Autor: Charlotte Bodinek

Charlotte Bodinek hat nach ihrem Bachelor-Studium der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft / Skandinavistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau im Sommersemester 2013 ihren Master der allgemeinen Sprachwissenschaft abgeschlossen. Seit Oktober 2013 ist sie Teil der Redaktion der qmedia GmbH. An bbx.de gefällt ihr, dass sie hier mit ihrer Arbeit komplexe Verbraucherthemen verständlich aufarbeiten kann.

Zusatzleistungen vom Arbeitgeber verfehlen oft ihr Ziel

Fitnessangebote sind Zusatzleistungen, die viele Arbeitnehmer gerne nutzen.

Und genau das ist die Problematik, vor die die meisten deutschen Unternehmen gestellt sind, wenn sie Zusatzleistungen für ihre Mitarbeiter anbieten: Während sich der Familienvater über die Hinterbliebenenrente freut, kann der allein-lebende Angestellte nur wenig mit diesem Bonus anfangen.

Bonusleistungen: Profit für beide Seiten

Dabei ist die Grundidee gut: Zusätzlich zum Gehalt werden Bonusleistungen geboten. Solche Leistungen machen die Unternehmen zum einen für Bewerber attraktiver und sorgen gleichzeitig auch für Zufriedenheit unter den Angestellten. Auf diese Weise schaffen sie im Idealfall eine längere Bindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen.

Auch finanziell bringt dieses Vorgehen den Firmen Vorteile, denn sie können von Gruppenkonditionen und steuerlichen Entlastungen profitieren. Auf diese Weise gewinnen bei einem solchen Deal beide Seiten.

Fehlende Anpassung

Doch das Problem ist, dass die meisten Unternehmen an den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter vorbeiarbeiten.  Das hat nun eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung Towers Watson ergeben. So zeigten die Angaben von 145 Unternehmen, dass das von ihnen verfolgte Konzept dringender Überholung bedarf.

Eines der Grundprobleme ist sicherlich, dass den Mitarbeitern in der Regel keine Möglichkeit gegeben wird, zwischen den unterschiedlichen Leistungen zu wählen. Viel mehr werden in den meisten Fällen Gesamtpakete angeboten, die kaum auf die individuellen Bedürfnisse aller Angestellten passen.

Vor allem Mitarbeiter mit Tarifvertrag sind an enge Vorgaben gebunden. Gerade mal 20 % können flexibel wählen. Bezüglich dieser Problematik sind außertarifliche Mitarbeiter und Führungskräfte deutlich besser gestellt.

Risikopakete oft sinnlos

Dabei werden zusätzliche Leistungen natürlich erst dann attraktiv, wenn sie an die persönlichen Interessen, an den Familienstand, die Karrierestufe und das Alter angepasst sind. Doch wie die Umfrage zeigt, haben die wenigsten die Option flexibel zu wählen, was am besten zur derzeitigen Lebenssituation passt.

Ein gutes Beispiel für die Optimierung am Bedarf vorbei sind die sogenannten Risikopakete. Sie beinhalten eine Einheit aus Risikoleistungen wie Unfall- und Hinterbliebenenversicherung. Doch gerade hier spielt die individuelle Situation des Angestellten eine entscheidende Rolle: Wer alleine lebt, braucht mitnichten eine Hinterbliebenenversicherung. Auf diese Weise verpufft der finanzielle Vorteil durch das Extra-Angebot der Firma. Zu einer engere Bindung an das Unternehmen kann so etwas daher kaum beitragen.

Angebot individualisieren

Eine solche schlechte Firmenpolitik macht die im Grunde gute Idee schnell wieder zunichte. Dabei wäre es gar nicht so schwer, das Konzept in sicheres Fahrwasser zu lenken. Entscheidend ist primär, dass Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben wird, zwischen unterschiedlichen Leistungen zu wählen und so auch nur das in Anspruch zu nehmen, wovon sie wirklich profitieren können. Sinnvoll sind hier neben Leistungen der Altersvorsorge auch Angebote aus dem Bereich Gesundheit. Ob Fitness-Angebote, Ernährungsberatung oder Burnout-Prävention, solche Angebote werden von den meisten Arbeitnehmern mit Kusshand genommen. Nicht zuletzt auch, weil sie eine Verbindung von Arbeit und Freizeit ermöglichen.

Andere Zusatzleistungen, auf die immer mehr Angestellte Wert legen, sind die Optionen eines Zeitwertkontos oder eines Sabbatjahres. Firmen, die flexible Arbeitszeiten, längere Auszeiten aus dem Beruf oder auch einen flexiblen Eintritt in den Ruhestand ermöglichen, gewinnen immer mehr an Zulauf.

Wichtig ist außerdem, dass Unternehmen transparent kommunizieren, welchem jährlichen Wert die angebotenen Leistungen entsprechen, nur so können Mitarbeiter auch den Mehrwert des Angebots erkennen und einschätzen.

Alte Haushaltsgeräte: Austauschen oder aussitzen?

Lohnt der Austausch der alten Waschmaschine, wenn sie noch funktioniert?

Sicherlich ist unbestreitbar, dass die neuen Haushaltsgeräte effizienter im Stromverbrauch sind, bessere Leistung bringen und meist auch in der Handhabung deutlich mehr Luxus bieten. Aber das hat natürlich seinen Preis und die modernen Geräte sind (deutlich) teurer in der Anschaffung.

Verbraucher müssen sich also fragen, wann die geringeren Betriebskosten die höheren Anschaffungskosten aufwiegen. Das ist tatsächlich primär davon abhängig, um welches Gerät es sich handelt, so das Öko-Institut Berlin.

Wenn das Kühlen ins Geld geht

Kühlschrank

Es ist eine unangefochtene Wahrheit: Der Kühlschrank ist der größte Energiefresser im Haushalt. Er läuft ununterbrochen und besonders in einem Sommer wie diesem leistet er Höchstarbeit. Aus diesem Grund lohnt sich der Austausch eines alten Kühlschranks schon recht schnell.

Allein aus Umweltgründen lohnt es sich, Geräte, die zehn bis 15 Jahre alt sind, gegen ein Modell der Energieeffizienzklasse A+++ auszutauschen.  Der Energieverbrauch, der für die Herstellung eines neuen Kühlschranks erforderlich ist, hat sich bereits innerhalb von 0,7 bis 2,5 Jahren amortisiert, da neue Geräte einen deutlich geringeren Stromverbrauch aufweisen.

Durch den geringen Stromverbrauch, sind auch die Anschaffungskosten für das neue Geräte schnell wieder eingeholt. Generell gilt jedoch: Auch wenn die Geräte teurer sind, lohnt sich die Investition in eine hohe Effizienzklasse. Tatsächlich verbrauchen Geräte der Klasse A+++ nicht mal die Hälfte der Energie, die schlechte Geräte der Klasse A+ brauchen.

A+ ist inzwischen die schlechteste Kategorie für Kühlschränke auf dem Markt. Es finden sich im Handel zwar noch Geräte bis hin zur Klasse D, diese wurden jedoch vor 2012 produziert.

Vor dem Kauf sollte man sich auch klar machen, welche Funktionen man am Kühlschrank tatsächlich braucht. Denn so sparsam die neuen Geräte sind, einige der zusätzlichen Funktionen, mit denen das Marketing wirb, erweisen sich dann doch wieder als Stromfresser, wie beispielsweise eine No-Frost-Funktion oder eine Null-Grad-Zone.

Gefrierschrank und -truhe

Anders als beim Kühlen lohnt sich beim Gefrieren ein Geräteaustausch nicht so schnell. Das liegt vor allem auch daran, dass die Energieeffizienz bei diesen Geräten noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie bei Kühlschränken. Erst nach acht bis zehn Jahren amortisiert sich der Austausch einer zehn Jahre alten Gefriertruhe. Bei der Neuanschaffung sollte darauf geachtet werden, dass das neue Gerät mindestens die Energieeffizienzklasse A++ aufweist.

Um den Stromverbrauch möglichst niedrig zu halten, ist es übrigens sinnvoller, sich für eine Gefriertruhe zu entscheiden anstelle eines Gefrierschranks. Rund 12 % weniger Strom verbrauchen Truhen im Vergleich zu Schränken bei gleicher Effizienzklasse und gleichem Nutzinhalt.

Übrigens ist auch der Standort ist entscheidend. Steht das Gerät an einem kühlen Ort wie dem Keller, ist der Verbrauch geringer als an einem warmen Standort.

Auch alte Maschinen waschen sauber

Waschmaschine

Einer Waschmaschine wird eine Lebensdauer von rund neun bis 15 Jahren zugesprochen, das entspricht ungefähr 1840 Waschgängen. Der Austausch einer noch funktionstüchtigen Maschine hängt von zu vielen individuellen Faktoren ab, als dass sich ein pauschalgültiger Tipp geben ließe. Mit einem Tool wie dem des Forums Waschen lässt sich jedoch kalkulieren, ob der Austausch für einen persönlich sinnvoll ist oder nicht.

