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Leistungserweiternde Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Beim Abschluss einer Versicherung besteht für beide Vertragsparteien die Möglichkeit, die obligatorischen Klauseln in Versicherungspolicen durch weitere, sogenannte leistungserweiternde Klauseln zu erweitern.
von Susanne Herrenbrück

Die leistungserweiternden Klauseln werden im Vorfeld von beiden Partnern freiwillig festgelegt und mit beiderseitigem Einverständnis in der Versicherungspolice aufgenommen. So bieten auch manche Versicherungen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung solche leistungserweiternden Festlegungen an.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor einem wahrscheinlichen finanziellen und sozialen Abstieg aufgrund einer Berufsunfähigkeit – denn von einer Berufsunfähigkeit Betroffene bekommen vom Staat seit 2009 keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr ausbezahlt. Ohne eine private Berufsunfähigkeitsversicherung stehen Berufsunfähige folglich finanziell vollkommen alleine da.

Leistungserweiterung möglich

Durch leistungserweiternde Klauseln können in der Versicherungspolice der Berufsunfähigkeitsversicherung sogenannte Leistungsausschlüsse wieder in den Versicherungsschutz inkludiert werden. So sind oftmals bestimmte Berufe oder gefährliche Sportarten nicht in den standardisierten Verträgen enthalten. Bekannte Leistungserweiterungen in den Policen der Berufsunfähigkeitsversicherung sind der Schutz bei strahlungsbedingten Erkrankungen, bei einer Tätigkeit als Arzt oder Beamter, bei Fluguntauglichkeit, Seedienstuntauglichkeit oder Infektionen speziell bei ärztlichen Berufsfeldern. Strahlenbedingte Erkrankungen sind im Normalfall nicht versicherbar.

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, durch einen bestimmten Zusatzbeitrag diese leistungserweiternden Bestimmungen ergänzend in den Versicherungsvertrag zu inkludieren. Damit all jene Risiken auch tatsächlich abgesichert werden, die einem wichtig sind, sollte ein umfassender Versicherungsvergleich vor Vertragsabschluss vorgenommen werden. Schließlich will ja wahrscheinlich jeder bestmöglichen Schutz genießen.

Eine Bedingungsanpassungsklausel ist für die Versicherten einer Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig, um im Bedarfsfall eine Anpassung des vertraglich vereinbarten Versicherungsschutzes vornehmen zu können.

Enthält eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine Bedingungsanpassungsklausel, muss sich das Unternehmen veränderten Lebensumständen eines Versicherungsnehmers anpassen. Denn die Bedingungsanpassungsklausel besagt, dass der Versicherte das Recht hat, auch lange nach Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung seinen Versicherungsschutz auszuweiten oder einzuschränken – und zwar ohne eine erneute Gesundheitsprüfung. Gründe für eine Nutzung der Bedingungsanpassungsklausel können Heirat, Familiengründung, Scheidung oder ein Berufswechsel sein.

Klausel verspricht Flexibilität

In Zeiten wechselnder Beschäftigungsverhältnisse sowie sich ständig ändernder privater Umstände gewinnt eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung immer mehr an Gewicht als Instrument der Altersvorsorge. Eine Bedingungsanpassungsklausel ist daher wichtig für jeden, der einen entsprechenden Versicherungsvertrag abschließt.

Denn es kann Jahre dauern, bis es notwendig wird, den Versicherungsschutz anzupassen – doch im Laufe der Zeit verschlechtert sich der Gesundheitszustand der meisten Menschen sukzessive. Da bei erneuter Gesundheitsprüfung aus diesem Grund erhöhte Beiträge die Konsequenz wären, sollte man von Anfang an die Gefahr einer erneuten Gesundheitsprüfung mit der Bedingungsanpassungsklausel ausschließen.

Wer einen finanziellen Engpass hat und seine Beiträge nicht mehr entrichten kann, riskiert den wertvollen Versicherungsschutz – es sei denn, es wurde eine Beitragsaussetzung vereinbart.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sind Zahlungsschwierigkeiten eingetreten, empfiehlt es sich, mit seiner Versicherung Kontakt aufzunehmen und nach Möglichkeiten zu fragen, wie der Versicherungsschutz dennoch aufrechterhalten werden kann.

