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Cloud-Dienste: Wie sicher ist die Datenwolke?

Inzwischen ist es einige Jahre her, dass der Branchenverband Bitcom anlässlich der Fachmesse CeBit in Hannover den Begriff „Cloud-Computing“ in einer groß angelegten PR-Kampagne in die deutsche Öffentlichkeit drückte. Heute ist die Cloud, die Datenwolke, selbstverständlich. Fast jeder nutzt sie, trotz vieler Datenschutz-Skandale. Aber wie sicher ist die Cloud? Und welche Alternativen gibt es?

Cloud-Dienste: Wie sicher ist die Datenwolke?

©scanrail / 123rf

Es klang erstmal wie eine revolutionäre Idee: Die Cloud versprach absolute Vernetzung und Unmengen Speicherplatz für sehr wenig Geld, sowie die Möglichkeit, immer und überall auf seine Daten zugreifen zu können. Anstatt lokal zu speichern, auf dem heimischen Computer, dem Tablet oder der externen Festplatte, wandern alle Daten in die Wolke.

Wolkige Werbeslogans für banale Dienstleistung

Dabei versteckt sich hinter dem wolkigen Werbebegriff etwas ganz Banales: Die Wolke ist nichts anderes als die Server und Speicher externer Dienstleister irgendwo auf der Welt. Billiger Speicherplatz bedeutet also im Klartext, all seine Daten irgendwelchen Unternehmen anzuvertrauen und darauf zu bauen, dass deren Systeme sicher sind.

Ein Irrtum, wie wir heute wissen – und damals schon hätten wissen können. Im Grunde ist die Cloud keine Revolution, sondern nur ein geschickt verpacktes Geschäftsmodell. Speicher ist so billig, weil Daten die eigentliche Währung sind. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn der Weg der Daten, also konkret: der Handel mit ihnen, transparenter wäre und sich vom Nutzer selbst besser kontrollieren ließe. Doch das scheitert oft schon am Standort der Cloud-Server. Stehen diese in den USA, wie bei den meisten großen Anbietern, so gilt im Wesentlichen amerikanisches Recht. Und das ist in Hinsicht auf den Datenschutz wesentlich laxer als das deutsche.

Cloud-Dienste haben ein Sicherheitsproblem

Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt. Schon im Jahr 2013 attestierte die Stiftung Warentest dreizehn Cloud-Anbietern erhebliche Schwächen – den hiesigen ebenso wie jenen aus anderen Ländern. Immer wieder passiert es, dass Nutzerdaten von Hackern abgegriffen werden oder durch Sicherheitslücken frei im Netz landen. Und es ist heute kaum noch möglich, Cloud-Dienste zu umgehen. Auch wenn man nicht aktiv einen Account betreibt, für Speicherplatz bezahlt und seine Daten hochlädt – jeder ist in der Cloud. Viele Unternehmen lagern Kundendaten in der Wolke. Dagegen ist man so gut wie machtlos. Jeder, der ein Smartphone besitzt, muss damit leben, dass seine Aktivitäten in den Clouds von Apple, Google und Microsoft gesammelt werden. Hier gilt es, die Sicherheitseinstellungen genau zu beachten. Google beispielsweise misst nicht nur die Aktivitäten, sondern speichert auch Geodaten, Tastatur- und Spracheingaben und Vieles mehr. Diese Speicherung kann man aber in den Account-Settings unterbinden.

Sensible Daten gehören nicht in die Cloud

Natürlich kann man für „unverfängliches“ Material eine Cloud nutzen. Etwa für Musik, Filme und andere speicherintensive Dateien, denn da ist der günstige Cloud-Speicher eine wirkliche Alternative. Geht es aber um sensibles Material – private Fotos und Dokumente zum Beispiel -, dann verbietet sich die Cloud von selbst. Weil sie de facto nicht sicher genug ist. Egal bei welchem Anbieter. Solches Material hat auf fremden Servern nichts verloren. Externe Festplatten kosten heute nicht mehr viel Geld und bieten mitunter auch enormen Platz. Deshalb sollte man sie für alles nutzen, was man nicht der Öffentlichkeit preisgeben würde. Und je seltener diese Festplatten in ein offenes Netz eingebunden sind, desto besser. Das mag unbequem sein, weil man dann zum Beispiel nicht immer und überall drauf zugreifen oder Geräte synchronisieren kann. Aber die Sicherheit sollte vorgehen.

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