Waschmaschinen haben sog. Schleuderwirkungsklassen (A – G), je schlechter die Klasse, umso nasser ist die Wäsche nach dem Schleudergang, das kann natürlich in Puncto Trocknen wieder ins Geld gehen.

Wäschetrockner

Bei Wäschetrocknern lohnt die Investition in ein neues Gerät der Klasse A++ oder A+++. Das liegt daran, dass bei den neuen Modellen eine Wärmepumpe integriert ist, mittels derer aus der feuchten Luft Wärme zurückgewonnen und zum Aufheizen verwendet wird. Auf diese Weise lässt sich bis zu 50 % des Stromverbrauchs einsparen.

Spülmaschine

Für Spülmaschinen gilt gleichermaßen wie für Waschmaschinen: Ob sich der Austausch lohnt, muss individuell ermittelt werden (auch hier gibt es ein hilfreiches Tool vom Forum Waschen).

Die kalkulierte Lebensdauer von Spülmaschinen liegt bei rund 12 Jahren, wenn pro Jahr 280 Spülgänge angenommen werden. Wer sich für ein neues Modell entscheidet ist auch hier am besten mit der höchsten Effizienzklasse A+++ beraten. Zusätzlich sollte auch auf die Trocknungswirkung geachtet werden, diese wird in Extraklassen von A bis G angegeben.

Darf man Überstunden schätzen?

Wenn die Arbeit kein Ende nimmt, wie werden Ueberstunden entlohnt?

Ein Thema, das ein großer Teil der Arbeitgeber versucht, dezent unter den Tisch fallen zu lassen, sind Überstunden. In vielen Verträgen wird das Thema schlicht übergangen, mit der Folge, dass Arbeitnehmer nicht wissen, wann, in welchem Ausmaß und ob überhaupt Mehrarbeit vergütet wird.

Fehlende Dokumentation ist problematisch

Ebenfalls entscheidend bei der Handhabung der Überstunden ist deren Dokumentation. In Firmen, die über kein System verfügen, das die Arbeitszeit der Mitarbeiter aufzeichnet, müssen Angestellte sich selbst um die Dokumentation der geleisteten Arbeit kümmern. Das ist nicht ganz unproblematisch, denn die meisten Arbeitnehmer notieren ihren Arbeitszeiten nicht grundsätzlich von sich aus, sondern beginnen meist erst, wenn sich bereits eine hohe Anzahl zusätzlicher Stunden angehäuft hat. Dann jedoch stellt sich die Frage, was mit den bereits erbrachten Überstunden passiert – ist es legitim diese auf Basis der Arbeitsleistung zu schätzen?

Auch wenn die Nachweispflicht bezüglich der Mehrarbeit grundsätzlich beim Angestellten liegt, darf auch ein Gericht unter Umständen den Umfang bzw. das Mindestmaß der geleisteten Überstunden schätzen. Das ist dann der Fall, wenn deutlich ist, dass die Mehrarbeit auf Anweisung des Arbeitgebers stattgefunden hat.

Grundsätzlich Anspruch auf Vergütung?

Arbeitnehmer sollten wissen, dass das deutsche Arbeitsrecht keine grundsätzliche Vergütungspflicht für Überstunden vorsieht. Entlohnt werden muss die Mehrarbeit nur dann, wenn das auch von beiden Parteien beschlossen wurde. Oder aber wenn eine Vergütungspflicht nach § 612 I BGB besteht. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Arbeitnehmer auf Anweisung des Chefs Überstunden erbringen.

§ 612 I BGB: Vergütung von Überstunden gilt als stillschweigend vereinbart, wenn der Arbeitnehmer eine Vergütung für die geleistete Mehrarbeit erwarten darf.

Einen weiteren Richtwert bei der Frage nach Bezahlung der Überstunden liefert das Gehalt. Angestellte mit einem geringen Gehalt dürfen in aller Regel auch eine Entlohnung für Mehrarbeit erwarten.

Wenn der Teufel im Detail steckt

Wie aber kann mit Überstunden verfahren werden, wenn im Arbeitsvertrag keine eindeutige Wochenarbeitszeit festgehalten wurde? Was bedeutet die Formulierung, „in Vollzeit“? Einige Arbeitgeber halten mithilfe dieser Formulierung den Rahmen der zu leistenden Wochenstunden bewusst offen und versuchen so der Vergütung von Mehrarbeit zu entgehen. In vielen Fällen jedoch lässt sich bereits aus den im Arbeitsvertrag formulierten Aufgaben des Angestellten herauslesen, dass diese kaum in einer normalen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden erfüllt werden können und grundsätzlich Mehrarbeit anfällt.

Die gute Nachricht für Arbeitnehmer ist, dass eine solche Formulierung dem Chef nicht Tür und Tor öffnet und er sich nicht darauf berufen kann, dass der Angestellte ja nur die geschuldeten Tätigkeiten erfüllt habe, denen er mit der Unterzeichnung des Vertrags zugestimmt habe. Steht die Formulierung „in Vollzeit“ tatsächlich anstelle einer bestimmten Stundenzahl im Vertrag, kann nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichtes davon ausgegangen werden, dass die geschuldete Arbeitszeit bei einer Fünftagewoche mit acht Stunden pro Tag liegt. Diese werktägliche Arbeitszeit darf bei einer Fünftagewoche übrigens nicht überschritten werden.

Wenn das Geldabheben teurer wird

Der Gang zum Geldautomaten wird bei einigen Banken in Zukunft teurer werden.

Im Zuge der Diskussion um den aktuellen Niedrigzins kommt immer wieder auch der Negativzins ins Gespräch. Das Problem, das die Banken dabei haben, ist dass sie negative Zinsen nicht an Privatkunden weitergeben können. Daher muss eine andere Strategie her, um Verluste auszugleichen. Einige Banken erhöhen deshalb nun die Kosten am Geldautomaten.

Gebühren verdoppeln sich

Die Gebührenänderung tritt am 1. September in Kraft. Dann verlangt beispielsweise die Deutsche Bank von Kunden anderer Geldinstitute, die nicht zur Cash Group gehören einen saftigen Aufpreis für das „Fremdabheben“. De facto verdoppeln sich die Gebühren von 1,95 € auf 3,95 €.

Mit diesem Schachzug steht die Deutsche Bank nicht allein da. Auch die Commerzbank zieht auf diese Weise an der Preisschraube, das allerdings erst zum 1. Oktober. Die Nationalbank in Essen war diesen Schritt sogar bereits im Juli gegangen und hat die Gebühren von 1,95 € auf ganze 4,50 € angezogen.

Reaktion auf die aktuelle Zinspolitik

Zu bemerken ist, dass bei allen drei Banken die Gebühren seit 2011 konstant waren und der extreme Preissprung ganz offensichtlich Reaktion auf die derzeitige Zinssituation ist. Kunden der genannten Banken sind von der neuen Preispolitik übrigens nicht betroffen, zahlen müssen in allen Fällen nur Kunden fremder Finanzinstitute.

Verglichen mit den Gebühren, die Sparkassen oder Volksbanken von Nicht-Kunden beim Geldabheben verlangen – zum Teil bis zu 7, – € oder mehr – waren die Gebühren der großen Privatbanken mit 1,95 € mehr als moderat. Diese verhältnismäßig geringen Kosten gehen auf eine Vereinbarung der Privatbanken zurück, nach der sich die Gebühren in einem moderaten Rahmen halten sollten.

Doch nun verabschieden sich die Banken zunehmend von dieser Vereinbarung und verlangen Gebühren, die denen der Sparkassen und Volksbanken ähnlich sind. Das ist auf den ersten Blick nur ausgleichende Gerechtigkeit.

Negativzins drückt Gewinne der Banken

Der zweite Blick hingegen lässt etwas anderes vermuten: Seit dem vergangen Jahr erhebt die Europäische Zentralbank von Banken negative Zinsen für Einlagen. Bereits damals hatten Ökonomen vorausgesagt, dass die Reaktion auf diesen Negativzins eine Erhöhung der Gebühren sein wird. Der Grund dafür ist simpel wie einleuchtend: Negative Zinsen bedeuten für Banken Verluste, sie können diese aber kaum durch die Weitergabe negativer Zinsen an die Privatkunden ausgleichen. Ergo muss eine andere Möglichkeit gefunden werden, mit der die Banken die Verluste wettmachen können.

Besonders hohe Gewinne bringen die erhöhten Gebühren beim Abheben am Geldautomaten nicht mit sich – zumal sie ja von den eigenen Kunden nicht erhoben werden. Dennoch sind sie Teil des Versuchs, die höheren Kosten wieder einzufahren.

