Autor: Gerrit Wustmann

Gerrit Wustmann hat Orientalistik, Geschichte und Politologie in Köln und Bonn studiert. Er ist freier Schriftsteller und Journalist, lebt in Köln und Istanbul und arbeitet für Verlage, Redaktionen, Agenturen. Seit Frühjahr 2013 ist er im Team von Qmedia. Bei BBX möchte er dem Endverbraucher klare Orientierung im Informationsdschungel bieten.

Ist Sitzen das neue Rauchen?

Bei der Arbeit, in der Bahn oder im Auto, beim Fernsehen und vor dem Rechner: Stolze 7,5 Stunden am Tag verbringt der Deutsche im Sitzen. Die Amerikaner sind mit 13 Stunden noch bewegungsfauler. Für Sport und Spaziergänge bleibt nicht mehr viel Zeit übrig: Wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse ergab, bewegen sich rund zwei Drittel der Deutschen weniger als eine Stunde am Tag. Und das ist ein ernsthaftes Problem. In letzten zwanzig Jahren hat sich das Sitzen zu einem gefährlich verbreiteten Lebensstil entwickelt, der laut WHO die viertgrößte der vermeidbaren Sterbeursachen ist – mit über drei Millionen Todesfällen im Jahr.

Gefahren durch Bewegungsmangel

Was macht den Bewegungsmangel so gefährlich? Gegen eine entspannte Sitzhaltung ist per se nichts einzuwenden. Das eigentliche Problem ist das Dauersitzen – der Körper ist schlicht nicht darauf optimiert. Unsere Steinzeit-Vorfahren haben den Großteil des Tages mit Bewegung verbracht: Tiere jagen und vor ihnen weglaufen, im Boden und auf Büschen nach Nahrung suchen, eigenes Gemüse anbauen.

„Steinzeitmenschen sind täglich zwischen 20 und 30 Kilometer gegangen“, sagt der Sportwissenschaftler und DFB-Trainer Pedro Gonzalez. „Zum Vergleich: Der Durchschnittsdeutsche legt am Tag gerade einmal 800 Meter zurück. Das ist viel zu wenig für unser Herz-Kreislauf-System.“ Erst durch regelmäßige Bewegung können physiologische Prozesse optimal in Gang kommen.

Das Dauersitzen wirkt sich negativ auf unseren Kreislauf aus, der Stoffwechsel verlangsamt sich, sodass die Zellen nicht genug mit Sauerstoff und Vitaminen versorgt werden. Die Gefäße verkalken schneller, das Herz bekommt nicht genug Training und die inneren Organe werden schlechter durchblutet. Vor allem die Atmungs- und die Verdauungsorgane leiden, weil sie in der ungünstigen Position eingeklemmt werden. Aber auch Muskeln bauen ab, was oft Rückenbeschwerden mit sich bringt. Die Bauchmuskulatur erschlafft, was zu einer höheren Bandscheibenbelastung, Verspannungen und Kopfschmerzen führen kann. Das kann Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Laut einer britischen Studie, erhöhen sechs Stunden Dauersitzen das Risiko, in den nächsten 15 Jahren zu sterben, um fast 40 Prozent. Auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken, steigt um unfassbare 90 Prozent.

Eine Stunde Bewegung pro Tag kann helfen

Kurz: Das Sitzen im Dauerzustand ist eine der schlimmsten Sachen, die man seinem Körper antun kann. Jedoch können moderne Büromenschen nicht ums Sitzen herumkommen. Was also tun? Das Naheliegendste wäre: Freizeitsport. Eine Stunde Bewegung am Tag reiche aus, um acht Stunden Sitzen aufzuwiegen, behaupten die Forscher der Norwegian Schoool of Sport Sciences. Sie haben die Daten von mehr als einer Million Menschen weltweit untersucht. Andere Forschungsergebnisse wie die der britischen EPIC-Studie zeigen allerdings, dass sogar Menschen, die regelmäßig Sport treiben, die negativen Folgen des Dauersitzens nicht kompensieren können. Manche Wissenschaftler vermuten sogar, dass viele kurze Bewegungspausen gesünder sind als regelmäßiger Sport. Wie viel Sitzen am Stück unbedenklich ist, ist bislang nicht klar und wird gerade an der Deutschen Sporthochschule in Köln erforscht – momentan gehen die Wissenschaftler von ungefähr zwei Stunden aus.

Länger als zwei Stunden am Tag sollte man nicht sitzen

Wie viel Bewegung brauchen wir also? Laut Pedro Gonzalez können uns eine bis anderthalb Stunden Bewegung täglich zusätzliche 20 Jahre schenken. Ungefähr sieben bis zehn Kilometer wären optimal. Die gute Nachricht für Sportmuffel ist, dass es nicht anstrengend werden muss: „Kein Leistungssport, sondern normales Gehen, Wandern, Gartenarbeit, Hund ausführen“, sagt Gonzalez.

Das lässt sich meist ohne viele Probleme in den Alltag integrieren: Etwa indem man einen Teil der Strecke zur Arbeit zu Fuß geht, statt das Auto oder die Bahn zu nehmen, in der Mittagspause einmal um den Block spazieren geht und nach Feierabend einen Spaziergang einbaut. Die Forscher der Deutschen Sporthochschule in Köln empfehlen, auf Fahrstühle zu verzichten und stattdessen immer die Treppe zu nehmen. Und auch im Büro können wir dem Dauersitzen entgegenwirken, indem wir mindestens einmal die Stunde für ein paar Minuten aufstehen und uns bewegen.

Statt dem Kollegen eine Mail zu schreiben, könnten wir ihn am Schreibtisch besuchen. Meetings lassen sich oft auch im Stehen oder sogar im Gehen durchführen. Viel trinken kann ebenfalls helfen: Dann muss man zwangsläufig öfter aufstehen. Wer mag, kann auch probieren, im Stehen zu arbeiten, jedoch Vorsicht: Auch da sollte man es nicht übertreiben und öfter die Position wechseln.

Streik bei der Bahn: Na endlich!

Ich habe eine Woche voller Termine vor mir. Um rechtzeitig zu diesen Terminen zu kommen bin ich auf die Bahn angewiesen, sowohl auf den Nah- als auch auf den Fernverkehr. Auf Verspätungen bin ich eingestellt. Durch das jahrelange Missmanagement auf der Führungsebene liegt die Pünktlichkeit derzeit offiziell bei nur noch 73,9 Prozent. Rechnet man weniger großzügig als es die PR-Abteilung der Bahn tut, kommt man auf eine noch deutlich schlechtere Quote. Es ist ein Armutszeugnis. Ausgetragen wird das auf dem Rücken der Kunden und der Beschäftigten.

Eisenbahner fordern 7,5 Prozent mehr Lohn

Nun kündigt die Gewerkschaft der Eisenbahner einen Streik für Montagmorgen an. Wahrscheinlich werde ich aufs Taxi ausweichen müssen, zur Sicherheit teile ich trotzdem allen Beteiligten mit, dass ich mich möglicherweise verspäte. Ich ärgere mich – allerdings nicht über die Gewerkschaft oder die Bahnmitarbeiter, die 7,5 Prozent mehr Lohn fordern, während ihr Arbeitgeber ihnen 5,1 Prozent über eine Laufzeit von 29 Monaten anbietet – also kaum einen Inflationsausgleich.

Nein, ich ärgere mich über die Versager, die dieses Unternehmen führen, die jährlich beträchtliche Boni einsacken für die lausige Arbeit, die sie abliefern, während sie bei jenen, die die eigentliche Arbeit machen, die Kosten zu drücken versuchen. Bei jenen, die ohnehin heillos unterbesetzt sind, weil das Personal in den letzten Jahren immer das erste war, woran gespart wurde.

Und was ärgert mich noch mehr? Dass im Netz, in den Kommentarspalten und den sozialen Medien auf die Falschen eingedroschen wird – nämlich auf die Streikenden. Dabei gibt es in Deutschland nicht zu viele, sondern zu wenige Streiks. Nicht zuletzt, weil die meisten Großunternehmen es geschafft haben, Mitarbeitervertretungen entweder ganz zu unterbinden, ins Abseits zu drängen oder einzuhegen und handzahm zu machen. Das Land debattiert über Ungleichheit, die wachsende Lohn-Unterschicht, Altersarmut und Mindestlöhne. Aber sobald jemand das Heft in die Hand nimmt, um etwas an diesen Missständen zu ändern ist ihm der Groll der Allgemeinheit sicher. Denn die ist zwar theoretisch für mehr Gerechtigkeit, will dabei aber auf gar keinen Fall nass gemacht werden. Noch so ein Trauerspiel. Aber eines, das zeigt, wie gut die Mechanismen des durchkapitalisierten Marktes greifen.

Die Bahn kann sich höhere Löhne leisten

Fakt ist: Die meisten Unternehmen in diesem Land können es sich problemlos leisten, ordentliche Löhne zu zahlen und die Löhne um mehr als nur den Inflationsausgleich wachsen zu lassen. Die Gewinne der Wirtschaft kennen seit Jahren nur den Aufwärtstrend. Ein maßgeblicher Grund dafür sind neben den optimalen Bedingungen der Binnen- und Außenwirtschaft auch die Schwächen der Arbeitnehmervertretungen und die Bequemlichkeit der Endkunden, die sich um die Verhältnisse der Arbeitnehmer nicht scheren, solange es ihnen selbst einigermaßen gut geht. Anstatt sich solidarisch zu zeigen brodelt der Neidkomplex, sobald es jemandem gelingt, etwas für sich zu erkämpfen.

In diesem Sinne: Egal, ob ich morgen pünktlich ans Ziel komme oder nicht, ich drücke den Eisenbahnern die Daumen, dass sie ihre Forderungen durchsetzen können – und dass sie sich von Missgunst, Nörglern und Miesepetern in der ersten und zweiten Klasse nicht den Tag versauen lassen!

Werden 2019 mehr Rentner steuerpflichtig?

Für das kommende Jahr geht die Deutsche Rentenversicherung von einer Rentensteigerung von rund drei Prozent aus. Eine gute Nachricht für alle Rentner, die fortan mehr Geld in der Tasche haben. Die Linkspartei weist allerdings darauf hin, dass durch die Erhöhung rund 48.000 Rentner dadurch steuerpflichtig würden – eine Information, die rasch in den Medien die Runde machte und in den Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter für beträchtliche Aufregung sorgt.

Viele Bürger empfinden es als ungerecht, dass nun vermeintlich noch mehr Rentner ihre ohnehin karge Rente versteuern müssen, andere fordern, Renten müssten generell steuerfrei sein. Was ist dran an diesem Aufregerthema?

Alle Rentner sind steuerpflichtig

Nun, nicht viel. Denn schon die Behauptung, 48.000 Rentner würden fortan steuerpflichtig, ist irreführend. Grundsätzlich sind durch die nachgelagerte Besteuerung alle Rentner in Deutschland steuerpflichtig. Bei den 48.000 handelt es sich lediglich um jene, die mit der Erhöhung 2019 voraussichtlich erstmals eine Rente oberhalb des Grundfreibetrags erhalten werden. Und erst ab diesem Punkt werden auf Einkommen Steuern erhoben.