Was ist eine Beitragsaussetzung?

Beiträge aussetzen kann man nur, solange der Leistungsfall noch nicht eingetreten ist. Die Möglichkeit zur Beitragsaussetzung ist bei den Versicherungsgesellschaften unterschiedlich geregelt, es kommt immer auf den individuellen Tarif an.

Eine Beitragsaussetzung ist grundsätzlich nur für einen befristeten Zeitraum möglich. Dieser beträgt in den meisten Fällen maximal 6 Monate. Teilweise ist es möglich, bis zu einem Jahr keine Beiträge zu zahlen. Man vereinbart mit seiner Versicherung schriftlich, die Beiträge für diesen Zeitraum zu stunden.

Eine Beitragsaussetzung bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kommt somit nur bei vorübergehenden finanziellen Schwierigkeiten wie bei Einkommenseinbußen durch kurzzeitige Arbeitslosigkeit infrage. Die Beschränkung auf bestimmte Ursachen, weshalb man Beiträge nicht fristgerecht begleichen kann, spielt jedoch in immer weniger Versicherungsbedingungen eine Rolle.

Welche Konsequenzen hat die Beitragsaussetzung für den Versicherungsschutz?

Je nach Anbieter ist eine Beitragsaussetzung mit der Unterbrechung des Versicherungsschutzes in dieser Phase und/oder mit einer Leistungskürzung bei der Berufsunfähigkeitsrente im Eintrittsfall einer Berufsunfähigkeit verbunden.

Am günstigsten für den Versicherungsnehmer sind Tarife, bei denen der reduzierte Leistungsumfang später wieder ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden kann. Dazu sind die Beiträge für den ausgesetzten Zeitraum nachzuzahlen, auf die Beiträge wird ein Zinszuschlag erhoben.

Selten sind Tarife, nach denen eine Beitragsaussetzung nicht möglich ist, so dass die private Berufsunfähigkeitsversicherung beendet und ein ungünstigerer Neuabschluss erforderlich wird. Grundsätzlich gibt es aber vor der Beitragsaussetzung noch die Alternative, Beiträge vorerst zu reduzieren.

Für Beamte ist innerhalb der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung die Inklusion der sogenannten ‚echten‘ Dienstunfähigkeitsklausel essenziell.

Wenn Beamte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, sollten sie auf die Inklusion der sogenannten ‚echten‘ Dienstunfähigkeitsklausel achten. Viele Gesellschaften haben diese ganz gestrichen oder durch eine ‚unechte‘ Dienstunfähigkeitsklausel ersetzt

Schutz bei allgemeiner Dienstunfähigkeit

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel innerhalb der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung schützt den Beamten, wenn er wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit in den Ruhestand oder in ein anderes Tätigkeitsfeld versetzt oder gänzlich entlassen wird – er ist dann berufsunfähig, die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente.

Sollte die Dienstunfähigkeitsklausel nur besagen, dass der Beamte wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt und damit vollständig berufsunfähig im Sinne der Definition der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung wird, handelt es sich um eine sogenannte unvollständige, unechte Dienstunfähigkeitsklausel. Diese schützt nur Beamte auf Lebenszeit, weil der Passus der möglichen Entlassung aus dem Beamtenverhältnis oder einer Versetzung fehlt, und die Basis die Berufsunfähigkeit darstellt, nicht die Dienstunfähigkeit nach Definition des Dienstherren.

Klausel genau prüfen

Wenn die Dienstunfähigkeitsklausel lediglich aussagt, dass der Beamte berufsunfähig wird, weil er vor Erreichen der Altersgrenze aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst ausscheidet – egal ob er entlassen oder versetzt wird, oder aber in den Ruhestand geht – handelt es sich um eine sogenannte unechte Dienstunfähigkeitsklausel.

Warum ist das so? Der Dienstherr kann den verbeamteten Mitarbeiter auch wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand schicken, wenn er noch über mehr als 50 % seiner Arbeitskraft verfügt – dann leistet die private Berufsunfähigkeitsversicherung nicht. Das könnte zum Beispiel bei körperlich aktiven Einsatzkräften geschehen. Mit dieser unechten Dienstunfähigkeitsklausel nutzt einem Beamten die private Berufsunfähigkeitsversicherung aber im speziellen Fall nicht viel – denn die Basis darf nicht die Berufsunfähigkeit darstellen, sondern eine vom Dienstherren attestierte Dienstunfähigkeit!