Die Preisschraube wird weiter angezogen

Tatsächlich sind es auch nicht die einzigen Posten, die erhöht werden. Auch bankeigene Kunden bekommen den Zug an der Preisschraube nach und nach zu spüren. So hat beispielsweise die Sparda-Bank in Berlin bereits ihre Gebühren erhöht. Ein kostenloses Girokonto gibt es nur noch für Kunden, mit regelmäßigem Geldeingang. Für Bank- und Kreditkarten werden höhere Gebühren erhoben.

Andere Banken versuchen den Ausgleich durch die Erhebung negativer Zinsen von Großkunden für kurzfristige Einlagen. Bei der Deutschen Skatbank müssen sogar Privatkunden in die Tasche greifen, wenn sie sehr hohe Beträge einlagern wollen.

Wie sicher ist Online-Banking?

Fuer das Online-Banking gibt es viele unterschiedliche Verrfahren.

Dabei ist Online-Banking eigentlich sogar schon ein alter Hut. Seit vielen Jahren schon können Bankkunden ihre Finanzgeschäfte über das Internet abwickeln. Ganz zu Anfang wurden für die Online-Verwaltung des Geldes Listen mit TAN-Nummern (Transaktions-Nummern) ausgegeben, von denen man jeweils eine pro Buchung eingeben musste, um sich als Kontoinhaber zu autorisieren.

Doch so einfach ist es inzwischen nicht mehr, denn das System mit den TAN-Listen hat sich als zu unsicher erwiesen. Zu einfach sind Betrüger an fremde Bankdaten gekommen und hatten leichtes Spiel per E-Mail neue TAN-Listen zu erhalten.

Neue Verfahren sicherer aber nicht schneller

Inzwischen hat sich eine ganze Palette neuer TAN-Verfahren etabliert, die in Punkto Sicherheit gegenüber der TAN-Listen deutlich besser sind. Allerdings sind die Verfahren nicht unbedingt einfacher geworden.

Chip-TAN – wenn’s an der Übertragung hakt

Ein inzwischen häufig genutztes Verfahren ist die Chip-TAN. Hierfür benötigt der Kunde einen Generator mit dem sich eine neue TAN erstellen lässt. Ganz unkompliziert ist das Verfahren allerdings nicht. Zunächst muss die EC-Karte in den Generator eingeführt werden, der dann an den Bildschirm gehalten werden muss, auf dem sich bei der Abwicklung einer Überweisung ein schwarzes Feld mit flackernden weißen Streifen zeigt. Mit dem Aufbau der Verbindung zwischen PC und Generator wird auf dem Display des Geräts eine TAN angezeigt, die für die entsprechende Transaktion verwendet werden muss.

Das Chip-TAN-Verfahren zählt zu einem der derzeit sichersten Verfahren, läuft jedoch leider nicht immer so unkompliziert, wie es sollte. Häufig dauert es sehr lange, bis die Übertragung abgeschlossen ist, da der Kontakt immer wieder abbricht. In manchen Fällen kann sogar gar keine TAN generiert werden. In einem solchen Fall müssen die IBAN und der Überweisungsbetrag von Hand in das Gerät eingetragen werden, um eine TAN zu erhalten.

Photo-TAN unkompliziert aber selten

Dankbarer ist es da, die Überweisung per Photo-TAN zu machen. Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Chip-TAN, mit dem Unterschied, dass kein flackender Strichcode gescannt werden muss, sondern ein Bild, ähnlich wie ein QR-Code. Für dieses Verfahren ist auch kein eigener Generator mehr notwendig, sondern die Bankkunden können auch eine App für das Scannen nutzen.

Bisher wird das Photo-TAN-Verfahren jedoch nur von der Commerzbank, der Comdirect und der Deutschen Bank angeboten.

Grundsätzlich ist das Verfahren der photo-TAN zwar sicher, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass für die TAN und die Überweisung unterschiedliche Geräte verwendet werden. Wer mit dem Smartphone, mit dem er den Code scannt um die TAN zu erhalten, auch die Überweisung macht, bietet Betrügern leichtes Spiel.

SMS-TAN oder mobile-TAN

Eine weitere Möglichkeit ist die Übermittlung von TANs per SMS. Diesen Service bieten  die meisten Finanzinstitute ihren Kunden an. Allerdings ist das Angebot nicht immer kostenfrei. Kunden einiger Volksbanken und Sparkassen müssen pro SMS rund 10 Cent Gebühr zahlen

Gleiches wie für die Photo-TAN gilt auch für die mobile-TAN: Das Verfahren bietet erst dann hohe Sicherheit, wenn zwei Geräte verwendet werden.

Push-TAN

Wer Systeme wie mobile-TAN nutzen möchte, aber nur ein Gerät zur Verfügung hat, kann push-TAN nutzen. Hier ist es möglich nur ein Gerät für den Empfang der SMS und die Überweisung zu verwenden, weil die Kanäle mittels Verschlüsselungstechnik getrennt werden. Angeboten wird das Verfahren derzeit bereits von einigen Sparkassen und der ING-Diba.

TAN per Fingerabdruck

Als aktuell einfachstes uns sicherstes Verfahren gilt die TAN per Fingerabdruck. Das allerdings funktioniert nur bei Touch-Geräten mit Fingerabdrucksensor. Und bisher bietet auch nur die Postbank Transaktionen mithilfe dieses Verfahrens an.

Mehr Sicherheit durch moderne Verfahren?

Die neuen TAN-Verfahren bieten im Vergleich zur alten TAN-Liste deutlich mehr Sicherheit. Das liegt im Wesentlichen daran, dass durch die technischen Verfahren TANs generiert werden, die nur einmalig und für kurze Zeit gültig sind. Die Masche mittels Phishing-Mails TANs zu erfragen, hat sich damit erübrigt.

Dennoch gilt nach wie vor: 100%-ige Sicherheit gibt es beim Online-Banking nach wie vor nicht, denn Hacker haben inzwischen auch andere Tricks entwickelt, um Finanzgeschäfte zu manipulieren.

Man-in-the-middle

Eine Gefahr stellen sogenannte Man-in-the-middle-Angriffe dar. Hier schalten sich Hacker zwischen Kunden und Bank und verschaffen sich auf diese Weise die Möglichkeit, die Daten zu manipulieren, ehe sie die Bank erreichen.

Das Gute ist: Einfache Man-in-the-middle-Angriffe lassen sich frühzeitig erkennen und vermeiden. Dafür müssen Verbraucher vor Bestätigung der Überweisung noch einmal genau Kontonummer und Betrag überprüfen, wurden hier Daten verändert, sollte die Transaktion abgebrochen werden.

Emissionen kompensieren – sinnvoll oder Humbug?

Wie sinnvoll ist es den CO2-Ausstoss des Urlaubsflugs zu kompensieren?

Schon lange geistert durch die Medien, dass Treibhausgase wie CO2 ursächlich für massive Umweltkatastrophen wie die Klimaerwärmung, das Schmelzen der Polkappen und Dürren sind. Und wir wissen, dass es vor allem unsere Lebensweise ist, die diesen Prozess zügig voranschreiten lässt, denn Autos, Flugzeuge und Kohlekraftwerke pusten jede Menge des ungeliebten Kohlenstoffdioxids in die Luft.

Doch obwohl wir auf viele Annehmlichkeiten – wie das Auto oder die Flugreise – nicht verzichten wollen, entwickeln immer mehr Verbraucher ein Umweltbewusstsein und möchten ihren CO2-Ausstoß kompensieren.

Klimaneutrale Produkte

Diesem Wunsch kommen immer mehr Unternehmen nach und bieten sogenannte klimaneutrale Produkte an. Diese Bezeichnung heißt jedoch mitnichten, dass bei der Herstellung oder Nutzung kein CO2 freigesetzt wird. Es besagt lediglich, dass die entstandenen Emissionen ausgeglichen werden. Was natürlich schon mal ein Schritt in die richtige Richtung ist.

Allerdings hat die Rechnung oft einen Haken. Denn bei der Ermittlung des CO2-Ausstoßes fließt in den meisten Fällen nur das CO2 ein, das unmittelbar bei der Produktion anfällt. Konkret ist das beispielsweise das benötigte Benzin bzw. Öl, der Stromverbrauch, die Verpflegung der Mitarbeiter. Außenvorgelassen hingegen werden häufig Posten wie Bau und Betrieb der Lagerhallen, die Anschaffung neuer LKW, etc.

Dabei gibt es hier bereits Unternehmen, die anbieten, auch solche Posten in die Rechnung aufzunehmen wie Climate Partner, die bereits die CO2-Bilanz für Canon oder Herlitz ermittelt haben.

