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Datenschnüffler Smartphone?

Jeder Zweite Deutsche hat inzwischen in Deutschland ein Smartphone. In manchen Altersgruppen sind es sogar fast 90 %. Doch das Bewusstsein über die Sicherheit der eigenen Daten ist gering. Vielen ist nicht bewusst, dass Big Data das Geschäft der Zukunft ist und zahlreiche Apps nur einen einzigen Zweck haben: Detaillierte Nutzerprofile zu erstellen. Dabei ist es durchaus möglich, zu kontrollieren, was das eigene Gerät über den Nutzer verrät.

Viele Nutzer wissen nicht, wie viele Daten sie ueber ihr Smartphone weitergeben.

Ein Smartphone weiß fast alles über seinen Besitzer: Wo er sich gerade aufhält, mit wem er telefoniert oder Nachrichten austauscht, welche Interessen er hat, welches Geschlecht, wie alt er ist, welchen Beruf er ausübt, mitunter sogar welche Krankheiten er hat (je nachdem, was man im Internet sucht und welche Websites man aufruft) und noch vieles mehr. Die kleinen Geräte speichern unser ganzes Leben.

Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass unzählige Marktakteure an diesen Datensätzen interessiert sind. Dazu gehören nicht nur Wirtschaftsunternehmen, die dem Nutzer ihre Produkte und Dienstleistungen verkaufen wollen, sondern auch Behörden. Was früher der Handel mit Adressdatensätzen war, ist heute der Handel mit Persönlichkeitsprofilen. Je genauer ein Profil, je mehr Verwertbares es enthält, desto wertvoller ist es.

Vor- und Nachteile der Datensammlung

Das hat einerseits Vorteile: Unternehmen können ihre Zielgruppe spezifischer ansprechen, die Streuungsverluste klassischer Werbeformate (TV, Print etc.) werden nahezu ausgeschaltet. Der Nutzer wird ergo nicht pausenlos mit für ihn völlig irrelevanten Anzeigen belästigt, sondern erhält auf seine Interessen zugeschnittene Angebote.

Auf der anderen Seite gab es längst unzählige Fälle, die zeigten, dass diese Daten nicht sicher sind. Selbst wenn man einem Unternehmen die Nutzung erlaubt hat, bleibt das Risiko, dass Hacker, Geheimdienste oder andere unliebsame Akteure der Datensätze bemächtigen und ihren Missbrauch mit ihnen treiben. Und das will sicher niemand.

Apps erfordern immer weitreichendere Zugriffe

Datensicherheit ist in der schönen neuen App-Welt ein Dauerproblem. Zwar erfährt der Nutzer vor dem Download einer App, welche Berechtigungen diese einfordert, doch er wird auch dazu animiert, die Bedenken beiseite zu wischen. Dabei sollte man sich stets fragen: Welche App brauche ich wirklich? Wer ehrlich zu sich selbst ist, wird sich schnell eingestehen, dass über 95 % dessen, was Apple, Google und Co in ihren App-Stores anbieten völlig überflüssig ist.

Und trotzdem gibt es unter zig Millionen Apps noch eine riesige Fülle an brauchbaren und nützlichen Programmen, aber auch diese sind längst nicht immer „sauber“. Auch vermeintlich harmlose Apps wie die von Magazinen oder Tageszeitungen verlangen Zugriff auf Identität oder Standort des Nutzers. Beides ist für die Funktionalität der App nicht vonnöten. Der Grund ist simpel in diesem konkreten Fall: Die Verlage wollen erfahren, woher ihre Leser stammen. Das ist Marktforschung. Aber warum sollte man es ihnen verraten?

Krassere Fälle sind die berühmten Taschenlampen-Apps, die quasi einen Komplettzugriff auf alles erfordern, inklusive Auslesen von SMS, Anrufprotokollen, gespeicherten Fotos und Dokumenten. Wer so etwas installiert, der öffnet seine Haustür für Jedermann.

Der BBX-Leitfaden zur Datensicherheit auf dem Smartphone

Aber wie schafft man konkret Datensicherheit? Hier unser Leitfaden (der in der Regel auch den Akku schont):

  • Virenscanner installieren
  • GPS nur dann aktivieren, wenn man es wirklich benötigt (z.B. für Kartendienste und Navigation)
  • Aufzeichnung von Standortdaten ablehnen
  • Keine Passwörter auf dem Gerät speichern
  • Dienste über den Browser besuchen und auf die Apps verzichten
  • Keine Cloud-Dienste nutzen, sondern Daten lokal sichern
  • Niemals Apps installieren, die Berechtigungen fordern, die für die Funktionalität unnötig sind
  • Eventuell vorinstallierte, nicht benötigte Apps löschen / deinstallieren
  • Regelmäßig Cache leeren und Cookies löschen, damit keine Nutzungsprotokolle des Browsers ausgelesen werden können
  • Die App SRT Guard installieren, mit der man anderen Apps nachträglich Zugriffsrechte entziehen kann
  • Und wie auch am Computer: Niemals Anhänge in Mails unbekannter Absender öffnen
12. März 2015 05:37 Uhr
Die wichtigsten Apps – und worauf man lieber verzichtet

[…] im Big-Data-Universum. Die kleinen Programme sind der Kern des Nutzungserlebnisses auf Smartphones und Tablets. Viele sind nützlich, erleichtern Arbeit und Alltag, andere sind bloße Unterhaltung. […]

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