Der Grundfreibetrag liegt aktuell bei 9000 Euro pro Jahr. Dieser Einkommensbetrag, egal ob aus Arbeit oder Renten, ist steuerfrei. Darüber fällt der Eingangssteuersatz von derzeit 14 Prozent an. Das heißt: Wessen Einkommen höher als 9000 Euro im Jahr ist, der muss jeden über 9000 Euro hinausgehenden Euro mit 14 Prozent versteuern. Wer also im Jahr 9100 Euro Rente erhält, muss theoretisch 14 Euro Steuern zahlen. Aber wirklich nur theoretisch.

Faktisch werden die 48.000 Rentner, die erstmals den Grundfreibetrag übersteigen, weiterhin keine Steuern zahlen müssen. Denn sie können zahlreiche Posten, darunter Krankenversicherungsbeiträge und Teile der Mietnebenkosten, steuerlich geltend machen. Unterm Strich wird ihnen die komplette Rentenerhöhung von rund drei Prozent zugute kommen, ohne dass sie weitere Abzüge befürchten müssen. Aber selbst wenn sie Steuern abführen müssten, hätten sie mehr Geld in der Tasche als ohne die Rentenerhöhung.

Aber weshalb sind Renten eigentlich steuerpflichtig? Ist das nicht ungerecht?

Dahinter steckt die so genannte nachgelagerte Besteuerung. Das heißt: Während des Arbeitslebens können die Sozialversicherungsbeiträge steuermindernd gelten gemacht werden. Sie mindern die Steuerlast der Arbeitnehmer beträchtlich. Im Gegenzug müssen Renteneinnahmen versteuert werden. Die Alternative wäre, die vorgelagerte Besteuerung wieder einzuführen. Dann wären Renten steuerfrei. Stattdessen müssten aber Arbeitnehmer wieder höhere Steuern zahlen, eben weil sie ihre Rentenbeiträge nicht mehr steuermindernd ansetzen können. Und dann würden jene, die sich jetzt über die Rentenbesteuerung aufregen, über die hohen Steuern auf Arbeit schimpfen.

Urlaub: Reise-Mängel nach der Frankfurter Tabelle

Wenn der Urlaub nicht so läuft wie geplant und erhofft, weil der Reiseanbieter seine Versprechen nicht hält, dann sind Ärger und Frust vorprogrammiert. Allerdings muss es gar nicht zum Totalausfall kommen, damit man Anspruch auf Teilerstattung des Reisepreises hat. Schon kleinere Mängel können solch einen Anspruch begründen.

Frankfurter Tabelle gibt Orientierung

Orientierung hierbei bietet die jährlich aktualisierte Frankfurter Tabelle. In sie fließen regelmäßig neue Urteile ein, die sich mit Reisemängeln befassen und zeigen, in welcher Höhe Gerichte Erstattungen bewilligt haben, wenn Betroffene gegen ihren Reiseanbieter geklagt haben. Zu beachten ist dabei, dass die Frankfurter Tabelle keine definitiven oder rechtsverbindlichen Werte präsentiert, sondern nur eine grobe Einordnung. Schließlich unterscheiden sich alle Fälle in Ausmaß, Ausprägung und Umständen individuell.

Die Frankfurter Tabelle ist also in keiner Weise verbindlich. Trotzdem ist sie für Reisende, die einen Mangel gelten machen möchten, hilfreich. Denn sie zeigt, welche Erstattungshöhe bei einem Gerichtsprozess ungefähr zu erwarten ist. Reisende haben also die Option, mit Verweis auf die Frankfurter Tabelle und unter Darlegung und Nachweis des Mangels, bei ihrem Reiseveranstalter eine Erstattung einzufordern. Sollte dies erfolglos verlaufen ist je nach zu erwartender Erstattungshöhe auch der Rechtsweg denkbar.

Welche Erstattungen finden sich in der Frankfurter Tabelle?

Mancher mag erstaunt sein über die möglichen Gründe und die zu erwartende Höhe von Erstattungen. So kann es durchaus mal passieren, dass bei einer Hotelbuchung ein Fehler passiert und man zum Beispiel ein Doppel- anstelle eines Einzelzimmers erhält oder dass man in einer anderen als der gebuchten Räumlichkeit untergebracht wird. Hier kann man mit einer Erstattung von bis zu 25% rechnen. Dasselbe gilt, wenn es im Hotelzimmer selbst kein Bad gibt, obwohl das bei der Buchung versprochen war.

Und auch Lärm am Tag (zum Beispiel durch Baustellen) kann eine Erstattung von bis zu 25% begründen. Nachts gibt es, wenn man aufgrund von Lärm kein Auge zu bekommt, sogar bis zu 40%. Und der Klassiker, das Ungeziefer, kann, wenn es sich um sehr störenden Befall handelt, sogar bis zu 50% Erstattung bringen. Dieselbe Höhe darf man erwarten, wenn eine zuvor versprochene Verpflegung, etwa im Hotelrestaurant, entfällt, und man sich anderweitig mit Lebensmitteln versorgen muss.

Jede Abweichung von dem, was bei der Buchung angekündigt bzw. versprochen war, stellt einen Reisemangel dar. Schon bei Kleinigkeiten sind in der Regel bis zu 5% Erstattung möglich.

2019 steigen Rente und Mindestlohn

Die SPD arbeitet sichtlich bemüht daran, ihr verloren gegangenes sozialdemokratisches Profil zu schärfen. Im Jahr 2019 sollen Geringverdiener mehr in der Tasche haben, ebenso Rentner und Familien. Ob das beschlossene Maßnahmenpakt nachhaltig ist, muss sich aber erst noch zeigen.

Mindestlohn steigt 2019 auf 9,19 Euro

Der gesetzliche Mindestlohn, der aktuell bei 8,84 Euro brutto pro Stunde liegt, steigt zum Jahreswechsel 2019 auf 9,19 Euro. Wer Vollzeit arbeitet, erhält damit einen Brutto-Monatslohn von 1470,40 Euro. Geringverdiener werden damit zwar minimal bessergestellt. Allerdings führt ein Mindestlohn in dieser Höhe nach wie vor direkt in die Altersarmut. Der volle 45 Jahre zum Mindestlohn arbeitet, dessen Rentenanspruch liegt unter dem Existenzminimum und muss mit Transferleistungen aufgestockt werden. Kritiker – auch innerhalb der Bundesregierung – fordern daher eine deutliche Anhebung des Mindestlohns. Für eine Rente oberhalb der Grundsicherung müsste er aktuell bei rund 12 Euro liegen.

Um das andere Ende des Problems kümmert sich die Bundesregierung mit dem nun beschlossenen Rentenpaket. Bis 2025 soll die Mindesthöhe der gesetzlichen Rente bei 48 Prozent des letzten durchschnittlichen Bruttolohns liegen. Da die CDU sich für die Finanzierung strikt gegen Steuererhöhungen sperrt, ist davon auszugehen, dass der Rentenbeitrag von aktuell 18,6 auf bis zu 20 Prozent steigen könnte. Das würde eine massive Zusatzbelastung für Arbeitnehmer bedeuten.

Für Geringverdiener soll die Belastung durch hohe Sozialabgaben bereits 2019 entschärft werden. Dann sollen erst ab einem Einkommen von 1300 Euro (anstatt 850 wie bislang) die vollen Abgabensätze fällig werden. Und auch steuerlich sollen Menschen am unteren Ende der Einkommenskala entlastet werden, indem geplant ist, den Grundfreibetrag in mehreren Schritten von aktuell 9000 auf rund 9400 Euro im Jahr anzuheben. Steuern müssen erst auf das Einkommen oberhalb dieses Betrags entrichtet werden.

Mehr Rente auch für Geringverdiener?

Beschlossen ist außerdem, dass die Mütterrente für Frauen, deren Kinder vor dem Jahr 1992 geboren wurden, um 0,5 Prozentpunkte steigen soll. Die Deutsche Rentenversicherung geht außerdem aktuell von einer Steigerung der Renten insgesamt um ca. drei Prozent im Laufe des Jahres 2019 aus.

Die SPD will allerdings noch deutlich weiter gehen. So forderte Sigmar Gabriel im November die Einführung einer Mindestrente, wie es sie auch in zahlreichen unserer Nachbarländer gibt. Ob diese Unterstützung für Geringverdiener aus Steuern oder höheren Sozialabgaben finanziert werden soll, ist allerdings noch unklar. Die CDU mauert generell gegen neue soziale Wohltaten. Finanzierungsmodelle wie eine Bürgerversicherung oder eine Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze liegen nach wie vor nicht auf dem Tisch.

Arbeitsrecht: Welche Regeln gelten für den Urlaub?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub. Wie lang dieser Urlaub mindestens sein muss hängt davon ab, wie lange der betreffende Arbeitnehmer arbeitet.
Das Gesetz sieht im höchsten Fall 24 Urlaubstage vor – für einen Arbeitnehmer, der in Vollzeit an sechs Tagen in der Woche arbeitet. Aber auch ein Minijobber hat Anspruch auf Urlaub.

Jeder Arbeitnehmer hat gesetzlichen Anspruch auf Urlaub

Im gesetzlichen Urlaub hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung. Arbeitsverträge, in denen Urlaubsansprüche als mit dem normalen Gehalt abgegolten festgelegt sind, verstoßen in der Regel gegen das Arbeitsrecht. Das wird besonders bei Minijobbern angewendet, nach dem Motto: Nur wenn man arbeitet, gibt es auch Gehalt. Solchen Regelungen im Arbeitsvertrag sollte man von Anfang an deutlich widersprechen bzw. nicht unterzeichnen. Denn als Arbeitnehmer tut mn sich damit keinen Gefallen.

Wann genau man Urlaub nehmen kann, muss in Absprache mit dem Arbeitgeber geklärt werden. Dieser wiederum muss Rücksicht auf den Arbeitnehmer nehmen – hat dieser zum Beispiel Kinder, muss er die Möglichkeit haben, seinen Urlaub während der Schulferien zu nehmen. Auch über den gesetzlichen Anspruch hinaus kann weiterer Urlaub gewährt werden. Inwiefern das möglich ist und ob dieser Urlaub bezahlt oder unbezahlt ist, ist Verhandlungssache zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

In Notlagen muss der Arbeitgeber Sonderurlaub gewähren

Der Arbeitgeber hat, außer in Notlagen, nicht das Recht, den Urlaub des Arbeitnehmers einfach zu streichen. Eine Verschiebung des Urlaubs muss grundsätzlich mit dem Arbeitnehmer vereinbart werden. Der genaue Zeitraum des Urlaubs muss vorab angemeldet und vom Arbeitgeber genehmigt werden. Wer den Urlaub nicht abklärt, riskiert eine Abmahnung und im wiederholten Fall sogar die Kündigung. Am Jahresende oder wenn man aus einem Unternehmen ausscheidet, kann man sich noch bestehende Urlaubsansprüche in Form von Gehalt auszahlen lassen.