Kompensation mithilfe von Agenturen

Der Ausgleich von Emissionen geschieht in der Regel in Zusammenarbeit mit Kompensationsagenturen, die in Projekte investieren, die den CO2-Ausstoß reduzieren.

Wer die Emission seiner Flugreise kompensieren will, kann dafür auf den Webseiten der Kompensationsagenturen wie Atmosfair oder Myclimate Merkmale zum Flug (Distanz, Verbrauch, Sitzklasse) angeben und bekommt dann eine Summe genannt, die er der Agentur für die Kompensation des Fluges überweisen muss. Allerdings arbeiten inzwischen immer mehr Fluggesellschaften direkt mit den Agenturen zusammen. Das erleichtert Verbrauchern die Kompensation, weil es nicht mehr nötig ist, andere Webseiten dafür zu besuchen und zusätzliche Formulare auszufüllen.

Je nach Agentur fließt das Geld in Projekte, die dabei helfen, den CO2-Ausstoß gering zu halten. So arbeitet Myclimate bspw. mit einer Organisation auf Madagaskar zusammen, die Solarkocher produziert. Dank der Kompensationsgelder können die Kocher günstig verkauft werden und helfen so, die Nutzung von Öfen mit Brennholz zu minimieren und reduzieren auf diese Weise den CO2-Ausstoß.

Mithilfe der Kompensationsgelder werden auf diese Weise Millionen in Klimaschutzprojekte investiert und das, obwohl derzeit erst ein minimaler Teil der Flugreisen kompensiert wird.

Nicht nur für Flugreisen

Klimaneutrale Produkte halten an immer mehr Stellen Einzug. Inzwischen können CO2-Emissionen von Bus- und Bahnreisen, Hotelaufenthalten oder ganzen Urlauben ebenso kompensiert werden wie der Kauf von Südfrüchten oder elektronischen Geräten. Möglich ist das meist direkt beim Kauf, indem der Kunde einen Aufpreis auf das Produkt oder die Leistung zahlt.

Seriöse Agenturen

Unter den Kompensationsagenturen finden sich nur wenige schwarze Schafe, die meisten arbeiten seriös und das Geld kommt dort an, wo es gebraucht wird. Verbraucher, die sichergehen wollen, bei einer seriösen Agentur gelandet zu sein, können sich an der Auszeichnung „Gold Standard“ orientieren. Dieses Zertifikat steht für Klimaschutzprojekte, bei denen die Reduktion der Emissionen geprüft wurde, ebenso wie ein Mindestmaß an Rücksicht gegenüber der Einwohner und der Umwelt garantiert wird.

Ein wichtiges Merkmal ist auch die Transparenz beim Kompensationsverfahren. Ist nicht klar ersichtlich, in welches Projekt das Geld fließt, sollte man besser die Finger davon lassen.

Moderner Ablasshandel?

Bleibt bei all dem jedoch die Frage: Wie sinnvoll ist die Kompensation? Kritiker bezeichnen sie als modernen Ablasshandel. Und damit mögen sie nicht ganz falsch liegen, denn wenn die Möglichkeit der Kompensation dazu führt, dass weiterhin viel und unnötig geflogen und CO2 freigesetzt wird, ändert sich nichts an unserer derzeitigen Problematik.

Klar ist: Eine langfristige Senkung des CO2-Ausstoßes ist nur möglich, wenn wir unser Verhalten ändern, d. h. weniger fliegen und konsumieren. Da das aber nichts ist, was von jetzt auf eben geschehen wird, ist die Kompensation immer noch besser als nichts.

Die Partnerbörse für Vermieter

Seit das Bestellerprinzip im Maklerrecht in Deutschland gilt, hat sich die Wohnungsvermittlung in Internet verlagert.

Wer über eine Internetplattform eine Wohnung sucht, muss zuvor bestimmte Angaben zu sich und seinen Vorstellungen zu der Wohnung machen. Auf der anderen Seite stehen die Vermieter, die ebenfalls Wünsche abgeben, welche Voraussetzung der neue Mieter erfüllen soll. Anhand dieser Angaben lässt sich dann überprüfen, wer besonders gut zu wem passt. Auf diese Weise ersetzen Vermittlungsportale zunehmend die Arbeit von Immobilienmaklern.

Geringe Kosten bei guter Leistung

Ein großer Bonus der Vermittlungsportale sind die vergleichsweise geringen Kosten, verglichen mit den Kosten, die für einen Makler anfallen – bisher war hier eine Courtage von bis zu 2,38 Kaltmieten inkl. der Mehrwertsteuer zugelassen und in der Regel auch angesetzt.

Zwar war dieser Punkt für die Vermieter lange Zeit nebensächlich, da ohnehin die Mieter die Provision gezahlt haben, doch damit ist seit Einführung des Bestellerprinzips im Maklerrecht inzwischen Schluss und die Vermieter werden zögerlicher, was die Beauftragung von Maklern anbelangt.

In der Regel gilt auch bei den Online-Portalen, dass der Besteller zahlt und das ist in den meisten Fällen der Vermieter. Manche Portale bitten jedoch den Mieter zur Kasse und das nicht immer erst, wenn dieser auch den Zuschlag bekommen hat, sondern zum Teil bereits bei der Bewerbung um eine Wohnung. Doch auch hier sind die Kosten weitaus geringer als das, was für einen Makler anfallen würde.

Der virtuelle Makler

Im Grunde funktionieren die Portale wie virtuelle Makler. Während der Vermieter seine Wohnung online präsentiert, müssen Interessenten Bewerberprofile ausfüllen und zum Teil zusätzliche Unterlagen, wie Gehaltsnachweis, etc. hochladen. Auf diese Weise kann sich der Vermieter einen ersten Eindruck vom Vermieter machen und sich entscheiden, ob er ihn näher kennenlernen will.

Die Portale nehmen den Vermietern die lästige Arbeit bei der Suche nach einem Nachmieter ab. Mithilfe von Sortier- und Filterfunktionen werden nur die Mieter und Vermieter überhaupt zusammengebracht, die potentiell auch zusammen passen.

Die Personen hinter den Portalen

Welche Leistungen durch die Portale erbracht werden, ist sehr unterschiedlich. Zum Teil werden neben der Beschreibung der Wohnung im Exposé auch die Organisation von Besichtigungsterminen und des Vertragsabschlusses angeboten. So decken manche Portale von der Anzeige bis zur Übergabe alles ab. Abgerechnet wird entweder mit Pauschalpreisen (die häufig nach Miethöhe gestaffelt sind) oder es wird für jede Zusatzleistung ein Festpreis erhoben.

Die Portale werden zum Teil von Maklern selbst betrieben oder arbeiten eng mit diesen zusammen. Mit dem feinen Unterschied, dass sich der Preis in Kategorien bewegt, die für alle erschwinglich sind.

Nicht immer ist die Suche nach einem neuen Mieter gleich erfolgreich. In diesem Fall kommen manche Portale den Vermietern entgegen und erstatten die Kosten oder schalten eine Anzeige länger, wenn sie nur eine geringe Anzahl an Besuchen hatte.

Unkonventionelle Lösungen

Neben diesen klassischen Portalen, sind auch Portale auf dem Markt, die unkonventionellere Methoden verfolgen. Smmove.de ermöglicht beispielsweise die Ersteigerung einer Wohnung. Das funktioniert so, dass die Vermieter eine Wunschmiete angeben und die Wohnungssuchenden für die Wohnung bieten. Allerdings haben die Vermieter einen Vorteil auf ihrer Seite: Sie müssen nicht zwingend dem Meistbietenden den Zuschlag geben, sondern haben freie Hand bei der Auswahl des Mieters.

Die schwarzen Schafe

Ganz unbedarft sollte der Maklerservice im Internet jedoch nicht genutzt werden, denn an dem wachsenden Markt finden auch viele Gefallen, die mitnichten Profis sind, sondern sich lediglich mit wenig Arbeit ein bisschen was dazuverdienen wollen. Vor dem Vertragsabschluss sollten sich Vermieter daher ganz genau erkundigen, wer hinter dem Portal steckt und welchen Leistungsumfang er für das Geld bietet.

Wichtig ist, zu wissen, wer die Vor-Ort-Termine wie Besichtigungen etc. durchführt. Denn während das bei manchen Portalen von richtigen Maklern übernommen wird, spannen andere Portale Aushilfsarbeiter wie Studenten ein, die besonders bei Luxusimmobilien natürlich nicht das leisten können, was ein Makler bietet.

Der Niedergang des Ölpreises

Der Oelpreis befindet sich im freien Fall. Was Autofahrer freut, gefaehrdet die Wirtschaft.

