Berufsunfähigkeit

Beitragsaussetzung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer einen finanziellen Engpass hat und seine Beiträge nicht mehr entrichten kann, riskiert den wertvollen Versicherungsschutz - es sei denn, es wurde eine Beitragsaussetzung vereinbart.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sind Zahlungsschwierigkeiten eingetreten, empfiehlt es sich, mit seiner Versicherung Kontakt aufzunehmen und nach Möglichkeiten zu fragen, wie der Versicherungsschutz dennoch aufrechterhalten werden kann.

Was ist eine Beitragsaussetzung?

Beiträge aussetzen kann man nur, solange der Leistungsfall noch nicht eingetreten ist. Die Möglichkeit zur Beitragsaussetzung ist bei den Versicherungsgesellschaften unterschiedlich geregelt, es kommt immer auf den individuellen Tarif an.

Eine Beitragsaussetzung ist grundsätzlich nur für einen befristeten Zeitraum möglich. Dieser beträgt in den meisten Fällen maximal 6 Monate. Teilweise ist es möglich, bis zu einem Jahr keine Beiträge zu zahlen. Man vereinbart mit seiner Versicherung schriftlich, die Beiträge für diesen Zeitraum zu stunden.

Eine Beitragsaussetzung bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kommt somit nur bei vorübergehenden finanziellen Schwierigkeiten wie bei Einkommenseinbußen durch kurzzeitige Arbeitslosigkeit infrage. Die Beschränkung auf bestimmte Ursachen, weshalb man Beiträge nicht fristgerecht begleichen kann, spielt jedoch in immer weniger Versicherungsbedingungen eine Rolle.

Welche Konsequenzen hat die Beitragsaussetzung für den Versicherungsschutz?

Je nach Anbieter ist eine Beitragsaussetzung mit der Unterbrechung des Versicherungsschutzes in dieser Phase und/oder mit einer Leistungskürzung bei der Berufsunfähigkeitsrente im Eintrittsfall einer Berufsunfähigkeit verbunden.

Am günstigsten für den Versicherungsnehmer sind Tarife, bei denen der reduzierte Leistungsumfang später wieder ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden kann. Dazu sind die Beiträge für den ausgesetzten Zeitraum nachzuzahlen, auf die Beiträge wird ein Zinszuschlag erhoben.

Selten sind Tarife, nach denen eine Beitragsaussetzung nicht möglich ist, so dass die private Berufsunfähigkeitsversicherung beendet und ein ungünstigerer Neuabschluss erforderlich wird. Grundsätzlich gibt es aber vor der Beitragsaussetzung noch die Alternative, Beiträge vorerst zu reduzieren.

Autor
Susanne Herrenbrück
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