Zusätzlich zum gesetzlichen Urlaubsanspruch kann in bestimmten Fällen Sonderurlaub gewährt werden. Dafür braucht es triftige Gründe. Zum Beispiel ein Todesfall oder die schwere Erkrankung eines nahen Angehörigen. In solchen Fällen darf ein Urlaubsgesuch nicht verweigert werden. Im Urlaub selbst gilt außerdem, dass diese Zeit der Erholung des Arbeitnehmers dienen soll. Der Chef kann also nicht verlangen, dass man im Urlaub seine Mails liest oder telefonisch erreichbar ist.

Für Angehörige eines verstorbenen Arbeitnehmers ist außerdem interessant, dass Urlaubsanspruch vererbt wird. Das heißt: Wenn der Verstorbene im Jahr seines Todes noch Urlaubsanspruch hatte, dann können die Erben vom ehemaligen Arbeitgeber die Auszahlung dieses Urlaubs verlangen. Das wurde in einer Reihe von Präzedenzfällen festgestellt.

Arbeitsrecht: Was darf der Chef von mir verlangen?

Internet im Büro
Viele Arbeitnehmer nutzen das Internet im Büro hin und wieder auch für private Angelegenheiten und finden das völlig ok. Aber ist es auch erlaubt? Es kommt drauf an. Und zwar konkret auf das, was im Arbeitsvertrag oder auch den im Büro festgelegten Regeln steht. Ist dort die private Internetnutzung untersagt, so muss man sich dran halten. Sonst riskiert man eine Abmahnung. Im Zweifelsfall: Den Chef oder Vorgesetzten fragen.

Mobiles Internet im Büro
Und was ist, wenn man private Internet-Angelegenheiten nicht am Arbeitsrechner, sondern am privaten Smartphone erledigt? Das wiederum kann der Chef nur verbieten, wenn es Überhand nimmt. Sofern man solche Aktivitäten aber nicht übertreibt und sie auf die Pausenzeiten beschränkt, sollte es kein Problem geben.

Darf der Chef private Post verbieten?

Darf ich über mein Gehalt sprechen?
Über Geld redet man in Deutschland nicht. Aber was ist, wenn ein Kollege oder Freund wissen möchte, was ich verdiene – darf ich es verraten? Die Antwort lautet eindeutig: Ja! Zwar gibt es in manchen Arbeitsverträgen Klauseln, die es Arbeitnehmern verbieten, über ihr Gehalt zu sprechen, doch diese sind rechtlich unwirksam.

Darf ich private Post an die Büro-Adresse liefern lassen?
Die Paketpost kommt meist tagsüber. Viele Menschen lassen sich daher auch private Post ins Büro liefern. Aber ist das erlaubt? Das kommt drauf an, was der Chef sagt. In der Regel wird er nichts dagegen haben. Aber wenn er es verbietet, dann muss man sich daran auch halten.

Darf der Chef mir die Pause verbieten?
Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitnehmer gezwungen werden, ohne Pause durchzuarbeiten, oft auch, weil sie allein den Laden schmeißen müssen. In Einzelhandel und Gastronomie keine Seltenheit. Aber darf der Chef mir die Pausen verbieten? Klarer Fall: Nein, darf er nicht! Das ist ein eklatanter Verstoß gegen das Arbeitsrecht, und man sollte sich umgehend dagegen wehren!

Darf der Chef meinen Urlaub streichen?
Im Unternehmen ist viel los und der Chef will, dass man weiter im Betrieb bleibt. Also streicht er einfach den bereits genehmigten Urlaub. Darf er das? Noch ein klarer Fall: Nein, darf er nicht. Der Urlaub ist wichtig für die Erholung. Der Chef darf allenfalls darum bitten, dass man den Urlaub verschiebt.

Nicht alles, was im Arbeitsvertrag steht, ist rechtens

Darf der Chef mich im Urlaub stören?
Immer mehr Arbeitnehmer sind auch am Wochenende und im Urlaub für ihren Chef erreichbar. Aber darf der mich überhaupt anrufen, wenn ich frei habe? Auch hier ist die Regel klar: Nein, darf er nicht. Auch dann nicht, wenn es im Arbeitsvertrag steht. Solche Regelungen sind rechtswidrig. Beste Lösung: Das Handy nach Feierabend einfach abschalten.

Bin ich verpflichtet, Überstunden zu machen?
Im Schnitt macht jeder deutsche Arbeitnehmer vier Überstunden pro Woche. Und das ist grundsätzlich erlaubt. Ob diese Überstunden bezahlt werden, regelt der Arbeitsvertrag. Allerdings mit Einschränkung: Grundsätzlich darf man nicht dauerhaft mehr als zehn Stunden pro Tag arbeiten, denn das wäre ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz. Der Arbeitgeber darf auch nicht verlangen, dass man vor und nach der Kernarbeitszeit im Büro ist, ohne dass diese Zeit erfasst wird.

Immer Ärger … mit dem Tarifdschungel im Nahverkehr

Ob eine Fahrt mit Bus, Straßenbahn oder S-Bahn erträglich oder grauenvoll ist, hängt in erster Linie von der Fahrtzeit ab. Vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag ist es meist ganz ok. Aber frühmorgendlicher Berufsverkehr ist für Masochisten reserviert, nur übertroffen vom späten Freitag- oder Samstagabend – oder auch von Nachmittagen, an denen man erst unterwegs merkt, dass gerade wieder ein Fußballspiel stattfindet…

Das Tarifsystem aus der Hölle

Wenn mich jemand fragt, was ich an meinem Beruf mag und warum ich die Selbständigkeit einem Angestelltendasein vorziehe, kann ich einen ganzen Katalog an Gründen zitieren. Ein sehr zentraler Aspekt: Die freie Zeiteinteilung. Ich entscheide selbst, wann ich mich in die Untiefen des öffentlichen Nahverkehrs begebe. Ein Auto habe ich nicht, nichtmal einen Führerschein. Wozu auch? Im Notfall nehme ich eben ein Taxi.

Aber es gibt etwas, das noch schlimmer ist als besoffene oder ungewaschene oder ungehobelte oder auf sonst eine Art unerträgliche Mitreisende: Das Tarifsystem. Ich meine – wer zum Teufel denkt sich sowas aus? Schon in meiner Heimatstadt blicke ich kaum durch. Ich will zu einer bestimmten Haltestelle fahren. Aber am Ticketautomaten kann ich nur Tarifzonen eingeben. Woher zum Geier soll ich wissen, in welcher Tarifzone sich mein Ziel befindet? Und warum sollte ich wertvolle Lebenszeit damit verschwenden, es herauszufinden? Zumal es mir auch nichts bringen würde. Denn sobald ich in einer anderen Stadt bin müsste ich wieder bei Null anfangen, da dort ein anderes Tarifsystem herrscht. Und wenn ich schon deppert darüber werde, was sollen dann Touristen machen?

In der Regel gehe ich den Weg des geringsten Widerstands und kaufe einfach ein Tagesticket. Dann muss ich mir im Laufe des Tages keine weiteren Gedanken machen. Und wenn ich nur ein, zweimal fahre, habe ich den örtlichen Verkehrsbetrieben wieder deutlich zuviel Geld in den Rachen geworfen. Wobei – eine Kurzstrecke (maximal zwei Haltestellen) kostet schon fast zwei Euro. Ich ahne, wie sich Armutsrentner und Geringverdiener fühlen müssen – und frage mich, ob der ältere Herr, der gerade vor meiner Nase in einem Mülleimer wühlt, heute noch genug Pfand für eine Kurzstrecke zusammenbekommt…

Im Ausland funktioniert es besser…

Neidisch blicke ich ins Ausland. Türkei, England, Tschechien – überall ist der öffentliche Nahverkehr einfacher und sinnvoller organisiert (und das will was heißen, wenn man schon England als Beispiel heranziehen muss…). Da kauft man sich eine kleine Plastikkarte, lädt sie mit Geld auf, und beim Betreten des Bahnhofs wird automatisch der richtige Betrag abgebucht. Simpler und praktischer geht es gar nicht. Niemand muss sich den Kopf darüber zerbröseln, wie er mit dem Ticketautomaten zurande kommt, und das Schwarzfahrer-Problem ist quasi inexistent.

Nun kommt ein Vorstoß in diese Richtung von den Grünen, von Anton Hofreiter, um genau zu sein. Und er schießt meilenweit über das Ziel hinaus. Bundesweite Tagestickets im öffentlichen Nahverkehr für nur einen Euro will er – und ein System, das nicht nur Busse und Bahnen, sondern direkt auch Car- und Bikesharing mit einschließt. Mal abgesehen davon, dass das unfinanzierbar sein dürfte und ein wenig irre klingt, ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Wer weiß, vielleicht sorgen solche Maximalforderungen ja dafür, dass wir irgendwann wenigstens dort landen, wo andere Länder längst sind. Ist ja nicht so, dass es unmöglich wäre…

Diese Nebenkosten darf der Vermieter nicht abrechnen

Einmal im Jahr erhalten Mieter eine Nebenkostenabrechnung. Je nach Entwicklung der Kosten erhalten sie eine Erstattung oder müssen eine Nachzahlung leisten. In der Nebenkostenabrechnung müssen sämtliche enthaltenen Posten aufgelistet sein. Der Mieter muss klar erkennen können, welche Kosten in welchem Bereich angefallen sind, wie hoch sein eigener Anteil ist und nach welchem Schlüssel er berechnet wird. Das ist schon deshalb wichtig, weil man einige Positionen als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen kann.

Nebenkosten-Abrechnung genau prüfen

Welche Posten der Vermieter in den Nebenkosten abrechnen und auf den Mieter umlegen darf, ist klar geregelt. Daraus ergibt sich auch, dass es bestimmte Posten gibt, die in der Nebenkostenabrechnung nichts zu suchen haben. Manche Vermieter versuchen dennoch, solche Kosten auf ihre Mieter abzuwälzen.

Das ist ein guter Grund, die Nebenkostenabrechnung genau zu prüfen und im Zweifel Widerspruch einzulegen. Außerdem ist der Vermieter verpflichtet, dem Mieter bei Unklarheiten Einblick in die Geschäftsunterlagen zu gewähren, damit dieser das Zustandekommen der Nebenkosten genau nachvollziehen kann.

Das Einfachste vorweg: Portokosten sowie die Kosten für die Erstellung der Nebenkostenabrechnung und sonstige Verwaltungskosten dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden. Ebenfalls, und das dürfte manchen überraschen, dürfen Kosten, die bei Reparaturen und der Instandhaltung des Gebäudes entstehen, nicht beim Mieter landen. Der Grund dafür ist simpel: Es ist Aufgabe des Vermieters, dafür zu sorgen, dass das Gebäude für die Mieter nutzbar ist. Geht also zum Beispiel ein Treppengeländer kaputt, dann muss der Vermieter die Kosten für die Reparatur selbst übernehmen. Das gilt zum Teil auch für Schäden innerhalb der Wohnungen: Reparaturen an Heizungsanlagen und sanitären Anlagen obliegen allein dem Vermieter.

