Berufsunfähigkeit

Was unterscheidet Dienstunfähigkeit von Berufsunfähigkeit?

Ist man als Beamter beschäftigt und kann seinen Dienst aufgrund einer körperlichen oder geistigen Erkrankung nicht mehr in vollem Umfang ausüben, kann der Dienstherr – also der Staat – den Beamten wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzen. Als Beamter auf Probe oder als Beamtenanwärter kann dies sogar zur Entlassung führen.

Im Unterschied zur Berufsunfähigkeit, die üblicherweise ab einer Einschränkung von 50 % angenommen wird, kann eine Dienstunfähigkeit bereits früher festgestellt werden. In einigen Fällen ist es bereits ausreichend, dass man innerhalb eines Jahres länger als drei Monate erkrankt war. Sofern von einem Amtsarzt bestätigt wird, dass die volle Dienstfähigkeit innerhalb eines weiteren halben Jahres nicht mehr hergestellt werden kann, kann man ebenfalls wegen Dienstunfähigkeit in ein anderes Amt oder aber in den Ruhestand versetzt werden.

Ursachen einer Dienstunfähigkeit

Gründe für die Dienstunfähigkeit gibt es viele. Ebenso wie bei einer Berufsunfähigkeit kann ein Unfall die Ursache hierfür sein. Bei einem Unfall, der während der Dienstzeit passiert, spricht man von einem Dienstunfall. Ein solcher Dienstunfall kann beispielsweise dafür sorgen, dass man in der Bewegungsfähigkeit eingeschränkt wird, was die Dienstunfähigkeit verursacht. Neben einem Dienstunfall kann aber auch eine Erkrankung, etwa der Gelenke oder des Bewegungsapparates, einen Dienstunfähigkeit verursachen. Beamte sind zudem häufig von psychischen Problemen betroffen, die eine Weiterbeschäftigung bis zum Eintritt ins Rentenalter unmöglich machen.

Private Absicherung unerlässlich

Da die Dienstunfähigkeit versicherungsrechtlich von der Berufsunfähigkeit abweichen kann, ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen und hierauf zu reagieren. Bei einer Versetzung in den Ruhestand erhalten Beamte eine gesetzliche Dienstunfähigkeitsrente, deren Höhe sich nach der Dauer der Dienstzugehörigkeit richtet. In jedem Fall wird man deutlich geringere Leistungen im Vergleich zum bisherigen Einkommen erhalten. Ein Beamter auf Lebenszeit erhält beispielsweise nach 5 Dienstjahren lediglich eine Dienstunfähigkeitsrente von 1.200 € brutto ausgezahlt.

Jedoch erhalten nur Beamte auf Lebenszeit eine gesetzliche Rente gewährt. Beamte auf Probe/Widerruf haben keinerlei Anspruch auf eine gesetzliche Dienstunfähigkeitsrente.

Beamte sollten daher eine zusätzliche private Vorsorge gegen Dienstunfähigkeit abschließen – beispielsweise die private Berufsunfähigkeitsversicherung, die sowohl die Berufsunfähigkeit als auch die Dienstunfähigkeit versichert. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet eine monatliche Rentenzahlung und schützt so vor den finanziellen Folgen einer Dienstunfähigkeit. Bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erhält man als Beamter allerdings nur Leistungen, wenn man eine sogenannte echte Dienstunfähigkeitsklausel in die Versicherungspolice inkludiert hat. Man sollte also zwingend auf diese Zusatzklausel achten. Dann  ist man immer auf der sicheren Seite und weiß seinen Lebensstandard stets geschützt.

Autor
Susanne Herrenbrück
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