Ist die Dynamik-Klausel in der Versicherungspolice vereinbart, erhöht sich jedes Jahr die Höhe der vereinbarten Leistung der Versicherung bei Berufsunfähigkeit. Gleichzeitig steigt der Beitrag der Versicherungspolice in der Regel um 5 %.

Die meisten Versicherungspolicen der Berufsunfähigkeitsversicherung beinhalten die sogenannte Dynamik-Klausel. Dadurch soll in erster Linie die Inflation aufgefangen werden. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat in den meisten Fällen eine sehr lange Laufzeit. Da ist es schwer zu kalkulieren, ob die vereinbarte Versicherungssumme am Ende auch ausreicht. Mit der Möglichkeit der Anpassung in der Versicherungspolice werden die steigenden Lebenshaltungskosten berücksichtigt.

Aber auch neue Lebenssituationen wie ein neuer Job oder die Geburt eines Kindes erfordern eine höhere Versicherungssumme. Im Idealfall wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung in jungen Jahren abgeschlossen. Die Versicherten können dann häufig noch nicht so viel Geld in ihre Versicherung investieren. Die Dynamik-Klausel erlaubt es ihnen, mit einem geringen Beitrag anzufangen und den Beitrag sukzessive zu steigern.

Jährliche Anpassungen

Diese jährliche Anpassung kann der Versicherte individuell immer wieder neu regeln. Vor jeder Anpassung wird der Versicherte von seiner Versicherung informiert und kann der Erhöhung für das aktuelle Jahr zustimmen oder widersprechen. Die Dynamik-Klausel bleibt bestehen und die Anpassung findet dann erst im folgenden Jahr statt. Er kann aber auch die Dynamik-Klausel grundsätzlich aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung ausschließen, wenn er keine weiteren Anpassungen wünscht.

Wünscht er jedoch zu einem späteren Zeitpunkt den erneuten Einschluss der Dynamik-Klausel in seine Versicherungspolice, dann verlangen viele Versicherer dafür eine erneute Gesundheitsprüfung. Das gleiche gilt, wenn der Versicherte die Berufsunfähigkeitsversicherung zunächst ohne Dynamik-Klausel abgeschlossen hat und den Einschluss zu einem späteren Zeitpunkt wünscht.

Die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten unbedingt zum eigenen Beruf passen. Ein Pilot benötigt zum Beispiel auf jeden Fall eine Flugunfähigkeitsklausel.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte genau auf den Versicherungsnehmer zugeschnitten sein. Gerade Menschen mit sehr speziellen Berufen sollten daher darauf achten, dass ihre Versicherungspolice entsprechende Klauseln enthält, die einen solchen besonderen Beruf mit einschließen.

Wie zum Beispiel die Flugunfähigkeitsklausel bei Piloten. Diese besagt, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung auch dann greift, wenn eine Flugunfähigkeit vorliegt. Die Flugunfähigkeitsklausel stellt damit sicher, dass die finanzielle Sicherheit gegeben ist, auch wenn andere Berufe noch ausgeübt werden könnten.

Keine Verweisung auf andere Tätigkeit

Auf ähnliche Weise wie die Flugunfähigkeitsklausel bei Piloten wirkt die Klausel bezüglich des Lizenzverlustes bei einem Kapitän zur See. Wenn durch Krankheit oder einen Unfall der Lizenzverlust droht, würden die passenden Klauseln den Kapitän finanziell absichern – ganz ohne eine Verweisung. Ohne eine solche Klausel würde der Versicherte bei einem Lizenzverlust nicht als berufsunfähig gelten und müsste sich einen anderen Beruf suchen.

Die Nachversicherungsgarantie in der Berufsunfähigkeitsversicherung legt fest, dass der Versicherte die Versicherungssumme seines Vertrages ohne erneute Gesundheitsprüfung bis zu einer bestimmen Summe erhöhen darf.