Bislang war es vor allem der Fracking-Boom in den USA, mit dem Experten den sinkenden Ölpreis erklärten. Doch inzwischen hat sich die Situation geändert und der stetig sinkende Preis scheint ein Indikator für das allgemeine Schwächeln der Weltkonjunktur zu sein.

Preisverfall trotz hoher Nachfrage

Das mag auf den ersten Blick nicht einleuchten, denn die Nachfrage nach Öl ist derzeit so hoch wie lange nicht mehr, schenkt man den Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) Glauben. Täglich werden im Durchschnitt rund 94,2 Millionen Barrel nachgefragt. Verglichen mit 2014 ist das ein Plus von 1,6 Millionen Barrel.

Dennoch schläft diese Entwicklung langsam ein. Es ist vor allem  die aktuelle Situation in China, die der Dynamik den Wind aus den Segeln nimmt. Denn China ist der weltweit größte Ölimporteur, der Absturz der Chinesischen Börse und die damit verbundene Abwertung des Yuan (die in der vergangenen Woche zum dritten Mal binnen kurzer Zeit stattgefunden hat), bringen das Tempo des Preisverfalls noch weiter in Fahrt. Durch diese Auswirkung, die die Krise in China auf den Ölpreis hat, betrifft die dortige Situation letztlich auch alle anderen Nationen.

Zusammenspiel vieler Faktoren

Doch es ist nicht nur die Situation in China, die Brisanz in das Thema bringt. Auch das weltweit hohe Angebot deckelt den Preis enorm. Und es ist der Konkurrenzkampf zwischen den produzierenden Ländern, der den Ölpreis im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr als halbiert hat.

Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) hält derzeit an einer hohen Produktion fest, die zwangsläufig zu einem niedrigen Ölpreis führt. Auf diese Weise sollen produzierende Länder, die auf einen hohen Ölpreis angewiesen sind, vom Markt gedrängt werden.

Opfer dieser Politik der Opec ist beispielsweise Norwegen, bei dem fast die Hälfte der Exporte am Rohöl hängt. Inzwischen ist hier fast die gesamte Wirtschaft nahezu zum Erliegen gekommen.

Auch die USA und der Iran drängen auf den Markt

Zusätzlich zu der Überproduktion der Opec bauen auch die USA weiterhin das Fracking aus und bringen noch mehr Öl auf den Markt. Und nach dem Ende der Sanktionen ist auch der Iran als starker Produzent wieder zurück im Geschäft.

Die Weltbank geht davon aus, dass dieses Überangebot an Produzenten den Preissturz noch weiter fördern wird. Denkbar ist sogar ein Preisabfall um weitere 10, – € pro Barrel.

Konsequenzen für Deutschland?

Man mag meinen, dass der niedrige Ölpreis sich positiv auf Deutschlands Wirtschaft auswirkt. Immerhin profitieren gerade energieintensive Unternehmen wie Auto-, Luftfahrt- und Chemiekonzerne von den niedrigen Preisen. Und das wiederum sollte ja dem Wachstum unserer Industrienation nur gut tun.

Doch Ökonomen gehen nicht davon aus, dass ein konjunktureller Schub durch die niedrigen Ölpreise zustande kommen wird. Vermutlich werden sich die positiven Effekte auf den Bereich der zweiten Kommastelle beschränken. Im Gegenzug jedoch wird Deutschland als Exportnation deutlich unter der Konjunkturschwäche anderer Länder leiden.

Wenn die Deflation kommt

Ein weiteres kritisches Thema ist die Entwicklung der Inflation. Experten gehen davon aus, dass der sinkende Ölpreis auch die Inflation weiterhin niedrig halten wird. Solche Aussichten schüren die Angst vor der Deflation. Und die ist nicht ganz unberechtigt. Immerhin liegt die Inflationsrate in der Eurozone bei 0,2 % schon recht niedrig.

Dieser Trend blockiert auch die Abkehr von den niedrigen Zinsen. Und das wiederum trifft den Verbraucher ganz direkt. Denn die Deutschen, die mit ihrem Verlangen nach Sicherheit ihr Geld vor allem in Sparbücher und auf Tagesgeldkonten anlegen, haben kaum Chancen ihr Vermögen zu vermehren. Vielmehr liegen die Zinsen sogar noch niedriger als die derzeitige Inflation, was letztlich dazu führt, dass die Deutschen de facto immer ärmer werden.

Kostenfalle Smartphone

Mobilfunkvertraege beinhalten nicht selten versteckte Kosten.

Wer sich bei seinem Mobilfunkvertrag allzu leicht von Top-Angeboten blenden lässt, läuft Gefahr letztlich deutlich draufzuzahlen, denn viele Mobilfunkanbieter locken Kunden mit Schnäppchen, die sich letzten Endes als Kostenfalle entpuppen.

Rabattaktionen als Falle

Anbieter werben immer wieder mit Rabattaktionen, um neue Kunden zu gewinnen. Da werden besonders günstige Tarife angeboten, oder Treue-Boni versprochen. Was dann hingegen nur im Kleingedruckten steht, ist, dass der unschlagbar günstige Tarif nur für die ersten zwölf Monate gilt und danach deutlich teurer wird. Wer da vergisst nach Ablauf der Mindestlaufzeit zu kündigen, erhält Rechnungen, die zum Teil mehr als doppelt so teuer sind, wie der anfängliche Vertrag.

Auch wenn Tarife mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit meist etwas teurer sind als Tarife mit längerer Laufzeit, sind sie dennoch empfehlenswert, da sie Verbrauchern deutlich mehr Flexibilität gewährleisten.

Gratis-Zusatzoptionen? Nur am Anfang

Auch das Angebot kostenlos ein größeres Datenvolumen freizuschalten, zusätzliche Freiminuten zu bekommen oder eine Handyversicherung zu erhalten gilt meist nur für die erste Zeit, in der der Vertrag läuft. Wer nicht daran denkt, rechtzeitig zu kündigen, zahlt nach Ablauf der Gratiszeit ordentlich drauf.

Die Flatrate mit Einschränkungen …

Flatrate ist leider nicht gleich Flatrate, auch hier lohnt immer ein zweiter Blick. Denn nicht selten gelten die Tarife nur für einen bestimmten Bereich, d. h. Telefonie ins gleiche Netz oder ins Festnetz. Für Anrufe in andere Netzte hingegen werden dann oft horrende Preise fällig. Und in der Regel kosten auch bei Flatrates Anrufe und Sondernummern zusätzlich.

Wer gerne SMS schreibt, muss besonders aufpassen, denn häufig ist dieser Service ausgeschlossen und muss extra bezahlt werden.

Auch mit den Freiminuten ist es so eine Sache. Viele Nutzer verbrauchen längst nicht alle Freiminuten, die sie mit ihrem Vertrag erhalten. Doch werden sie bis zum Ende des Monats nicht aufgebraucht, verfallen sie. Die Mitnahme nicht genutzter Minuten in den nächsten Monat ist in der Regel nicht möglich.

Besonders für diejenigen, die ihr Handy nur hin und wieder benutzen, ist daher ein klassischer Prepaid-Tarif in der Regel die beste Wahl.

Kostenautomatik lässt Ausgaben in die Höhe schnellen

Vor allem die jüngere Generation nutzt das Smartphone im Wesentlichen für das Internet. Wer viel und überall surfen will, kommt um eine Datenflatrate kaum herum. Solche Flatrates beinhalten ein Datenvolumen, ist dieses aufgebraucht, wird die Surfgeschwindigkeit empfindlich gedrosselt. Um trotzdem wie gewohnt weitersurfen zu können, bieten viele Verträge eine sogenannte „Datenautomatik“ an. Hier wird das Datenvolumen automatisch aufgestockt, wenn die im Vertrag vereinbarte Menge aufgebraucht ist – natürlich für zusätzliche Kosten. Wer eine solche automatische Aufstockung nicht will, muss diese meist schriftlich kündigen.

Wenn aus Prepaid nicht Prepaid ist

Für eine vollständige Kostenkontrolle ist ein Prepaid-Tarif noch immer die beste Wahl. Genutzt werden kann hier nur das Guthaben, das man bereits im Voraus gezahlt hat. Vor allem für Kinder ist ein solcher Vertrag die beste Wahl, weil sie dadurch frühzeitig lernen mit einem bestimmten Betrag zu haushalten.

Doch auch hier ist Vorsicht angebracht, denn nicht bei allen Prepaid-Tarifen handelt es sich tatsächlich um solche. Bei einigen Anbietern besteht die Möglichkeit, dass im Nachhinein Kosten abgebucht werden, die über das aufgeladene Guthaben hinausgehen. Das kann besonders bei Sonderrufnummern oder Auslandstelefonaten vorkommen.