Manche Vermieter versuchen bei Nebenkosten zu tricksen

Trotzdem versuchen manche Vermieter, solche Kosten auf die Mieter abzuwälzen – etwa indem sie sie in den Hausmeister-Kosten verstecken. Ein Indiz ist es, wenn die Hausmeister-Kosten von einem zum anderen Jahr deutlich ansteigen und es im Laufe des Jahres Reparaturen am Gebäude gegeben hat. In dem Fall sollte man sich die Kosten, die der Hausmeister verursacht hat, aufschlüsseln lassen. Der Vermieter darf das nicht verweigern.

Bei anderen Posten ist die Frage der Regelmäßigkeit relevant. Zum Beispiel bei der Dachrinnenreinigung. Diese darf nur umgelegt werden, wenn sie regelmäßig, zum Beispiel auch im Rahmen der Gartenpflege, geschieht. Werden die Dachrinnen hingegen nur alle paar Jahre mal gereinigt, muss der Vermieter die Kosten tragen. Und, so ärgerlich es für den Vermieter auch ist – die Kosten, die eine leerstehende Wohnung verursacht, bleiben ebenfalls bei ihm hängen. Die Mieter dürfen hieran nicht beteiligt werden.

Wer Zweifel an der Richtigkeit seiner Nebenkosten-Abrechnung hat, sollte schriftlich Widerspruch einlegen und die betreffenden Posten bis zur Klärung des Sachverhalts nicht bezahlen. Im Zweifel muss man sich anwaltlichen Beistand holen – das ist übrigens etwas, worauf die tricksenden Vermieter setzen. Denn viele Menschen schrecken vor den Anwaltskosten zurück. In dem Fall kann eine Rechtsschutzversicherung helfen.

Arbeitslosengeld II: Welche Hartz IV-Sanktionen gibt es?

450.000 Sanktionen gegen Bezieher von Arbeitslosengeld II wurden im ersten Halbjahr 2018 verhängt – das sind 25.000 weniger als im Vorjahreszeittraum. Das heißt allerdings nicht zwangsläufig, dass tatsächlich etwas weniger sanktioniert wird. Die gesunkene Zahl dürfte eher darauf zurückzuführen sein, dass auch die Anzahl der ALG II-Bezieher leicht zurückgegangen ist.

Immer wieder steht die Sanktionspraxis heftig in der Kritik, einige Experten halten sie gar für verfassungswidrig. Denn die Höhe der Bezüge bei Hartz IV entspricht dem gesetzlichen Existenzminimum. Und ob dieses unterschritten werden darf, ist strittig. Hinzu kommen immer wieder Berichte, nach denen die Sachbearbeiter an einigen Standorten dazu angehalten werden, möglichst viel zu sanktionieren – um die Kosten zu drücken. Betroffene, die wegen Meldeversäumnissen sanktioniert wurden, berichten in Online-Foren, dass Briefe der Jobcenter oft rückdatiert seien, so dass es den Transferempfängern mitunter erschwert werde, Termine wahrzunehmen.

Leistungen können komplett gestrichen werden

Dennoch ist es eine Minderheit der ALG II-Bezieher, die von den Sanktionen betroffen sind. Aber welche Sanktionen gibt es überhaupt? Und wann dürfen sie verhängt werden?

Gesetzlich ist festgelegt, dass Sanktionen immer dann verhängt werden können, wenn Hart IV-Empfänger gegen die in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Regeln verstoßen. Allerdings nur, wenn das ohne triftigen Grund geschieht. Hierzu zählt zum Beispiel eine durch ärztliches Attest nachweisbare Krankheit. Sanktionen bestehen in der Kürzung der Leistungen, die im Extremfall sogar komplett gestrichen werden können.

Der Hauptgrund, der etwa drei Viertel aller Sanktionsfälle ausmacht, sind Meldeversäumnisse. Das heißt: Ein ALG II-Empfänger erscheint nicht zu einem angesetzten Termin bei seinem Sachbearbeiter. In diesem Fall können die Bezüge um zehn Prozent gekürzt werden.

Wer sich weigert, eine vom Jobcenter vermittelte Arbeit aufzunehmen oder eine solche Arbeit abbricht oder eine verpflichtende Maßnahme (zum Beispiel eine Fortbildung) verweigert oder abbricht, kann mit bis zu 30 Prozent der Bezüge sanktioniert werden. Solche Fälle machen rund zehn Prozent aller Sanktionen aus. Weitere zehn Prozent entfallen auf Verstöße gegen die Eingliederungsvereinbarung. Hier können die Bezüge sogar um bis zu sechzig Prozent gekürzt werden. Wer wiederholt gegen diese Punkte verstößt, dem können die Transferleistungen sogar komplett gestrichen werden. Die Sanktionen gelten jeweils für drei Monate.

Wie kann man sich gegen Hartz IV-Sanktionen wehren?

Immer wieder klagen Betroffene gegen die Sanktionen vor dem Sozialgericht – und sehr viele von ihnen bekommen Recht. Man sollte also vor einer Klage keineswegs zurückschrecken. Zuerst aber muss man prüfen, ob eine Sanktion überhaupt formal korrekt ist. Denn eine Sanktion kann nicht formlos verhängt werden. Sie muss schriftlich und rechtlich schlüssig begründet sein, außerdem muss mit ihr eine ebenfalls schriftlich Belehrung über die Rechtsfolgen einhergehen. Geschieht das nicht, dann liegt ein Formfehler vor und die Sanktion ist nicht rechtsgültig.

In diesem Fall muss man umgehend Widerspruch gegen den Bescheid einlegen – und das sollte man auch dann tun, wenn sich nur der kleinste Verdacht ergibt, dass eine Sanktion rechtswidrig ist. Der Widerspruch muss in jedem Fall schriftlich erfolgen, und man sollte ihn, auch wenn es teuer ist, per Einschreiben mit Rückschein verschicken, damit man später einen Nachweis in der Hand hat.

Sollte der Widerspruch nichts am Ergebnis ändern, dann steht die Klage vor dem Sozialgericht an. Hiervor braucht man sich als Betroffener nicht fürchten, denn solche Klagen und Verfahren sind für die Kläger kostenfrei. Und die Erfolgsaussichten sind gut. Es sei denn natürlich, dass eine Sanktion klar begründet und korrekt ist. Da dies aber für die einzelnen Betroffenen oft nicht so leicht ersichtlich ist, sollte man auch im Zweifelsfall lieber klagen anstatt gar nicht zu reagieren.

Reisen: Lohnt sich eine Bahncard?

Wie in jedem Jahr steigen bei der Deutschen Bahn wieder die Preise. Für Fahrgäste ist das diesmal besonders ärgerlich: Denn zu den ohnehin rekordverdächtigen Ausfällen und Verspätungen kommen nun auch noch zahlreiche Baustellen. Viele Streckenabschnitte müssen saniert werden. 2019 ist also mit weiteren massiven Störungen im Bahnverkehr zu rechnen.

Bahnpreise steigen Ende 2018

Im Schnitt steigen die Preise im Fernverkehr für Fahrten mit IC und ICE um fast zwei Prozent, die für Vielfahrer gedachte Bahncard 100 wird sogar um drei Prozent teurer und kostet fortan 4395 Euro. Für die zweite Klasse wohlgemerkt. In der ersten Klasse werden 7439 Euro fällig. Bei den Spartickets ändert sich offiziell nichts. Allerdings wurden diese bereits vor einigen Monaten indirekt teurer. So gibt es inzwischen kein Rückgaberecht mehr – zuvor fiel hierfür eine happige Gebühr von 15 Euro an. Außerdem wurde die City-Option abgeschafft. Damit war es zuvor möglich, mit dem Zugticket am Anreise- und Abreisetag auch den örtlichen Nahverkehr, also Busse und Straßenbahnen sowie U-Bahnen zu nutzen. Diese müssen inzwischen separat bezahlt werden.

Ist die Bahn also wirklich noch eine sinnvolle Alternative in Zeiten, in denen auf manchen Strecken sogar das Fliegen billiger ist? Die gute Nachricht: Ja! Es kommt allerdings darauf an, wie und wann man bucht und ob man mit einem Platz in der zweiten Klasse leben kann.

Grundsätzlich gilt: So früh wie möglich buchen! Wer bereits mehrere Wochen im Voraus seine Tickets kauft, kann mit den Spartickets massiv Geld sparen. Mitunter sind bis zu 50 Prozent Ersparnis gegenüber einer kurzfristigen Buchung möglich. Das geht allerdings nur, wenn man nicht flexibel sein muss. Denn die Spartickets sind an exakt den Zug gebunden, der auf dem Ticket angegeben ist. Nur wenn dieser Zug ausfällt oder mehr als eine Stunde Verspätung hat, kann man dieselbe Strecke auch mit einem anderen, höherwertigen Zug fahren.

Sitzplatzbuchung ist meistens überflüssig

Auf die optionale Sitzplatzbuchung (Kosten: 4,50 Euro) sollte man hingegen immer verzichten. Denn sie steht preislich in keinem Verhältnis und ist in der Regel überflüssig. Zum einen findet sich in den allermeisten Zügen noch deutlich mehr als ein nicht reservierter Sitzplatz. Zum anderen kommt es sehr oft vor, dass Züge ausfallen und durch andere ersetzt werden, dass Waggons fehlen oder die Wagenreihung falsch ist – stets mit dem Ergebnis, dass Sitzplatzbuchungen obsolet werden.

Noch mehr sparen kann man mit den Bahncards. Ob diese sich finanziell lohnen hängt allerdings davon ab, wie oft man mit der Bahn fährt. Die Bahncard 25 kostet aktuell 62 Euro im Jahr und bringt bei jeder Fahrt (auch bei Spartickets!) 25 Prozent Rabatt auf den Fahrpreis. Die Bahncard 25 eignet sich besonders für Reisende, die eher selten mit der Bahn fahren. Sie amortisiert sich bereits nach vier bis fünf Fahrten im Jahr.

Für wen lohnt sich eine Bahncard?

Die Bahncard 50 kostet aktuell 255 Euro für die zweite Klasse, und man spart 50 Prozent des Preises bei jeder Fahrt. Wer regelmäßig fährt kann hier von einer deutlichen Ersparnis profitieren. Bereits bei ein bis zwei Fahrten im Fernverkehr pro Monat rentiert sich die Bahncard 50.

