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Datenschutz und Verschlüsselung: Ist WhatsApp sicher?

Spätestens seit der beliebte Messenger WhatsApp zu Facebook gehört, mehren sich die Datenschutz-Bedenken. Verbraucherschützer empfehlen alternative Messenger-Dienste wie Threema. Aber ist die Hysterie berechtigt?

Datenschutz und Verschlüsselung: Ist WhatsApp sicher?

©dolphfyn / 123rf

WhatsApp macht dieser Tage wieder einmal unfreiwillig Schlagzeilen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) klagt gegen das Unternehmen wegen der Weitergabe von Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook. In Deutschland ist diese Weitergabe zwar momentan ausgesetzt, aber nicht vom Tisch. WhatsApp verweist auf die AGB und sieht sich im Recht, während die Verbraucherschützer Bedenken beim Datenschutz anmelden.

Weitergabe persönlicher Daten?

Die Weitergabe beinhaltet persönliche Daten wie die eigene und die Telefonnummern von Kontakten. Besonders problematisch daran: Die Weitergabe von Kontakten, die selbst nicht Mitglied bei Facebook sind. Facebook kann hiermit die Persönlichkeitsprofile seiner Mitglieder verfeinern, was für personalisierte Werbung von Bedeutung ist.

Unterm Strich aber sind für Nutzer von Messaging-Diensten andere Fragen weitaus bedeutender. Nämlich in erster Linie: Wie sicher und wie gut verschlüsselt ist die Kommunikation? Und hier hat WhatsApp die Nase vorn. Denn die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorge dafür, so heißt es im Unternehmen, dass nicht einmal WhatsApp selbst Einblick in die Kommunikation nehmen könne.

WhatsApp bietet gut verschlüsselte Kommunikation

Das bestätigte bereits 2016 auch das Fachportal Heise. WhatsApp biete eine „alltagstaugliche Verschlüsselung für eine Milliarde Nutzer“, hieß es dort. Und das war nötig. Denn zwar gab es andere Messenger mit Verschlüsselung wie beispielsweise Threema. Diese werden allerdings nur von vergleichsweise wenigen Menschen genutzt, so dass es kaum möglich ist, darüber einen großen Teil der eigenen Kontakte zu erreichen. Dieses Problem besteht bei den allermeisten alternativen Messengern. Für Facebook-Mitglieder ist der hauseigene Facebook-Messenger nur theoretisch eine Alternative. Zwar vernetzt er automatisch mit sämtlichen Facebook-Kontakten und wird von dem Unternehmen aggressiv beworben – so ist das Messaging im mobilen Browser ohne Installation der immens Datenhungrigen App gar nicht mehr möglich. Hinzu kommt, dass die Verschlüsselung nur optional ist und aktiv aktiviert werden muss. Facebook setzt hierbei auf die Bequemlichkeit der Nutzer. Unterm Strich ist die App aber keineswegs zu empfehlen. WhatsApp ist die bessere Alternative.

Eine Umfrage der Verbraucherzentrale ergab, dass 95 Prozent aller Nutzer von WhatsApp Datenschutz-Bedenken haben und dass 12 Prozent sich deshalb zur Deinstallation der App entschieden. Aber die Bedenken sind unnötig. Die Angst, jemand anders könnte die eigenen Messages mitlesen, ist unbegründet. Bislang wurden auch noch keine ernstzunehmenden Sicherheitslücken gefunden.

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