Tatsächlich wird diese Form des Prepaid oft als besonderer Service angeboten, der so funktioniert, dass nach Erreichen der Guthabengrenze das Guthaben automatisch wieder aufgeladen wird. Das mag zwar praktisch sein, weil man auf diese Weise nie vergisst, das Guthaben aufzuladen, de facto aber verliert man auf diese Weise die Kostenkontrolle.

Sinkendes Nettovermögen – die Deutschen werden ärmer

Die Deutschen haben weniger Nettovermoegen als noch vor einigen Jahren.

Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung hat das DIW das reale Nettovermögen der Deutschen für den Zeitraum von 2003 bis 2013 untersucht. Das Ergebnis, das dabei zutage gekommen ist, darf durchaus erstaunen, widerspricht es doch dem allgemeinen Empfinden, dass es uns Deutschen derzeit so gut geht wie lange nicht mehr und dass wir uns in permanenter Kauflaune befinden.

15 % weniger in der Tasche

Doch die Zahlen der DIW-Studie sprechen eine deutliche Sprache: Wir sind ärmer geworden. In den letzten Jahren ist das reale Nettovermögen der privaten Haushalte um nahezu 15 % geschrumpft.

Untersucht wurden die realen Vermögen von Privathaushalten, d. h. die Kaufkraft des Vermögens unter Berücksichtigung der Inflation. Neben dem Geldvermögen wurde auch Immobilienbesitz berücksichtig, abzüglich bestehender Schulden.

Daraus ergab sich ein durchschnittliches Vermögen von knapp 117.000, – € pro Haushalt im Jahr 2013 – im Jahr 2003 waren es noch rund 137.000, – €.

Widersprüchliche Daten vom Statistischen Bundesamt

Anders als die Studie des DIW hingegen zeigt die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) des Statistischen Bundesamtes für den gleichen Zeitraum einen Zuwachs der realen Nettovermögen um ganze 20 %.

Dieser starke Kontrast lässt sich im Wesentlichen nur mit der unterschiedlichen Bewertung von Immobilien erklären, die in beiden Studien zugrunde gelegt wurde. De facto macht der Eigentum von Immobilien einen immensen Anteil des Gesamtvermögens aus; unterschiedliche Erhebungsarten in den Studien führen daher leicht zu stark divergierenden Ergebnissen.

Während für die DIW-Studie die Eigentümer einen selbst geschätzten Wert für ihr Haus oder ihre Wohnung angeben mussten, zieht die VGR den „Wiederbeschaffungswert“ einer Immobilie zurate, d. h. es wird ermittelt, wie teuer es wäre die Immobilie zum aktuellen Zeitpunkt neu zu errichten, der Wert, der sich daraus ergibt, wird mit Abschreibungen für die bisherige Nutzung verrechnet.

Mieter ziehen den Kürzeren

Ein weiteres interessantes Ergebnis der DIW-Studie ist der große Unterschied, der zwischen Eigentümern und Mietern besteht. Während Eigentümer ein durchschnittliches Median-Vermögen von über 100.000, – € besitzen, beträgt es bei Mietern unter 2.000, – €.

Median-Einkommen heißt, dass 50 % der Haushalte mehr besitzt und 50 % weniger.

Damit haben Mieter deutlich geringere Vermögenszuwächse als Immobilienbesitzer. Der größte Vermögenszuwachs ließ sich übrigens bei Menschen beobachten, die Schenkungen oder Erbschaften erhielten.

Die Angst vor der Aktie

Als Erklärung für das sinkende Nettovermögen nennen die Forscher im Wesentlichen zwei Gründe. Problematisch ist demnach die Wertentwicklung selbstgenutzter Immobilien. Zwar steigt deren Wert in den Ballungszentren enorm, im Großen und Ganzen jedoch verlieren viele Eigenheime an Wert.

Ein anderes Problem ist das Anlageverhalten der Deutschen. Nach wie vor ist der Sparwille zwar groß – im Durchschnitt sparen deutsche Haushalte regelmäßig rund zehn Prozent ihres Einkommens. Doch noch immer wird primär in risikoarme Anlagen wie Sparbücher, Tagesgeld oder Bausparverträge investiert. Oftmals gleicht die Rendite daraus jedoch noch mal die Inflation aus.

Aussichten sind nicht trüb

Noch gibt es für 2015 keine Daten zu den Vermögen der Deutschen, doch es ist anzunehmen, dass der in der Studie gezeigte Trend nicht weitergeht. Vor allem die derzeit kräftig steigenden Immobilienpreise sprechen dagegen und es ist anzunehmen, dass die Vermögen der Deutschen nach und nach wieder wachsen.

Die Uneinigkeit über die Riester-Rente

Die Meinungen zur Riester-Rente gehen deutlich auseinander.

Gerade in jüngster Zeit haben sich die Neuigkeiten rund um die Riester-Rente wieder einmal überschlagen. Während das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und die Freie Universität Berlin erst kürzlich eine Studie veröffentlicht haben, die ein vernichtendes Urteil über die staatlich geförderte Altersvorsorge verhängt, hat sich als Reaktion darauf nur wenige Tage später die Deutsche Rentenversicherung für Riester stark gemacht.

Widersprüchliche Zahlen

Laut der Studie des DIW sind es lediglich die Reichen, die von der Riester-Rente profitieren. Geringverdiener hingegen – also diejenigen, die neben der gesetzlichen Rente besonders auf eine zusätzliche Altersvorsorge angewiesen sind – haben nur im geringen Maße einen Vorteil von der privaten Zusatzrente.

Die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hingegen sprechen eine ganz andere Sprache. Schenkt man ihnen Glauben, so bringen die hohen Netto-Renditen aus der Riester-Rente vor allem Familien mit vielen Kindern, Geringverdienern und Frauen erhebliche finanzielle Vorteile.

Die Sichtweise macht den Unterschied

Dass solche widersprüchlichen Aussagen Verbraucher und Spar-Willige verunsichern, ist durchaus verständlich. Tatsächlich rühren diese Differenzen von unterschiedlichen Betrachtungswinkeln her, denn die Ergebnisse sind im Wesentlichen davon abhängig, ob die Rendite in der Anspar- oder in der Auszahlungsphase zugrunde gelegt wird.

Tatsächlich können kinderreiche Familien in der Ansparphase profitieren, da für Kinder hohe Zulagen gezahlt werden. Gutverdiener profitieren von den Steuervorteilen in der Ansparphase, immerhin beteiligt sich der Staat an den Altersvorsorgebeiträgen mit bis zu 80 %.

Die große Ernüchterung bringt die Auszahlungsphase, die Rente ist dann in voller Höhe steuerpflichtig. Und auch das angesparte Kapital schrumpft merklich zusammen, berücksichtigt man die steigende Lebenserwartung und die dauerhaft niedrigen Zinsen.

Das Modell muss überarbeitet werden

Sicherlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Allein von der gesetzlichen Rente werden in Zukunft die wenigsten leben können. Doch damit die Riester-Rente weiterhin eine sinnvolle Ergänzung der staatlichen Rente sein kann, bedarf das Modell dringen einer Überarbeitung.

Ein wichtiger Schritt ist die Vereinfachung des Renten-Modells, denn die Riester-Rente ist in vielen Punkten zu unübersichtlich und kompliziert. Das komplexe Regelwerk wird von kaum einem Verbraucher richtig verstanden. Das schreckt ab und führt zu weniger Abschlüssen.

Problematisch sind auch die zum Teil horrenden Kosten, die von Versicherern für Vertragsabschlüsse und Verwaltung erhoben werden. Zulagen und Rendite werden zum großen Teil von diesen Kosten verschlungen. Insbesondere in Zeiten der Niedrigzinsen schwinden die Chancen auf nennbare Gewinne enorm.

Vor allem Geringverdiener sehen für sich kaum Vorteile von der Riester-Rente, da diese in der Auszahlungsphase an die Grundsicherung angerechnet wird. Solange diese Praxis beibehalten wird, werden sich kaum Geringverdiener für eine Riester-Rente entscheiden, denn für sie bedeutet Riester derzeit Kosten, von denen man später nichts hat.

Auch die Höhe der staatlichen Zulagen und der maximalen Förderhöhe müssen überarbeitet werden, denn sie wurden seit der Einführung des Riester-Modells im Jahr 2002 nicht mehr angepasst. Mit Blick auf die Inflation und die Entwicklung auf dem Geldmarkt macht sich das Modell damit Jahr für Jahr unattraktiver.

Neuer Aufschwung für Riester?

Einen Aufwind wird die Riester-Rente sicherlich nur erfahren können, wenn das gesamte System überarbeitet wird. Notwendig und sinnvoll ist das allemal, denn die Deutschen werden in Zukunft immer mehr auf die private Altersvorsorge angewiesen sein – da ist es wichtig, dass es Modelle gibt, die auch halten, was sie versprechen.