Die Bahncard 100 ist hingegen mit 4395 Euro in der zweiten Klasse recht teuer. Sie lohnt sich wirklich nur für Vielfahrer, die mehrmals pro Woche fahren. Dafür gilt sie wie eine Flatrate: Mit ihr kann man ein Jahr lang wirklich jeden Zug nehmen, den man nehmen möchte. Ohne Ausnahme. Trotzdem sollte man vor dem Kauf genau rechnen. Zum Beispiel indem man als Vielfahrer über zwei bis drei Monate hinweg alle Tickets sammelt und den Gesamtpreis aufaddiert. Eine Beispielrechnung:

Fahrer X fährt dreimal wöchentlich eine Strecke, die hin und zurück 50 Euro kostet. Er zahlt also 600 Euro im Monat und 7200 Euro im Jahr. Auf den ersten Blick lohnt sich hier die Bahncard 100, denn sie kostet nur 4395 Euro – eine Ersparnis von über 2800 Euro. Aber Vorsicht: Mit der Bahncard 50 spart man in derselben Rechnung 3600 Euro. Deutlich mehr. Und wer sich die Mühe macht, seine Fahrten stets einige Wochen im Voraus zu buchen und von den Spartickets profitiert, kann sogar noch weit günstiger von A nach B kommen.

Fazit: Bahncard 25 und Bahncard 50 lohnen sich. Mit ihnen kann man je nach Fahrverhalten viel Geld sparen, besonders in Kombination mit Spartickets. Die Bahncard 100 hingegen lohnt sich nur für eine sehr überschaubare Anzahl von Vielfahrern.

Steigen die Strom- und Heizkosten 2019?

Viele Verbraucher in Deutschland dürften sich jetzt schon auf ihre Heizkosten-Abrechnung 2019 freuen. Denn durch das warme Klima, das schon im April sommerliche Temperaturen mit sich brachte, sowie den aktuell milden Herbst, muss 2018 deutlich weniger geheizt werden als in den Vorjahren. Es ist also damit zu rechnen, dass der Durchschnittshaushalt von Erstattungen und sinkenden Abschlägen profitieren wird.

Öl wird teurer, Fernwärme und Erdgas werden billiger

Für Haushalte, die mit Öl heizen, könnten die Kosten dennoch steigen – und zwar um rund zehn Prozent. Das geht aus den Daten des aktuellen Heizspiegels hervor. Demnach ist Heizöl zuletzt deutlich teurer geworden, und der Trend soll sich fortsetzen. Anders sieht es bei Erdgas und Fernwärme aus: „In Häusern mit Erdgas- und Fernwärmeheizung dürften die Kosten um etwa 3 Prozent sinken. Damit würde das Heizen mit Heizöl seinen Kostenvorteil verlieren und wieder teurer sein als das Heizen mit Erdgas“, heißt es in der Pressemitteilung zum Heizspiegel.

Wie stark geheizt werden muss hängt aber nicht nur vom Klima und Wetter ab, sondern auch davon, wie gut ein Gebäude isoliert ist. Die Auswirkungen sind laut Heizspiegel, bezogen auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung, beträchtlich: „Während in energetisch guten Häusern 520 Euro gezahlt wurden, mussten Bewohner von energetisch schlechteren Wohnungen 1.110 Euro zahlen.“.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage des eigenen Heizverhaltens. Einige Tipps zum richtigen Heizverhalten in der kalten Jahreszeit hat BBX hier zusammengestellt: Tipps & Tricks: Richtig heizen im Winter. Wer diese Hinweise beachtet, kann Geld und Energie sparen. Wer außerdem den Einbau einer neuen, energieeffizienten Heizanlage erwägt, kann von staatlichen Fördermitteln profitieren.

Wird auch Strom 2019 teurer?

Wochenlang dauerte der Zwist um den Hambacher Forst, den RWE für die Braunkohleverstromung roden wollte, bis das OVG Münster dies auf unbestimmte Zeit untersagte. Der Energiekonzern warnte, dass die Stromversorgung in NRW ohne die Kohle aus dem Hambacher Tagebau nicht sichergestellt werden könnte. Doch das haben inzwischen mehrere Studien widerlegt. Dennoch fragen sich nun viele Verbraucher, ob der Strom – zumindest der Kohlestrom von RWE – bald teurer wird.

Die gute Nachricht: Damit ist zur Zeit nicht zu rechnen. Auch die Abwanderung von tausenden Verbrauchern zu Ökostrom-Anbietern dürfte keinen nennenswerten Effekt auf die Preise konventionell erzeugte Energie haben. Hinzu kommt, dass RWE nun an seinem massiv beschädigten Image arbeiten muss. Und da dürften große Preissprünge kontraproduktiv sein.

Energiekonzerne verzögern Kohleausstieg

Dennoch rechnet der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) mit deutlich steigenden Strompreisen für 2019. Zum einen wies der Verband auf deutlich gestiegene Beschaffungskosten für Kohle und Gas hin – wobei Letzteres der Analyse des Heizspiegels widerspricht, der von sinkenden Gaspreisen ausgeht. Aber auch hier liefert der BDEW den Verbrauchern gute Argumente, auf fossile Brennstoffe zu verzichten und sich für Ökostrom zu entscheiden.

Zudem mokiert der Verband, dass Steuern inzwischen mehr als die Hälfte des Strompreises für Endverbraucher ausmachen und fordert die Politik zu Steuersenkungen auf. Hierbei darf allerdings nicht vergessen werden, dass es sich beim BDEW um einen Lobbyverband handelt, der im eigenen Sinne argumentiert. Anstatt die eigene Unternehmens- und Verbandspolitik zu hinterfragen, wird der schwarze Peter der Politik zugeschoben. Dabei sind es gerade jene Energiekonzerne, die den Preis treiben, indem sie sie an fossilen Energieträgern festhalten, anstatt in die Weiterentwicklung Erneuerbarer Energien zu investieren. Dies dürfte allerdings ein Ende finden, wenn die in Berlin tagende Kohlekommission den Termin für den Ausstieg aus der Kohleverstromung verkünden wird. Wahrscheinlich wird es in weniger als fünfzehn Jahren soweit sein.

Fake-Gefahr: Wie gut sind Produktbewertungen im Netz?

Vor allem bei teuren Anschaffungen wägt man vor dem Kauf ab, vergleicht, liest Testberichte oder lässt sich im Geschäft beraten. Man wägt ab, vergleicht Preise und trifft am Ende im besten Fall eine wohlbedachte Entscheidung. Dabei sollen, so der Grundgedanke, auch Produktbewertungen im Internet helfen. Fast alle großen Online-Shops bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Produkte nach dem Kauf ausführlich zu bewerten. Das kann erfolgen, indem man Sterne, Punkte oder Noten vergibt oder indem man eine ausführliche Produktrezension schreibt. oder alles zusammen. Viele Shops animieren ihre Kunden auch aktiv dazu, solch ein Feedback zu hinterlassen. Denn schließlich sind viele positive Bewertungen auch eine gute Werbung, die wiederum andere Interessenten zum Kauf animiert.

Produktbewertungen genießen Vertrauen der Verbraucher

Solche Produktbewertungen genießen bei den Verbrauchern ein hohes Vertrauen. Denn im Gegensatz zu den oft übertriebenen und zweifelhaften Werbeaussagen der Hersteller handelt es sich hier im besten Fall um die ehrliche und subjektive Einschätzung von anderen Verbrauchern, die ein Produkt tatsächlich genutzt und getestet haben – und die andere mit negativen Bewertungen auch vor Fehlkäufen schützen können.

Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken: Fake-Bewertungen. Also Bewertungen, die gar nicht von echten Verbrauchern stammen, sondern die von oder im Auftrag der Hersteller oder Shops verfasst wurden. Heute ist das ein eigenes Geschäftsfeld und eine rechtliche Grauzone, die sich nur schwer kontrollieren lässt. Aber leider werden auch auf großen und populären Plattformen immer wieder solche gefälschten Bewertungen identifiziert. Der Hintergrund ist natürlich simpel: Die Hersteller versuchen damit, gegenzusteuern, wenn sie sich zu viele negative aber echte Bewertungen eingefangen haben. Je nach Menge kann das für ein Produkt nämlich ein Todesurteil sein. Denn ein Produkt, das online überall schlecht beurteilt wird, wird nicht mehr oft gekauft.

Fake-Bewertungen: Auf diese Anzeichen achten

Aber wie findet man als Verbraucher heraus, ob Produktbewertungen echt oder gefälscht sind? Das ist gar nicht so einfach. Es gibt aber einige Indizien, auf die man achten kann. Einige Händler geben beispielsweise inzwischen an, ob der Bewertende das Produkt tatsächlich bei ihnen gekauft hat. Amazon zum Beispiel markiert solche Rezensionen als „Verifizierter Kauf“. Damit weiß man, dass der Rezensent das Produkt tatsächlich besitzt. Es kann außerdem nicht schaden, den Nickname des Rezensenten ins Suchfeld einzugeben – wenn jemand eine ungewöhnlich große Menge an Rezensionen verfasst, kann das ein Hinweis darauf sein, dass es sich um einen beauftragten Texter handelt, zumal wenn dessen Rezensionen überwiegend sehr positiv ausfallen. Auch wenn in einer Rezension werbliche Sprache oder gar Formulierungen des Herstellers auftauchen ist das ein Warnsignal – oder wenn ein bestimmter Rezensent Produkte sehr positiv bewertet, die von vielen anderen negativ bewertet werden.

Grundsätzlich ist ein Blick in Kunden-Bewertungen sinnvoll – man sollte sich aber nicht allein darauf verlassen, sondern nach Möglichkeit auch professionelle Rezensionen, zum Beispiel in Fachmagazinen, ansehen. So ergibt sich ein runderes Bild und man verkleinert das Risiko, auf gefälschte Produktbewertungen hereinzufallen.

So klappt der Strom-Anbieterwechsel

Mit einem massiven Polizeiaufgebot werden derzeit die Baumhäuser von Umweltaktivisten geräumt, die seit Jahren das letzte Teilstück des zwischen Köln und Aachen gelegenen Hambacher Forsts besetzt halten und gegen die geplante Abholzung des Jahrtausende alten Waldes durch RWE protestieren. Auch Umweltschutzverbände haben sich ihnen angeschlossen – ebenso wie Umfragen zufolge gut drei Viertel der deutschen Bevölkerung, die gegen die Rodung sind. Unterm Strich, soviel ist klar, geht es keineswegs um die von RWE behauptete Sicherstellung der Energieversorgung durch Braunkohleverstromung, sondern allein um die monetären Interessen des Konzerns, der eigenen Angaben zufolge mehr als vier Milliarden Euro verlieren würde, wenn der Hambacher Forst nicht gerodet werden kann.

Viele Verbraucher wollen Stromanbieter wechseln

Viele Verbraucher macht das Verhalten von RWE wütend – sie sehen sich nach anderen Energieversorgern um, nicht wenige wollen auf Ökostrom umstellen. Das ist eine sicher begrüßenswerte Entwicklung. Allerdings gibt es beim Umstieg einiges zu beachten, damit am Ende keine böse Überraschung droht. Gerade in den Nutzerbewertungen auf Vergleichsportalen wie Verivox sind viele Geschichten von enttäuschten Verbrauchern zu lesen, die plötzlich zwei Anbieter bezahlen müssen, oder bei denen der Umstieg gar nicht funktioniert hat.