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte der Versicherte auf die Klauseln zur Nachversicherungsgarantie achten. Diese machen dann Sinn, wenn im Leben des Versicherten ein besonderer Anlass eine Erhöhung der Versicherungssumme erfordert. Das kann eine Hochzeit sein, ein neuer Job, der Abschluss des Studiums oder die Geburt eines Kindes.
Ist die Nachversicherungsgarantie in den Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung vereinbart, darf der Versicherte die Versicherungssumme aber auch ohne einen besonderen Grund, und vor allem ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Hat der Vertrag die Nachversicherungsgarantie in seinen Klauseln nicht vereinbart, ist eine Erhöhung nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich. Das kann bedeuten, dass der Versicherungsnehmer für den Vertrag einen Risikozuschlag zahlen oder eine Ausschlussklausel vereinbaren muss.

Klauseln für junge Menschen

Die Nachversicherungsgarantie ist besonders für jüngere Versicherte wichtig. Denn in ihrem Leben ereignen sich oft Anlässe, die eine Änderung der Versicherungssumme erfordern. Bei Vertragsabschluss stellt die Gesundheitsprüfung bei jungen Menschen meistens noch keine Einschränkungen dar. Im fortgeschrittenen Alter kann sich eine erneute Gesundheitsprüfung jedoch negativ auf den Vertrag und die Beitragshöhe auswirken. Gerade junge Versicherte sollten daher die Nachversicherungsgarantie in die Versicherungspolice ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung inkludieren.

Eine gute private Berufsunfähigkeitsversicherung erkennt man an wichtigen Vertragsklauseln – dazu gehört die Klausel zur garantierten Rentensteigerung während der Auszahlungsphase.

Bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es für Versicherungsnehmer hauptsächlich auf die Leistungen an. In der Auszahlungsphase braucht der Versicherte eine ausreichende Rente, um eine Versorgungslücke aufgrund der Berufsunfähigkeit zuverlässig decken zu können.

Meist sind zwischen Vertragsabschluss und Leistungsfall etliche Jahre vergangen. Durch die Inflation erleidet der Berufsunfähigkeitsrentner einen Kaufkraftverlust, den er in die gewünschte Höhe der Berufsunfähigkeitsrente allerdings nicht eingerechnet hatte.

Die Inflation frisst somit sukzessive die Erträge der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung auf. Bereits nach 10 Jahren ist die Kaufkraft der Rente bei 3 % jährlicher Inflation nur noch etwa 75 % wert. Je länger die Vertragsdauer, desto wichtiger ist folglich die garantierte Rentensteigerung, die parallel zur Inflation die Rentenhöhe der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung schrittweise anhebt.

Die meisten Versicherungen gehen in ihrer Kalkulation von einer jährlichen Steigerungsrate der benötigten Berufsunfähigkeitsrente von 2 % bis 3 % aus, die die Inflation ausgleichen soll.

Rentensteigerung nicht immer garantiert

Einige private Berufsunfähigkeitsversicherungen bieten allerdings keine Klausel zur garantierten Rentensteigerung währen der Auszahlungsphase zum Inflationsausgleich an. Stattdessen wird mittels eines Bonussystems ausschließlich eine Steigerung aus den erwirtschafteten Überschüssen versprochen.

Dieses ist aber wahrlich keine garantierte Rentensteigerung, da die Überschüsse von den Kosten, den Anlageergebnissen und der Risikostruktur des Versicherungsunternehmens abhängen. Sie können schwanken und geringer sein als geplant.

Um optimalen Versicherungsschutz im Falle einer Berufsunfähigkeit zu haben, sollte die Klausel zur garantierten Rentensteigerung während der Auszahlungsphase in der Police enthalten sein.

Die rückwirkende Zahlung ist eine entscheidende Klausel in der Versicherungspolice einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Ob und in welchem Ausmaß die rückwirkende Zahlung in der Versicherungspolice als Klausel aufgenommen wurde, kann über das Wohl und Wehe des Versicherten beim Eintreten des Versicherungsfalles entscheiden.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird von den Betroffenen häufig spät in Anspruch genommen: Die Erkenntnis, tatsächlich nicht mehr arbeiten zu können, kommt oft spät. Eine Versorgungslücke ist bereits entstanden, da man zunächst nur an eine Arbeitsunfähigkeit glaubte. Um den Lebensstandard aufrecht zu erhalten, müssen Betroffene häufig Geld leihen. Zu spät wird oft erkannt, dass eine tatsächliche Berufsunfähigkeit vorliegt, bei der die Berufsunfähigkeitsversicherung in Leistung treten müsste.