Mieterhöhungen – nicht alles gefallen lassen

Mieterhoehungen sollten Mieter gruendlich pruefen.

So weit, so gut. Stellt sich nur die Frage, woran Mieter erkennen können, dass das Schreiben, das ihnen vorliegt, keine Gültigkeit hat? Das zu überprüfen, ist gar nicht so schwer, wie man im ersten Moment annehmen mag. Es gibt einige Punkte, anhand derer sich leicht erkennen lässt, ob sich die drohenden Mehrkosten womöglich vermeiden lassen.

Nur in schriftlicher Form

Will der Vermieter eine Mieterhöhung vornehmen, muss dies auf schriftlichem Wege geschehen. Eine rein mündliche Mitteilung – ob persönlich oder am Telefon – ist nicht ausreichend. Auch eine formlose Mail ist kein rechtskräftiges Mittel, um die Miete anzuheben. Stattdessen ist ein Brief erforderlich. Möglich ist allerdings auch ein Ausdruck mit Faksimile-Unterschrift

Keine zu knappen Fristen

Grundsätzlich gilt, dass Vermieter die Miete nicht willkürlich anziehen dürfen. Das gilt auch für die Frequenz, in der Mieterhöhungen vorgenommen werden. Das heißt, seit die Miete das letzte Mal angehoben wurde, müssen mindestens zwölf Monate vergangen sein.

Diese Frist von zwölf Monaten gilt übrigens nicht für die tatsächliche Mieterhöhung, sondern für die Ankündigung der Mieterhöhung. Bis diese dann durchgeführt werden kann, gilt nochmals eine Frist von drei Monaten. Das räumt den Mietern de facto einen Zeitraum von 15 Monaten ein, in denen der Mietbetrag derselbe bleibt.

Natürlich aber gibt es von dieser Regel auch eine Ausnahme. Sind gestiegene Betriebskosten oder Modernisierungsmaßnahmen Grund für die Erhöhung, so werden die oben genannten Fristen hinfällig.

Bei Modernisierungsmaßnahmen dürfen bis zu elf Prozent der Kosten für die Modernisierung auf den Mietpreis aufgeschlagen werden, sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Wichtig ist jedoch, dass sich durch die Maßnahmen die Wohnqualität verbessert, oder Heiz- oder Stromkosten eingespart werden können.

Kappungsgrenze berücksichtigen

Die Kappungsgrenze besagt, dass die Miete innerhalb von drei Jahren um maximal 20 % steigen darf. Das verhindert einen zu sprunghaften Anstieg der Miete, wenn diese weit unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Diese Grenze muss der Vermieter bei seiner Forderung berücksichtigen.

Für Ballungszentren mit Wohnraumknappheit gilt eine weitere Regel, nach der die Kappungsgrenze durch das Land auf 15 % herabgesenkt werden kann.

Begründung muss her

Liegt die Mieterhöhung in schriftlicher Form vor und wurde in einem angemessenen Zeitrahmen vorgenommen, ist das noch kein Garant dafür, dass der Vermieter damit durchkommt. Denn einfach so kann keine Mieterhöhung vorgenommen werden. Vermieter müssen ihren Schritt begründen und nachweisen, dass sie keine Erhöhung vornehmen, die oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Gültige Nachweise sind ein Sachverständigengutachten, drei Vergleichswohnungen oder der Mietspiegel.

Bei Gemeinden und Städten, die keinen Mietspiegel haben, hat der Vermieter übrigens die Möglichkeit, sich am Mietspiegel vergleichbarer Gemeinden zu orientieren.

Zustimmung erforderlich

Die schriftliche Mieterhöhung durch den Vermieter bedarf immer der Zustimmung durch den Mieter selbst. Damit der Mieter das Schreiben und die Forderungen auf ihre Richtigkeit untersuchen kann, gilt eine Frist von drei Monaten, bis die Mieterhöhung gültig wird. Diese Frist beginnt mit dem Monat, in dem das Schreiben zugestellt wurde und läuft noch zwei weitere Monate.

Stimmen Inhalt und Form der Forderung, muss der Mieter der Erhöhung zustimmen. Wichtig ist jedoch, dass die künftige Miete genau nachvollzogen werden kann. Vermieter müssen hierfür auch die Wohnfläche nennen. Hier lohnt übrigens eine Überprüfung. Denn weicht die tatsächliche Wohnfläche von der im Schreiben angegeben um 10 % ab und ist kleiner, haben Mieter Anspruch auf Mietminderung.

Zustimmen unter Vorbehalt

Finden sich im Schreiben inhaltliche Fehler, muss der Mieter der Forderung nur so weit zustimmen, wie sie ihre Berechtigung hat. D. h. wird ein falscher Wert aus dem Mietspiegel herangezogen, die Forderung ist ansonsten aber berechtigt, muss nur der Wert angepasst werden.

Formale Fehler hingegen können größere Konsequenzen nach sich ziehen. Tatsächlich kann in so einem Fall das ganze Schreiben unwirksam werden und der Mieter muss nicht reagieren. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn nicht alle Mieter der Wohnung ein Schreiben erhalten.

Mieter sollten in einem solchen Fall jedoch vorsichtig sein und nicht unbedacht handeln. Wichtig ist, sich rechtlich gut auszukennen, um später nicht vor noch höheren Kosten zu stehen. Aus diesem Grund sollten Mieter, die Zweifel an der Richtigkeit einer Mieterhöhung haben umgehend den Mieterbund oder einen Anwalt einschalten, um sich abzusichern.

Wenn es zur Klage kommt

Natürlich haben Vermieter das Recht zu klagen, wenn sich Mieter gegen eine angekündigte Mieterhöhung wehren und nicht zahlen. So bleibt ihnen nach der Verweigerung eine Frist von drei Monaten um Klage auf Zustimmung zu erheben. In einem solchen Fall ist es dann am Gericht zu entscheiden, ob die Forderung des Vermieters berechtigt ist oder nicht.

Gebrauchtwagen – nicht immer ohne Risiko

Der Markt fuer Gebrauchtwagen ist in Deutschland sehr gross.

Im Schnitt sind die Autos beim Wiederverkauf 6,2 Jahre alt und haben gut 78.000 Kilometer runtergefahren. Was den typischen Käufer angeht, so ist dieser nicht (wie man vielleicht erwarten mag) besonders jung, sondern im Schnitt 40 Jahre alt und lässt sich den Wagen noch rund 9.870, – € kosten.

Die meisten vertrauen auf den Händler

In den meisten Fällen wird der Autokauf über einen Händler abgewickelt, aber etwa 40 % kaufen direkt von Privatleuten. Auch wenn der Weg über einen Händler umständlicher und meist kostspieliger ist, als der Kauf direkt beim Besitzer, scheuen einige den Direktkauf. Das liegt daran, dass sich Käufer und Verkäufer in der Regel nicht kennen und das privat abgewickelte Geschäft bei späteren Mängeln nur schwer wieder rückgängig gemacht werden kann.

Um böse Überraschungen nach dem Kauf zu vermeiden, ist es sinnvoll, das Auto vor dem Kauf von neutraler Seite auf mögliche Schwachstellen überprüfen zu lassen. Wichtig ist, dass der technische Check bereits vor der Unterzeichnung des Vertrags stattfindet. Für diesen Check sollte man sich an die Werkstatt des Vertrauens wenden oder an einen Sachverständigen oder ein Prüfzentrum wie bspw. den ADAC. Mithilfe einer solchen Überprüfung lassen sich der Allgemeinzustand und der Zustand von Verschleißteilen wie Bremse und Co. sehr gut überprüfen.

Die Suche richtig angehen

Egal, wie günstig der Wagen ist, zu einem überhasteten Kauf ist in keinem Fall zu raten. Neben dem tatsächlichen Kaufpreis sollte man sich immer auch über die Unterhaltskosten für den Wagen informieren. Ebenso ist auch die Frage nach der Sicherheit einige Stunden der Recherche wert. Gleiches gilt für den idealen Kaufvertrag, grundlegende Information ist hier essentiell.

Wo die besten Angebote zu finden sind, lässt sich nur schwer sagen. Während so mancher einige hundert Kilometer aufs Land rausfährt, finden die anderen in Ballungsgebieten die besten Schnäppchen.

Tendenziell kann man jedoch sagen, dass rund um die Standorte der großen Automobilhersteller meist gute Angebote zu finden sind, ebenso wie in den Ballungszentren die Preise aufgrund des größeren Wettbewerbs oft niedriger sind als auf dem Land.

Probefahrt muss sein

Um eine Probefahrt mit dem Wagen des Interesses sollte man sich in keinem Fall bringen lassen. Wichtig ist dabei, nicht nur ein wenig im Wohngebiet zu fahren, sondern den Wagen auch auf der Autobahn zu testen. Idealerweise verbindet man eine solche Testfahrt auch gleich mit der Fahrt zum technischen Check.

