einen entscheidenden Eindruck beim Personaler hinterlässt. Wer einen ordentlichen und gepflegten Eindruck macht, kann schon auf den ersten Blick punkten.

Der erste Eindruck entscheidet

Besonders Frauen stehen vor einem Bewerbungsgespräch immer wieder vor der Frage, welche Frisur am besten geeignet ist. Grundsätzlich gilt: Langes Haar kann offen getragen werden, wenn es richtig gepflegt ist. Ansonsten ist man mit einer schlichten Frisur, die möglichst wenig vom Gesicht bedeckt auf der sicheren Seite.

Auch den Händen sollte man etwas Aufmerksamkeit schenken, eine ordentliche Maniküre ist wichtig.

Was das Make-Up betrifft, gilt: Weniger ist mehr. Sinnvoll ist ein dezentes Make-Up, das entweder Mund oder Augen betont.

Was zieh‘ ich an?

Männer sind mit einem schlichten Anzug am besten beraten.

Männer sind mit einem schlichten Anzug am besten beraten.

Männer haben es bei der Frage nach der richtigen Kleidung im Bewerbungsgespräch deutlich leichter: Wer sich für einen gut geschnittenen, einreihigen Anzug entscheidet, ist auf der sicheren Seite. Vorausgesetzt natürlich, man hat sich an gedeckte Farben gehalten und sich gegen das knallige Rot oder das extravagante Lila entschieden.

Bei der Auswahl des Anzugs muss bedacht werden, dass die Strümpfe die gleiche Farbe haben sollten, wie die Anzughose. Die Schuhe müssen farblich zum Gürtel passen und sollten natürlich gut geputzt und nicht abgelaufen sein.

Beim Jackett wird grundsätzlich nur ein Kopf geschlossen während man läuft oder steht. Im Sitzen wird das Jackett geöffnet.

Frauen müssen sich entscheiden, ob sie sich im schlichten Hosenanzug oder im Kostüm besser fühlen. Aber auch hier sollten die Farben gedeckt sein. Hemd oder Bluse hingegen können dezent gemustert sein.

Wer sich für einen Rock entscheidet, sollte darauf achten, dass dieser auch im Sitzen noch lang genug ist und nicht zu viel Bein zeigt. Die Höhe der Schuhabsätze richtet sich danach, wie sicher man laufen kann. Und in Hinblick auf Schmuck gilt genau wie beim Make-Up: mit der dezenten Variante ist man auf der sicheren Seite.

Immer höflich im Bewerbungsgespräch

Auch wenn man vor dem Bewerbungsgespräch extrem aufgeregt ist, darf man nicht vergessen, zu allen Leuten höflich zu sein, die einem auf dem Firmengelände begegnen. Denn zum einen kann man nie wissen, ob es sich nicht um potentielle Kollegen oder gar Vorgesetzte handelt und zum anderen fragen Personaler auch gerne Pförtner oder Empfangsdame nach ihrem Eindruck zum Bewerber.

Auf den Handschlag warten

Den Handschlag bietet immer der Ranghöhere an.

Den Handschlag bietet immer der Ranghöhere an.

Was die Begrüßung angeht, gelten strenge Regeln. Es zeugt zwar durchaus vom guten Ton, wenn man den Personaler begrüßt und sich kurz vorstellt, dabei sollte jedoch darauf verzichtet werden, ihm die Hand zu reichen. Diese Geste bleibt dem Ranghöheren überlassen.

Wird Ihnen ein Platz angeboten, warten Sie, bis sich auch Ihr Gegenüber setzt. Setzen Sie sich nicht nur auf die Stuhlkante, das vermittelt den Eindruck, als seinen Sie auf dem Sprung. Besser ist, sich mittig zu setzen und die Arme am besten auf der Stuhllehne abzulegen.

Üben Sie während dieser ersten Zeit im Bewerbungsgespräch etwas Smalltalk, indem Sie Komplimente über die Aussicht, oder das Büro etc. machen. Das entspannt und lässt Sie dem Personaler gegenüber offen wirken.

Fallstricke im Bewerbungsgespräch: Kaffee oder Kuchen?

Häufig wird Ihnen zum Gespräch ein Getränk angeboten. Um nicht unhöflich zu wirken, sollten Sie es annehmen. Absehen sollten Sie allerdings von Extrawünschen, sondern sich auf das beschränken, das geboten wird. Egal, wofür Sie sich entschieden haben, bis zum Ende des Gesprächs sollten Sie ausgetrunken haben.

