Berufsunfähigkeit

Was bedeutet moralisches Risiko bei Versicherungen?

Der Begriff "moralisches Risiko" beschreibt den Umstand, dass mit Abschluss einer Versicherung eine Verhaltensänderung des Kunden verbunden sein kann.

Während sich unversicherte Kunden nämlich typischerweise risikoavers verhalten, kann ihr Verhalten nach Abschluss einer Versicherung risikoneutral bis risikofreudig werden. Dieses subjektive Risiko, dass das Versicherungsunternehmen beim Versicherungsabschluss trägt, wird moralisches Risiko genannt.

Dabei ist moralisches Risiko nicht für alle Versicherungen in gleichem Maß relevant: Unfall-, Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherungen sind genauso wie Kranken- und Pflegeversicherungen stärker von moralischem Risiko betroffen. Hier ist der Schaden in besonderem Maß vom Verhalten des Kunden, seinem Umgang mit einer Erkrankung oder einem Unfall abhängig.

Beispiel: Die Einkaufsschutz-Versicherung

Bei der Markteinführung der damals kostenfreien Einkaufsschutz-Versicherung eines führenden Kreditkartenanbieters waren die Kunden begeistert. Bis zu 90 Tage waren die Einkäufe gegen Diebstahl und unbeabsichtigte Beschädigung versichert. Die Folge war nicht nur ein sichereres Gefühl bei den Kreditkarteninhabern, sondern auch ein höheres moralisches Risiko: Viele hochwertigen Kameras und Computer wurden den Versicherungen als gestohlen gemeldet. Übrigens wesentlich mehr als die normale Wahrscheinlichkeitsrechnung der Versicherungen oder die üblichen Quoten in der Kriminalstatistik vorausgesagt hatten.

Das gestiegene moralische Risiko führte dazu, dass Kreditkartenanbieter eine Höchstgrenze pro Schadensfall oder Jahr eingeführt haben oder diese Serviceleistung nicht mehr oder nur noch einem ausgewählten Kundenkreis anbieten.

Beispiel: Berufsunfähigkeitsversicherung

Kürzlich sorgte ein Fall für Schlagzeilen, bei dem zwei Polizisten angegeben hatten, in einen Hinterhalt gelockt und mit Eisenstangen traktiert worden zu sein. Im Ergebnis ergaben sich Widersprüche in den Aussagen der beiden angeblich Betroffenen und damit entstanden auch Zweifel bei den Versicherungen. Der Versicherungsbetrug flog schließlich auf.

Nach aktuellen Berichten hat dies dazu geführt, dass der entsprechende Versicherungstarif, der eine Einmalzahlung von 2.000,- € pro Schadensfall vorsieht, von der auf Polizisten und Feuerwehrleute spezialisierten Versicherung gar nicht mehr angeboten wird.


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Autor
Johanna Schödel
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