Hat man in der Versicherungspolice nun die Klausel der rückwirkenden Zahlung inkludiert, kann man von der Berufsunfähigkeitsversicherung nachträgliche Leistungen verlangen für die Zeit, ab der man aufgrund der tatsächlich vorliegenden Berufsunfähigkeit kein Einkommen hatte, bis zu dem Zeitpunkt des Zahlungsbeginns der Berufsunfähigkeitsrente. So können entstandene Versorgungslücken durch nachträgliche Leistung der Versicherung beglichen werden.

Bis zu drei Jahre rückwirkende Leistungen

Die Klausel der rückwirkenden Zahlung bedeutet also konkret, dass der Versicherer dem Kunden im Falle einer zu spät gemeldeten Berufsunfähigkeit die vereinbarte monatliche Berufsunfähigkeitsrente rückwirkend ausbezahlen muss – für bis zu drei Jahre. Bei einer Rückerstattung der Leistungen von drei Jahren kann eine stattliche Summe in Höhe einer kleinen Eigentumswohnung zusammenkommen.

Diese Klausel ist folglich von großer Wichtigkeit, da zwischen dem Eintreten einer schweren Erkrankung und der tatsächlichen Anerkennung einer Berufsunfähigkeit einige Zeit verstreichen kann. Die rückwirkende Zahlung kann hier dem Kunden helfen, die erlittenen, finanziellen Verluste ausgleichen. Daher sollte man beim Abschluss einer Versicherungspolice also unbedingt auf die Inklusion der Klausel der rückwirkenden Zahlung achten.

Zu den bedeutendsten Klauseln im Versicherungsvertrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung gehört der Verzicht der Versicherung auf ihr Recht zur Beitragsanpassung.

Es kann mehrere Gründe für eine Beitragsanpassung geben, beispielsweise eine drohende Insolvenz des Versicherungsunternehmens aufgrund eines erhöhten Leistungsbedarfs wegen Massenepidemien (§ 173 VVG). Strittig ist, ob der Verzicht auf eine Beitragserhöhung in diesem Fall für den Kunden günstig ist. Er beschränkt sich jedoch auf genau festgelegte Extremfälle.

Gesundheitszustand ausschlaggebend

Ausschlaggebend für die Beitragshöhe ist der Gesundheitszustand des Kunden, ebenso das Alter, Vorerkrankungen, Geschlecht und der Umfang der gewählten Leistungen. Wurde beim Kunden eine Krankheit festgestellt, die dieser in den Antragsunterlagen nicht angegeben hat, so hat sich das Risiko für den Versicherer wesentlich erhöht (§ 19 VVG). Verletzt der Kunde somit seine Anzeigepflicht, dann kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten oder eine Beitragsanpassung vornehmen.

Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob der Versicherte zum Zeitpunkt der Gesundheitsprüfung unwahr oder unvollständig geantwortet hat – oder ob er schlicht nichts von einer Krankheit wusste, die später diagnostiziert wurde, bei der Gesundheitsprüfung bereits bestand und zur Berufsunfähigkeit geführt hat.

Nachteile für Versicherten ohne Klausel

Fehlt die Klausel zum Verzicht der Beitragsanpassung im Vertrag, dann büßt der Versicherungsnehmer seine finanzielle Absicherung im Fall der Vertragsverletzung ein oder er ist nicht mehr in der Lage, die erhöhten Beiträge zu bezahlen. Ist er jedoch schuldlos an dieser Situation, beispielsweise, weil er zum Antragszeitpunkt noch gar nichts von seiner Krankheit wusste, dann ist es für ihn ein großer Vorteil, wenn in seiner privaten Berufsunfähigkeitsversicherung eine solche Klausel steht.