Doch das lässt sich einfach vermeiden, wenn man Schritt für Schritt vorgeht und sich vorab ausreichend informiert. Zuerst gilt es, einen neuen Anbieter zu finden. Hierfür sind die Vergleichsportale als erste Orientierung gut geeignet. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die meisten dieser Portale, die auch die Abwicklung des Umstiegs anbieten, per Provision am Geschäft beteiligt werden. Einige gehen daher nur sehr zögerlich vor, wenn es gilt, Anbieter aus ihren Datenbanken zu entfernen, mit denen viele Kunden schlechte Erfahrungen gemacht haben. Man sollte also die Nutzerbewertungen im Blick behalten und sich außerdem über Suchmaschinen, Medienberichte oder auch die Verbraucherzentralen über die potentiellen Wunschanbieter informieren. Kursieren über einen Anbieter auffällig viele schlechte Bewertungen, so ist davon abzuraten, mit diesem einen Vertrag einzugehen.

Anbieterwechsel kann viel Geld sparen

Beim Umstieg kann man – auch wenn Ökostrom in der Regel etwas teurer ist als konventionell erzeugte Energie – durchaus beträchtliche Summen sparen. Denn viele Anbieter bieten Neukunden spezielle Konditionen und besonders günstige Preise. Diese gelten in der Regel aber nur für ein, höchstens zwei Jahre – danach steigt der Preis pro Kilowattstunde deutlich an. Man sollte sich also nicht von allzu guten Lockangeboten blenden lassen, sondern vor allem den üblichen Preis für Bestandskunden beachten. Denn den wird man früher oder später auch zahlen müssen.

Ein absolutes Warnsignal ist es, wenn ein günstiger Anbieter einen Jahresabschlag im Voraus verlangt. Zwar mag in solchen Fällen ein niedriger Preis verlockend sein. Vorab zu zahlende Jahresabschläge sind aber sehr oft ein Hinweis auf unseriöse Unternehmen, deren Absicht es ist, sich schnell mit Geld zu versorgen. Es kommt immer wieder vor, dass solche Anbieter Insolvenz anmelden und der Verbraucher auf dem Schaden sitzenbleibt, sein Geld also nicht mehr zurückbekommt.

Außerdem genau beachten sollte man vor dem Wechsel die Kündigungsfristen des aktuell laufenden Vertrages. Zwar bieten die meisten Versorger an, dass sie mit dem Vertragsschluss auch die Kündigung des Altvertrages unkompliziert übernehmen – und meist funktioniert das auch. Wenn aber der Stichtag, zu dem man aus einem laufenden Vertrag aussteigen kann, noch in weiter Zukunft liegt, dann wird der Wechsel nicht funktionieren. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass man im neuen Vertrag drinsteckt, während der alte noch weiterläuft. Und dann muss man zwei Anbieter zugleich bezahlen.

Aber keine Angst – wer alle oben genannten Punkte beachtet, kann problemlos seinen Versorger wechseln.

Große Unzufriedenheit bei deutschen Arbeitnehmern

Zwei neue Studien zeichnen ein alarmierendes Bild des deutschen Arbeitsmarktes. Spiegel Online berichtet über eine repräsentative Gallup-Studie, nach der 14 Prozent der hiesigen Arbeitnehmer innerlich gekündigt haben. Das bedeutet, dass sie „keine emotionale Bindung“ an ihre Arbeit haben und sich nicht wirklich engagieren. Immerhin: Rund 15 Prozent sind dafür hoch motiviert, befinden sich also in genau der gegenteiligen Position. Eine Studie von Ernst & Young aus dem Vorjahr korrespondiert damit: Sie fand heraus, dass 44 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber misstrauen.

Schlechte Bezahlung, wenig Sicherheit

Gründe für die schlechte Stimmung im Job sind vor allem fehlende Anerkennung, schlechte Bezahlung und mangelnde Sicherheit, woraus bei den Betroffenen ein pessimistischer Blick in die Zukunft resultiert.

Die noch schlechtere Nachricht: Beim Nachwuchs sieht es nicht besser aus. Der Ausbildungsreport 2018 des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB zeichnet ein düsteres Bild. Jeder zweite Azubi in Deutschland bricht seine Ausbildung ab. Knapp ein Drittel ist unzufrieden. Wenig überraschend: Die Gründe sind ähnlich denen der Arbeitnehmer. Zuvorderst steht die schlechte Bezahlung sowie die hohe Zahl an unbezahlten Überstunden. Auch ein Ausbildungsplan, der eigentlich gesetzlich vorgeschrieben ist, ist nur in etwa zwei Dritteln der Betriebe vorhanden. Besonders prekär ist die Lage offenbar im Gaststätten- und Dienstleistungsgewerbe. Als Konsequenz aus diesen Erkenntnissen fordert der DGB, Azubis sollten eine Mindestvergütung erhalten. Im ersten Ausbildungsjahr solle diese bei mindesten 635 Euro brutto monatlich liegen. Aktuell gibt es zahllose Ausbildungsbetriebe vor allem im kleinen und mittelständischen Bereich, bei denen die Azubi-Löhne noch deutlich niedriger liegen. Gute Löhne gibt es hingegen oft bei großen und auch international aufgestellten Unternehmen. Bei diesen gibt es auch deutlich weniger Beschwerden von Azubis über ihre Ausbildungssituation.

DGB kritisiert Ausbildungssituation

„Junge Menschen wollen planbare und verlässliche Rahmenbedingungen,“, heißt es im Ausbildungsreport, „die ihnen die Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Privatleben ermöglichen. Unattraktive Ausbildungsbedingungen und unzureichende Ausbildungsqualität sorgen in vielen Fällen dafür, dass Auszubildende ihre Ausbildung abbrechen. Wer solch widrige Ausbildungsbedingungen bietet, darf sich nicht wundern, wenn er oder sie keine Auszubildenden findet. Der so oft beklagte Fachkräftemangel ist eben vielfach hausgemacht durch die Arbeitgeber selbst.“

Zwar schützt eine Ausbildung Untersuchungen zufolge ähnlich gut vor Arbeitslosigkeit wie ein Studium. Dennoch sind Ausbildungsberufe bei jungen Menschen unbeliebt, nicht nur weil die Ausbildungssituation oft prekär ist, sondern auch, weil in vielen Berufen keine Aussicht auf gute Löhne und Karrierechancen besteht.

Reform der Mietpreisbremse: Entlastung für Mieter?

Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper in Deutschland. Für Geringverdiener und Arbeitslose fehlen die Sozialwohnungen und selbst Besserverdiener haben inzwischen Probleme, in den Ballungsräumen der Großstädte Wohnungen zu angemessenen Preisen zu finden. Die Hoffnungen, die in die Mietpreisbremse gesetzt wurden, haben sich bislang nicht erfüllt – auch weil das Gesetz handwerkliche Fehler hat. Nun hat der Bundestag ein Reformpaket beschlossen, das die Rechte von Mietern deutlich stärken soll.

Mietpreisbremse soll verschärft werden

Bei Neuvermietungen in Regionen mit knappem Wohnraum, so schreibt die Mietpreisbremse vor, darf die neue Miete höchstens zehn Prozent über dem liegen, was der Vormieter bezahlt hat, außerdem darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht um mehr als zehn Prozent überschritten werden. Was gut klang hat unmittelbar vor der Einführung des Gesetzes dafür gesorgt, dass viele Vermieter die Mieten noch rasch angehoben haben. Ein weiteres Problem: Wie soll man erfahren, was der Vormieter zahlen musste? Hier setzt die Reform an: Vermieter sollen in Zukunft dazu verpflichtet sein, Interessenten und neuen Mietern mitzuteilen, wie hoch die Vormiete war. Anhand dieser Information sowie einem Blick in den Mietspiegel lässt sich dann herausfinden, ob die Mietforderung angemessen ist oder nicht. Der Haken: Das gilt nur für bestehende Wohnungen, nicht für Neubauten.

Ein weiteres Problem sind Sanierungen und Modernisierungen. Oft verteuern sie den Wohnraum derart, dass die Bewohner sich die Miete nicht mehr leisten können und ausziehen müssen – die Rede ist von der so genannten Luxussanierung. Dieses Problem soll zumindest entschärft werden. Statt elf soll der Vermieter nur noch acht Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen können. Der Mieterbund kritisiert das als noch immer zu hoch.

SPD will Mieterhöhungen deckeln

Auf den ersten Blick sehen die Neuerungen zwar aus Mieterperspektive gut aus. Ob sie aber langfristig wirklich die Mietsteigerungen begrenzen können, ist bislang zweifelhaft. Daher begrüßte der Mieterbund den Vorstoß von Andrea Nahles (SPD), nach dem in Gebieten mit knappem Wohnraum für einen bestimmten Zeitraum die Mieten nur noch entsprechend der Inflationsrate von aktuell zwei Prozent erhöht werden dürfen. Dass wäre für Vermieter ein harter Einschnitt. Aktuell dürfen sie sich einen Zuschlag von 15 Prozent binnen drei Jahren genehmigen. „Gut, dass jetzt die Regierungspartei SPD endlich ernst macht und Forderungen für ein soziales Mietrecht aufstellt, die deutlich über die Kompromisse mit CDU/CSU im Koalitionsvertrag hinausgehen“, kommentierte der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. „Wenn in Großstädten die Mieten in bestehenden Mietverhältnissen innerhalb von 10 Jahren um 50, 60 oder gar 100 Prozent steigen, besteht dringender Handlungsbedarf. Es reicht nicht aus, die Wohnungs- und Mietenfrage ständig als die soziale Frage unserer Zeit zu beschreiben, wir brauchen Lösungen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass eine Regierungspartei jetzt Lösungswege aufzeigt.“

Dass dieses Vorhaben jemals umgesetzt wird, ist aber höchst unwahrscheinlich. Die Unionsparteien haben bereits ihre Ablehnung signalisiert, und auch Eigentümerverbände protestieren, da eine solche Regelung naturgemäß ihren Interessen widerspricht.

Welche Kranken-Zusatzversicherungen lohnen sich?

Die Zeiten, in denen man mit der gesetzlichen Krankenversicherung für fast alle Eventualitäten abgesichert war, sind längst vorbei. Optional gibt es eine Vielzahl an Zusatzversicherungen von privaten Anbietern. Aber welche davon sind sinnvoll, welche braucht man unbedingt und auf welche kann man problemlos verzichten? Unsere Liste verrät es!

Auslands-Krankenversicherung
In der Regel muss man ärztliche Behandlungen im Ausland aus eigener Tasche zahlen – und das kann teuer werden. Ein Rücktransport ins Heimatland, zum Beispiel nach einem Unfall, kann mehrere zehntausend Euro kosten. Das sprengt jede Urlaubskasse. Eine Auslands- oder Reise-Krankenversicherung ist also ein Muss. Kurzentschlossene können sie noch unmittelbar vor Abreise abschließen und zahlen dann einen Betrag von wenigen Euro pro Urlaubstag. Auf Dauer wird das teuer. Sinnvoller ist eine Versicherung, die dauerhaft greift. Solche Policen gibt es für unter zehn Euro pro Jahr und deckt jährlich Reisen von bis zu mehreren Monaten ab.