Kekse: Die Krümel-Falle im Vorstellungsgespräch.

Kekse: Die Krümel-Falle im Bewerbungsgespräch.

Stehen Kekse oder Kuchen bereit, orientieren Sie sich am besten am Gesprächspartner und bedienen Sie sich nur, wenn er es auch tut. Wird Ihnen hingegen etwas direkt angeboten, entscheiden Sie sich für die Variante, die das geringste Fettnäpfchen-Risiko birgt – also nichts, womit Sie sich evtl. bekleckern können oder was stark krümelt. Und natürlich immer auskauen, bevor man auf Fragen reagiert.

Mit Missgeschicken im Bewerbungsgespräch umgehen

Essen und Trinken während des Gesprächs birgt immer das Risiko eines Missgeschicks. Sollte das tatsächlich passieren, ist es wichtig, souverän zu reagieren. Die beste Reaktion ist in einem solchen Fall Humor. Allerdings sollte man die Situation auch nicht zu sehr ausreizen, sondern nachdem man kurz darauf eingegangen ist, wieder fallenlassen.

Im Dialog bleiben

Lassen Sie das Gespräch nicht abreißen - stellen Sie Fragen und zeigen Sie Interesse.

Lassen Sie das Gespräch nicht abreißen – stellen Sie Fragen und zeigen Sie Interesse.

Meist beginnt das Bewerbungsgespräch mit etwas Smalltalk, an dem Sie sich aktiv beteiligen sollten, auch wenn es zunächst um banale Dinge wie Wetter oder Verkehrslage geht. Denn aus dem Vorgeplänkel entwickelt sich oft das richtige Gespräch. Zeigen Sie dabei immer Interesse und stellen Sie auch Fragen.

Dabei sollten Sie immer darauf achten, mit Ihrem Gesprächspartner im Blickkontakt zu bleiben und zu lächeln. Auf diese Weise vermitteln Sie soziale Kompetenz, die zu den wichtigsten Soft Skills im Berufsleben gehört.

Haben Sie noch Fragen?

Nähert sich das Bewerbungsgespräch dem Ende, heißt es oft: „Haben Sie noch Fragen“. Diese Frage ermöglicht Ihnen nochmal echtes Interesse an der Firma und der Stelle zu zeigen. Erkundigen Sie sich nach dem Team, in dem Sie arbeiten werden, nach dem Arbeitsplatz, vielleicht können Sie diesen sogar besichtigen.

Wichtig ist, auch im Endspurt des Gesprächs noch konzentriert zu bleiben. Richtig entspannen dürfen Sie erst, wenn Sie das Firmengelände verlassen haben.

Der Abschied

Versäumen Sie nicht, sich angemessen zu verabschieden und sich für das Gespräch zu bedanken.

Versäumen Sie nicht, sich angemessen zu verabschieden und sich für das Gespräch zu bedanken.

Es ist am Personaler, das Bewerbungsgespräch zu beenden. D. h. warten Sie solange, bis er aufsteht, ehe Sie sich erheben. Sie sollten sich für das interessante Gespräch bedanken und auch  dieses Mal wieder warten, bis Ihnen die Hand angeboten wird.

Einige Zeit nach dem Bewerbungsgespräch ist es sinnvoll sich nochmals per Mail zu melden und zu bedanken. In dieser Mail sollten sie ein bis zwei Dinge hervorheben, die Ihnen während des Gesprächs besonders gefallen haben. Auf diese Weise heben Sie sich von den anderen Bewerbern ab und zeigen nochmals Interesse an der Firma und der Stelle, auf die Sie sich beworben haben.

von Charlotte Ruzanski
Sie das gute Gefühl, immer bestens informiert zu sein.
Risikofrei: jederzeit kündbar. Kein Spam.
Genießen Sie das gute Gefühl, immer bestens informiert zu sein.
Mit der BBX erfahren Sie jede Woche das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur – kritisch und tiefgründig.
Risikofrei: jederzeit kündbar. Kein Spam.
facebook facebook twitter twitter linkedin linkedin xing xing mail mail print print search search arrow arrow calc calc light light arrow-up-right arrow-up-right pro pro con con