Fazit: Der freiwillige Verzicht auf eine Klausel zur Beitragsanpassung bei schuldloser Verletzung der Anzeigenpflicht ist für den Kunden eine wesentliche Vertragsbedingung, denn er schließt höhere Beiträge im Schadensfall einer Berufsunfähigkeit aus und gewährleistet den vollen Versicherungsschutz. Neben anderen wichtigen Vertragsbedingungen wie der abstrakten Verweisung sollte jeder auf diese Klausel achten.

Das beste Angebot beinhaltet einen generellen Verzicht auf Beitragsanpassungen. So sind auch bei einem Berufswechsel oder aufgrund der neuerlichen Ausübung eines gefährlichen Hobbys Meldung und höhere Beiträge ausgeschlossen.

Wenn für eine Berufsunfähigkeitsversicherung weltweiter Versicherungsschutz vereinbart wurde, gilt das als leistungserweiternde Klausel.

Weltweiter Versicherungsschutz gilt als essenziell, denn kaum jemand verbringt sein Leben durchweg im Heimatland. Selbst wer sich nicht vorstellen kann, den Versicherungsschutz im Ausland zu benötigen, kann schneller als gedacht in die Situation gelangen im Ausland zu arbeiten. Auch Unfälle im Urlaub oder bei kurzzeitigem Besuch von Verwandten oder Freunden im Ausland können sich jederzeit ereignen, eine Berufsunfähigkeit kann die Folge sein. Dann ist weltweiter Versicherungsschutz höchst bedeutsam.

Manche Firmen versetzen ihre Mitarbeiter sehr oft und schnell über Ländergrenzen hinweg. Wenn ein weltweiter Versicherungsschutz durch die Berufsunfähigkeitsversicherung gewährleistet ist, spielt das keine Rolle. Der Versicherungsschutz bleibt dann auch erhalten, wenn die Grenze nur tageweise in grenznahen Gebieten überschritten wird.

Weltweiter Versicherungsschutz gibt Sicherheit

Das Problem bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kann sein, dass diese nicht „über Nacht“ abgeschlossen werden kann. Eine Tätigkeit, für die weltweiter Versicherungsschutz benötigt wird, kann jedoch tatsächlich von heute auf morgen angeboten werden. Wenn dann innerhalb der Berufsunfähigkeitsversicherung eine leistungserweiternde Klausel existiert, durch die weltweiter Versicherungsschutz gewährleistet wird, ist der Versicherungsnehmer mit der Berufsunfähigkeitsversicherung stets auf der sicheren Seite, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Eine zinslose Stundung auf Antrag wird gewährt, während geprüft wird, ob der Kunde der Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich berufsunfähig ist und folglich den zahlreichen Hürden und Klauseln zum Trotz die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen kann.

Es kann sich einige Zeit hinziehen, bis die verschiedenen Klauseln umschifft sind und abschließend geprüft wurde, ob die Berufsunfähigkeitsversicherung ihren Verpflichtungen nachzukommen hat. In dieser Zeit muss der Betroffene in der Regel seiner Beitragszahlung nachkommen, was nicht immer einfach ist: Kunden, die bereits seit längerer Zeit aufgrund der vorliegenden Berufsunfähigkeit nicht mehr arbeiten können, können häufig auch die Beitragszahlung nicht mehr leisten.

Beitragsfreistellung kann rückwirkend geleistet werden

Eine „zinslose Stundung auf Antrag“ bedeutet nun, dass der Kunde zunächst die Beitragszahlung einstellen darf. Die Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung besagen aber, dass die zinslose Stundung auf Antrag wieder aufgehoben wird, wenn bei der Prüfung der gemeldeten Berufsunfähigkeit festgestellt wurde, dass eine solche nicht tatsächlich vorliegt. Der Kunde muss daraufhin seine Beitragszahlung wieder aufnehmen und die durch die zinslose Stundung auf Antrag gewährte Beitragsbefreiung rückwirkend begleichen.

Allerdings werden durch die zinslose Stundung auf Antrag keine Zinsen für den Zeitraum fällig, in dem keine Beiträge bezahlt wurden.

Speziell für Selbstständige oder Freiberufler, die im Krankheitsfall häufig keine Lohnfortzahlung erwarten können, ist die für einen minimalen Aufschlag in die Versicherungspolice inkludierte zinslose Stundung auf Antrag erheblich günstiger als eine ansonsten drohende Überziehung des Kontos.

von Susanne Herrenbrück

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