Zahnersatz
Wenn man Implantate, Brücken oder Kronen braucht springt die gesetzliche Versicherung zwar ein – sie bezahlt allerdings nur einen Zuschuss zur günstigsten Behandlungsmethode – und die ist oft nicht lange haltbar und sieht unschön aus. Kermanik-Kronen oder Implantate, die nicht als solche erkennbar sind, können allerdings mehrere tausend Euro kosten. Eine Zahn-Zusatzversicherung gibt es hingegen schon ab rund zwanzig Euro im Monat. Eine der wichtigsten Zusatzversicherungen überhaupt.

Einzelzimmer im Krankenhaus
Voll belegte Mehrbettzimmer im Krankenhaus, in denen ständig Familienbesuch ansteht, fördern nicht gerade die Genesung. Viele Patienten brauchen Ruhe. Daher gibt es auch Zweibett- oder gar Einzelzimmer. Doch die Kosten hierfür werden in der Regel von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen. Daher gibt es entsprechende Versicherungen. Diese sind allerdings teuer und können schonmal bis zu fünfzig Euro im Monat kosten. In der Regel rechnet sich das kaum. Besser ist es, im Fall eines Krankenhaus-Aufenthaltes um ein Einzelzimmer zu bitten und die Kostendifferenz aus eigener Tasche zu zahlen (ca. 60 bis 100 Euro pro Nacht). Der Haken: Patienten mit Versicherung werden bevorzugt. Es kann also passieren, dass man kein Einzelzimmer bekommt. Die Versicherung braucht also nur, wer absolut sichergehen will.

Chefarzt-Behandlung
Wer im Krankenhaus liegt, wird in der Regel vom zuständigen Stations- oder Facharzt betreut. Wer eine Behandlung durch den Chefarzt wünscht, kann dafür eine Versicherung abschließen. Diese kostet, je nach Anbieter und Alter des Patienten, zwischen zwanzig und hundert Euro monatlich. Doch sie lohnt sich nicht. Denn der Chefarzt hat ohnehin wenig Zeit – und beim behandelnden Facharzt ist man genauso gut aufgehoben. Die Chefarzt-Behandlung verteuert nur unnötig die Krankenhaus-Zusatzversicherung.

Tagegeldversicherung
Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen lang eine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Doch manche Krankheit dauert deutlich länger. In dem Fall springt die gesetzliche Versicherung ein, die bis zu 70 Prozent des Lohns in der weiteren Zeit übernimmt. Wer bis zu 90 Prozent erhalten möchte, kann eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Ratsam ist das allerdings nicht. Denn gebraucht wird sie eher selten, und sie kostet unterm Strich deutlich mehr als sie einbringt. Lohnend kann diese Versicherung allenfalls für Selbständige sein, die keinen Lohnersatz von der gesetzlichen Kasse erhalten.

Heilpraktiker-Zusatzversicherung
Leistungen von Heilpraktikern werden von den gesetzlichen Kassen in der Regel nicht übernommen, da es keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit der Behandlungen gibt. Wer regelmäßig zum Heilpraktiker geht, für den kann sich eine solche Zusatzversicherung lohnen. Ratsam und sinnvoll ist sie dennoch nicht – denn bei ernsthaften Erkrankungen hilft der Heilpraktiker nicht weiter, dessen Behandlung in der Regel auf den Placebo-Effekt setzt.

Brillenversicherung
Wer eine Brille oder Kontaktlinsen braucht, kann hierfür eine Versicherung abschließen. Allerdings gibt es bislang keine Versicherung, die die vollen Kosten trägt. Übernommen wird immer nur ein Anteil. Da aber die Kosten ohnehin überschaubar sind, lohnt sich so eine Versicherung grundsätzlich nie, denn sie kostet stets mehr als sie einbringt.

Tipp
Auch bei den wirklich wichtigen Zusatzversicherungen sollte man im Vorfeld Angebote vergleichen und eine Versicherung suchen, die auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Angebote und Konditionen unterscheiden sich mitunter gewaltig. Auf Werbe-Aussagen sollte man grundsätzlich nie vertrauen und sich stattdessen die Verträge sehr genau durchlesen und bei Detailfragen nachhaken.

Sauber schlafen: So pflegt man die Matratze richtig

Sechs bis acht Stunden Schlaf braucht der Mensch im Schnitt, um am Tag wach und ausgeruht zu sein. Manche kommen sogar mit weniger aus, andere brauchen mehr – das ist individuell unterschiedlich. Aber Schlafen ist längst nicht alles, was wir im Bett tun. Manche lesen abends noch ein Stündchen, andere sehen sich einen Film an. Wir liegen im Bett, wenn wir krank sind. Wir haben Sex. Diese Aufzählung soll verdeutlichen, wie viel Zeit wir im Bett verbringen. Mehr als ein Drittel unseres Lebens. Und sie soll zeigen, was eine Matratze alles aushalten muss.

Mit der richtigen Pflege hält die Matratze länger

Wie lange eine Matratze das durchhält, ob sie lange gemütlich bleibt oder sich schon nach wenigen Jahren Kuhlen bilden, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Industrie sagt: Alle acht Jahre sollte man die Matratze wechseln. Aber weshalb eigentlich? Die Hersteller argumentieren in der Regel mit der Hygiene. Zwar ist es korrekt, dass der Mensch pro Nacht bis zu einen Liter Flüssigkeit abgibt und dass Schweiß, Speichel und Schmutz sich im Laufe der Zeit auch in der Matratze sammeln. Dennoch kann man die Acht-Jahre-Regel getrost ignorieren. Sie kommt aus den Marketingabteilungen der Matratzenhersteller, die mehr Produkte verkaufen möchten.

Fakt ist: Es gibt Matratzen von schlechter Qualität, die schon nach wenigen Jahren ihre Liegeeigenschaften verlieren, Kuhlen und Mulden bilden, den Körper nicht mehr stützen und dann nur noch ein Fall für den Sperrmüll sind. Und es gibt qualitativ hochwertige Matratzen, die man bei guter Pflege locker zwanzig Jahre oder länger nutzen kann.

Zum einen geht es bei der Pflege darum, das Material zu schonen. Die meisten Menschen legen ihre Matratze auf eine Unterfederung, zum Beispiel ein Lattenrost. Eine gute Matratze braucht das zur Unterstützung der Liegeeigenschaften eigentlich nicht, die Verbesserung ist meist nur minimal. Allerdings hat es einen anderen Vorteil: Die Durchlüftung.

Matratzenbezug regelmäßig reinigen

Wenn die Matratze auf Latten aufliegt anstatt auf einen planen Fläche, wird sie zum einen von unten belüftet, zum anderen kann Feuchtigkeit nach unten entweichen. Das beugt Schimmel vor und verlängert die Lebensdauer. Wer seine Matratze auf den Boden oder einen starren Bettkasten legt, sollte sie alle paar Wochen wenden, um denselben Effekt zu erzielen. Apropos Lattenrost: Bei einer großen Doppelbett-Matratze sollte man zwei statt einem Lattenrost verwenden. Das verbessert die Stützung der Matratze, zudem kann man die Unterfederungen unterschiedlich einstellen, so dass jeder Nutzer sich wohlfühlt.

Beim Kauf gilt es, auf einen abnehmbaren und waschbaren Bezug zu achten, am besten aus Baumwolle. Denn synthetische Materialien lassen sich nicht so gut pflegen, außerdem schwitzt man auf ihnen eher. Den Matratzenbezug muss man, da man auch ein Betttuch verwendet, nicht allzu oft waschen. Schon drei bis vier Waschgänge pro Jahr sind völlig ausreichend. Zusätzlich kann man die Matratze schonen und vor Schweiß, Schmutz und Staub schützen, indem man einen Topper verwendet, mit dem man außerdem die Liegeeigenschaften ergänzen kann. Wenn man gerade den Bezug abgenommen hat, kann es nicht schaden, die Matratze kurz mit dem Staubsauger zu reinigen, um Staub, Haare und Hautschuppen zu entfernen, womit man auch Milben einen Teil ihrer Nahrungsgrundlage entzieht. Vor Milben muss man sich darüber hinaus nicht fürchten sofern man kein Allergiker ist – sie finden sich nach kurzer Zeit in jedem Polstermöbel.

Werbeanrufe: So reagiert man richtig

Das Telefon klingelt. Auf dem Display wird gar keine oder eine unbekannte Nummer angezeigt. Man meldet sich, denn es könnte ja etwas Wichtiges sein. Aber es ist doch bloß wieder einer dieser lästigen Werbeanrufe aus irgendeinem Callcenter. In der Regel haben die Anrufer nur eine Absicht: Dem Angerufenen etwas verkaufen. Sie sind geschickt und geschult darin, einem Produkte aufzuschwatzen, die man nicht benötigt. Im schlimmsten Fall hat man am Ende einen Vertrag an der Backe – denn ein „Ja“ in einem solchen Telefonat kann als Vertragsschluss gewertet werden. Einige Unternehmen gehen sogar so perfide vor, dass sie dem Verbraucher bloß anbieten, ihm weiteres Infomaterial zu senden. So bekommen sie die Adressdaten und ein „Ja“ und wandeln das in einen Vertragsschluss um. Das ist illegal, passiert aber häufig.

Welche Werbeanrufe sind legal?

Damit man nicht in die Falle tappt, sollte man sich auf derartige Gespräche gar nicht erst einlassen. Am besten ist es, man legt einfach auf. Viele Menschen scheuen davor zurück, weil sie nicht unhöflich sein möchten. Doch das ist unangebracht – denn genau darauf hoffen die Anrufer und nutzen die gewonnene Zeit, um den Verbraucher zu beschwatzen.

Aber sind solche Anrufe überhaupt erlaubt? Nur unter bestimmten Umständen. Unternehmen, deren Kunde man ist, dürfen einen in aller Regel auch anrufen. Meist akzeptiert man derartige Werbemaßnahmen mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), ohne die kein Vertragsschluss zustande kommen kann. Viele Unternehmen sichern sich auf diesem Weg außerdem das Recht, mit den Kundendaten zu handeln, sie also an andere Unternehmen weiterzugeben, die sie ebenfalls für Werbezwecke nutzen. Das ist legal. Illegal hingegen sind so genannte „Cold Calls“, also Werbeanrufe an Personen, die dazu nicht ihre Einwilligung erteilt haben.

Aber selbst wenn man seine Einwilligung erteilt hat gibt es einen Ausweg. Denn auch dann kann man solche Anrufe untersagen. Man muss dazu lediglich dem Anrufer mitteilen, dass man keine weiteren Anrufe wünscht und ihn bitten, einen entsprechenden Vermerk im Kundenordner anzulegen. Es kann auch nicht schaden, im Falle erneuter Anrufe mit juristischen Schritten zu drohen. Meistens wirkt das, denn kaum ein Unternehmen will seine Kunden verärgern und so riskieren, sie zu verlieren.

Illegale Werbeanrufe der Bundesnetzagentur melden

Wenn man sich allerdings unsicher ist, ob es sich um einen legitimen Anruf oder einen Cold Call handelt, sollte man sich auf keinen Fall auf ein Gespräch einlassen, sondern den Anrufer ganz direkt fragen, woher er die Daten, also auch die Telefonnummer, hat, und in welcher Form man in den Kontakt eingewilligt hat. Anrufer, die über keine solche Einwilligung verfügen, legen in diesem Moment meist auf, weil sie wissen, dass sie sich gesetzwidrig verhalten.

Wenn das geschieht ist der nächste Schritt, sich die Nummer des Anrufers zu notieren und es kann nicht schaden, diese sowohl der Verbraucherzentrale als auch der Bundesnetzagentur mitzuteilen. Die Bundesnetzagentur kann gegen Unternehmen vorgehen, wenn sie solche Vorkommnisse häufen, die Verbraucherzentralen gehen immer mal wieder den Klageweg, wenn sich die Beschwerden über einen bestimmten Anrufer häufen.

Und was ist, wenn keine Nummer angezeigt wird? Dann hat man kaum eine Handhabe – weswegen es auch illegal ist, im Geschäftsverkehr seine Nummer zu unterdrücken. Aber es ist ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte. Wer seine Nummer unterdrückt verschleiert bewusst seine Identität. Ein Gespräch sollte man dann grundsätzlich verweigern.

Welche Zusatz-Gebühren sind zulässig?

Eventim ist einer der größten Tickethändler Deutschlands. Ob Konzert, Theater oder andere Events – für fast alles bekommt man dort online die Eintrittskarten. Doch das Unternehmen geriet zuletzt wegen überzogener Gebühren in die Kritik. Zum Beispiel verlangte es eine Gebühr von 2,50 Euro, wenn der Kunde sich sein Ticket selbst ausdrucken wollte. Eine Gebühr ohne ersichtliche Gegenleistung. Noch schlimmer: Man muss als Verbraucher dafür zahlen, dass man eigenes Papier und eigene Druckertinte verwendet und dem Anbieter diesen Vorgang einspart. Viele Kunden fanden das dreist.

Viele Gebühren sind unzulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ihnen nun Recht gegeben und erklärte die Gebühr für unzulässig. Ebenfalls kritisiert wurde der „Premiumversand“, bei dem Berichten zufolge horrende Gebühren von bis zu 30 Euro anfielen, obwohl die Tickets als normaler Brief mit Portokosten von weniger als einem Euro versendet wurden. Auch in diesem Fall sehen die Gerichte die Service-Gebühr als nicht rechtens an.

Der Fall Eventim ist nur einer von vielen. Zahllose Unternehmen versuchen offenbar, ihren Umsatz zu erhöhen, indem sie auf die eigentlichen Preise weitere Gebühren aufschlagen und hoffen, dass die Verbraucher das klaglos akzeptieren. Auch bei Banken ist diese Praxis weit verbreitet. Laut der Verbraucherzentrale fielen auch dort Gerichtsurteile, die Gebühren für unzulässig erklärten. Zum Beispiel darf für Ein- und Auszahlungen vom eigenen Konto kein Geld verlangt werden, solange sie am Schalter getätigt werden. Bei nachträglich erneut ausgestellten Kontoauszügen darf zwar eine Gebühr verlangt werden, diese darf aber die anfallenden Kosten nicht übersteigen. Im konkreten Fall waren das rund zehn Euro. Die Bank hingegen hatte von einem Kunden 15 Euro verlangt. 2017 untersagte der BGH einer Sparkasse, ihren Kunden Gebühren für per Post gesendete Mitteilungen zu berechnen.

Zu Unrecht gezahlte Gebühren zurückfordern

Es kommt also nicht nur darauf an, ob Gebühren erhoben werden, sondern auch auf deren Höhe. Egal ob bei Banken, Geschäften oder anderen Dienstleistern: Verbraucher sollten sehr genau darauf achten, welche Gebühren ihnen in Rechnung gestellt werden, ob diese zulässig sind und ob deren Höhe zulässig ist. Im Zweifelsfall können die Verbraucherzentralen Hilfestellung bieten. Bei Bankgebühren kann man sich auch an die Banken- und Finanzaufsicht (BaFin) wenden. Stellt sich heraus, dass eine Gebühr unzulässig ist, sollte man die Zahlung verweigern. Wer in der Vergangenheit unzulässige Gebühren bezahlt hat, hat in aller Regel das Recht, diese zurückzufordern.

Mal wieder Ärger … mit der Telekom

Wenn man kein Telekom-Kunde ist, kann man über die kafkaesken Absurditäten des Kundenservice herzlich lachen, während man sich fragt, ob diese irren Storys überhaupt wahr sein können. Der Haken: Ich bin Telekom-Kunde.

Und seit ich vor fast genau einem Jahr die Kolumne „Immer Ärger mit der Telekom“ begonnen habe, kommt es immer öfter vor, dass Freunde, Kollegen und Leser mir ihr Leid klagen. Trösten kann ich sie nur mit dem Satz: Willkommen im Club! Ein Kollege erzählte mir neulich, wie eine Anschluss-Schaltung völlig aus dem Ruder lief und schließlich weder Internet noch Festnetz funktionierten. Nach stundenlangen Eskapaden in der Magentawarteschleife meinte dann ein Hotline-Mitarbeiter, sein Telefon müsse defekt sein (er hatte per Handy angerufen). Doch das hatte er bereits überprüft. Mit mehreren Geräten. Die seien dann eben auch defekt, hieß es als Antwort. Ich finde das deshalb bemerkenswert, weil es offenbar kein Einzelfall ist. Im Laufe des August hörte ich exakt diese Geschichte vier mal – von vier Personen, die in ganz unterschiedlichen Regionen Deutschlands wohnen. Es scheint eine neue Masche genervter oder schlecht geschulter Servicekräfte zu sein, um lästige Kunden abzuwimmeln.

Irrsinn in der Telekom-Hotline

Bei mir selbst lief in den letzten Monaten alles rund. Und das war nach dem monatelangen Chaos, das sich vom Sommer 2017 bis zum Jahresbeginn 2018 hingezogen hatte auch das Mindeste. Aber wie das so ist: Irgendwas ist immer bei der Telekom. Heute früh um acht Uhr funktionierten Internet und Festnetz noch. Beim Kaffee las ich meine Mails, ging dann eine Runde joggen, und als ich zurückkehrte flackerte eine zumindest ungewöhnliche Lämpchenkombination am Router. Mir schwante Unheil. Und tatsächlich: Egal ob Notebook, Smartphone oder Tablet – kein Gerät konnte ins Netz.

Ich nutzte das Smartphone als mobilen Router (als leidgeplagter Telekom-Kunde weiß ich mir inzwischen in solchen Situationen zu helfen) und steuerte die Telekom-Website an, auf deren Startseite sich neben Produktwerbung und Unmengen an Eigenlob keine Hinweise auf eine Störung fanden. Vielleicht liegt es an meiner Leitung, dachte ich. Zum Glück kann man mit Hilfe der eigenen Telefonnummer online einen Leitungscheck durchführen. Ergebnis: Alles in Ordnung. Dann, dachte ich, kann es eigentlich nur am Router liegen. Der obligatorische Neustart hatte nicht zu neuen Ergebnissen geführt. Also rief ich die Technik-Hotline der Telekom an.

Dort konnte man meiner Kundennummer erstmal keinen Vertrag zuordnen. Ich zuckte schon leicht zusammen – aber nur leicht, denn an derartige Sperenzchen bin ich bereits gewöhnt. Die freundliche Dame leitete mich zum Vertrieb weiter. Wie der Vertrieb mir bei einem technischen Problem mit dem Router weiterhelfen sollte, war mir schleierhaft. Beim Vertrieb blieb das Problem aber erstmal bestehen: Man meinte, ich hätte gar keinen Anschluss, der sei im Februar gekündigt worden. Mit großer Ruhe mühte ich mich, zu erklären, dass ich aber inzwischen einen neuen Vertrag habe und verwies auf das Buchungskonto für meine Rechnungen. Es dauerte eine Weile, bis man bei der Hotline merkte, was los ist und mich informierte: „Ah, Sie haben den Tarif Zuhause Start M. Den können wir nicht einsehen. Sie sind bei uns gar nicht Kunde, sondern bei einem Tochterunternehmen.“

Wo bin ich jetzt genau Kunde?

Das fand ich interessant, kommen doch die monatlichen Rechnungen von der Telekom, an die ich auch die Rechnungsbeträge überweise. Genau erklären konnte der gute Herr mir die Sachlage nicht, leitete mich aber abermals an eine andere Kundenservice-Abteilung weiter. Dort informierte mich eine Konservenstimme darüber, dass die Wartezeit aktuell mindestens sechzig Minuten beträgt und man mich auf Wunsch zurückruft.

Also warte ich. Und tatsächlich kommt eine knappe Stunde später der Rückruf. Als ich meine Kundennummer durchgeben will unterbricht mich die Dame bereits. „Wir haben eine bundesweite Störung, die Techniker arbeiten schon daran.“ Ich frage vorsichtig, ob die Kollegen in den anderen Abteilungen das denn auch wissen. „Bestimmt“, antwortet sie. Und: „Wir melden uns bei Ihnen, wenn die Störung behoben ist.“ Was dann rund drei Stunden später auch geschah. Vorher teilte sie mir auf Nachfrage noch mit, dass der online verfügbare Leitungscheck in so einem Fall nicht funktioniert. Daher vorhin die Ansage, mit meiner Leitung sei alles in Ordnung.

Desolat organisierter Kundenservice

Der Punkt ist der: Ich finde es gar nicht schlimm, wenn es bei einem Mega-Unternehmen wie der Telekom mit komplexer Infrastruktur mal zu einer Störung kommt. Kann passieren. Aber: Warum zum Teufel kommt niemand auf die Idee, diese Information, vor allem wenn es ein bundesweites Problem ist, online zu kommunizieren? Es würde auch die Hotline entlasten, wenn der größte Teil der Kunden mit einem Blick auf die Telekom-Website wüsste, was Sache ist. Und wenn man schon das nicht auf die Reihe kriegt, warum ist dann nicht jeder Hotline-Mitarbeiter informiert? Warum muss ich in einem so klaren Fall nochmal eine gute Stunde am Telefon verplempern?

Aber ich sollte mich nicht wundern. All diese Probleme sind altbekannt. Auf die simpelste Lösung kommt bei der Telekom niemand. Wenn das wenigstens alles wäre. Aber obendrein versagt der Online-Leitungscheck genau in der Situation, in der er am dringendsten gebraucht würde, Hotline-Mitarbeiter tappen im Dunkeln – und das Problem, dass nicht jede Abteilung alle Kundeninformationen einsehen kann, sondern man sie sich mühsam zusammenstückeln muss, ist nicht nur alt, sondern an Absurdität kaum zu überbieten. Das Fazit ist heute dasselbe wie damals: Der Kundenservice der Telekom ist desolat organisiert und neigt dazu, Probleme vor ihrer Lösung immer erstmal zu verschlimmern.