Grundsätzlich sollte vor einer solchen Probefahrt jedoch mit dem aktuellen Besitzer die Versicherungsfrage geklärt werden. Und ohne ausreichenden Versicherungsschutz sollte sich niemand in ein fremdes Auto setzen. Eine Möglichkeit, sich abzusichern ist eine Probefahrtvereinbarung. Ein solches Dokument stellt z. B. der ADAC auf seiner Homepage zur Verfügung.

Vorsicht vor Lockangeboten!

Auch wenn die meisten Geschäfte mit Gebrauchtwagen problemlos verlaufen, gibt es einige schwarze Schafe auf dem Markt. Sowohl in Zeitungen als auch im Internet werden sehr gute Angebote offeriert, die dann bei Nachfrage jedoch bereits weg sind. Dafür bieten die Händler dann an, einen Neuwagen zu den gleichen Konditionen beschaffen zu können. Solche Angebote haben grundsätzlich einen Haken. Oft verstecken sich im Kleingedruckten Klauseln, die den Kauf deutlich teurer werden lassen, wie beispielsweise den Zuschlag der Mehrwertsteuer. Genauso wie für den Kauf einen Wagen aus dem Ausland niemals eine Voranzahlung zur Finanzierung des Transportes gemacht werden sollte. Denn es kommt immer wieder vor, dass diese Wagen gar nicht existent sind, und der Käufer nach Überweisung der Voranzahlung nie wieder etwas vom Verkäufer hört.

Gebrauchtwagen-Check: Auf diese Schwachstellen sollten Sie achten

Auspuff Zu den klassischen Verschleißteilen gehören Schalldämpfer und Rohe – auf Rost achten!
Dichtungen Dichtungsgummis an Scheiben und Türen müssen geschmeidig sein. Sind sie rissig oder porös, ist das ein eindeutiger Mangel
Lack Sind im Lack Wellen, Farbunterschiede oder matte Stellen erkennbar, deutet das auf einen reparierten Schaden hin
Ölverlust Sind unter Motor / Getriebe Tropfen sichtbar, ist das ein Hinweis auf Schäden, die teure Reparaturen erfordern
Reifen Reifen sollten regelmäßig abgefahren sein, ansonsten ist das ein Hinweis auf ein schadhaftes Fahrwerk
Scheinwerfer Sind alle Scheinwerfer funktionstüchtig? Sind die Abdeckungen beschädigt oder blind?

Generell gilt daher bei allen Angeboten – vor allem bei denen, die zu günstig erscheinen, um wahr zu sein – sich niemals zum Kauf überrumpeln zu lassen, sondern der Vertrag in Ruhe zu lesen und ggf. von einen dritten Person prüfen zu lassen. Verkäufer, die auf eine schnelle Entscheidung drängen, weil sie sonst den Preis nicht halten können, haben in der Regel Dreck am Stecken.

Versprechen müssen gehalten werden

Auch für private Verkäufer gilt übrigens, dass sie sich an das halten müssen, was sie beim Verkauf versprochen haben. Wird bei einem Wagen, der als unfallfrei verkauft wurde, nachträglich ein alter Unfallschaden nachgewiesen, muss der Verkäufer das Auto zurücknehmen. Im Gegensatz zum Händler haben private Verkäufer jedoch den Vorteil, dass sie nicht für Sachmängel haften, außer natürlich diese Mängel wurden arglistig verschwiegen.

Neue Fonds – Investition mit Risiko

Viele neue Fonds halten nicht, was sie versprechen.

Das Problem ist, dass die meisten der jährlich rund 2.000 neu angelegten Fonds in Europa oft Erwartungen und Versprechen nicht erfüllen und der Erfolg ausbleibt. Das zeigte eine Studie es britischen Fondsresearch Hauses Mackay Williams vom Dezember 2014.

So erreichen gerade mal acht Prozent der jährlich in Europa neu aufgelegten Fonds ein erfolgreiches Volumen, das bedeutet mehr als 500 Millionen Euro. Immerhin 21 % schaffen ein auskömmliches Volumen von 100 bis 500 Millionen. Der Rest jedoch bleibt auf der Strecke und schafft es nicht, die kritische Marke von 100 Millionen Euro zu erreichen. Diese Erkenntnis zeigt, dass vor allem für Privatanleger neue Fonds zu heiße Eisen sind, die besser nicht angerührt werden.

Bereits 35.000 Fonds in Europa

Es ist auch mitnichten so, dass die Auswahl an bereits bestehenden Fonds gering wäre. Rund 35.000 Produkte gibt es in Europa, zwischen denen Anleger wählen können. Dennoch üben die neuen Angebote immer wieder einen deutlichen Reiz aus, was sicherlich auch, oder primär, an der guten Vermarktung der Gesellschaften liegt. So versprechen die neuen Produkte besonders clevere Anlagestrategien oder nachhaltiges Investment.

Damit rücken die Fondsgesellschaften sich selbst in das beste Licht und führen die Anleger hinter selbiges, denn meist fehlt es an Transparenz und kaum einer kann genau nachvollziehen, worein eigentlich investiert wird.

Unrentable Fonds werden aufgelöst

Die Krise aussitzen und warten, bis sich der Erfolg des neuen Fonds einstellt, ist derweil meist keine Option für die Anleger. Die Investmentgesellschaften beobachten den Verlauf des Produktes genau und wenn ein Fonds nach einer gewissen Zeit nicht genug Erfolg bringt, wird er aufgelöst. Wird ein Fonds geschlossen, kann das für den Anleger ein deutliches Verlustgeschäft werden. Denn liegt der Fondspreis am Tag der Schließung unter dem Kaufpreis (ein Szenario, das mehr als denkbar ist), ist der Verlust vorprogrammiert.

Besonders häufig werden Themenfonds zu möglichen Wachstumsbranchen ins Leben gerufen. Doch was vielversprechend klingt, ist meist mit hohen Risiken für die Anleger verbunden, denn das Marktsegment, das hier vertreten wird, ist minimal.

Ein weiteres Problem ist, dass das Vertrauen der Anleger in die Fähigkeiten der Fondsmanager oft zu groß ist. Denn steckt eine ganze Branche in Schwierigkeiten, hat auch die Umschichtung von Papieren nur mäßige Aussicht auf Erfolg.

Bestehendes Angebot nutzen!

Grundsätzlich sind Privatanleger besser beraten, wenn sie in bereits bestehende Fonds investieren, am besten ist hier die Wahl breit gestreuter Investmentfonds. Denn Spezialprodukte – besonders solche, die neue Märkte erschließen – sind zum einen meist relativ teuer und bergen zum anderen auch ein deutlich höheres Verlustrisiko als Altbewährtes.

Wichtig bei der Auswahl von Fonds ist ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro. Grundsätzlich gilt, dass ein höheres Fondsvolumen die Überlebenschance eines Fonds steigert, auch wenn es niemals eine Garantie geben kann. Außerdem sollten Fonds über eine Mindestlaufzeit von drei Jahren verfügen, über die man ihre Entwicklung gut verfolgen kann.

Nur wer die Kriterien versteht, nach denen die der Fondsmanager die Titel auswählt und weiß, welche Anlageklassen hinter den Investments stehen, fährt eine einigermaßen sichere Anlagestrategie.

Hausratsversicherung: Vorsicht vor Trickdieben!

Wer Opfer von Trickdieben wird, darf nicht auf Leistungen der Hausratsversicherung hoffen.

Wer sich jedoch genauer mit der Hausratsversicherung beschäftigt, kann schnell das dahinter liegende System verstehen. Denn bei den allermeisten Hausratsversicherungen gilt, dass nur im Falle eines Raubes Leistung erbracht wird.

Der Unterschied zwischen Raub und Diebstahl liegt im Wesentlichen darin, dass bei einem Raub die Androhung oder Aufwendung von Gewalt vorliegt.

Demnach zahlt die Versicherung grundsätzlich bei Diebstahl nach einem Einbruch, wenn deutlich wird, dass sich jemand unerlaubt Zutritt zur Wohnung verschafft hat. In einem solchen Fall kommt sie nicht nur für die gestohlenen Gegenstände auf, sondern leistet auch für die durch den Vandalismus entstandenen Schäden.

Interessant zu wissen ist auch, dass sich die Leistung der Hausratsversicherung nicht nur auf Schäden innerhalb der eigenen vier Wände beschränkt. Die Police greift auch dann, wenn der Versicherte in der Öffentlichkeit Opfer eines Überfalls wurde, bei dem Gewalt im Spiel war bzw. wenn Gewalt angedroht wurde. Hilfreich ist in einem solchen Fall, wenn sich die Gewalt oder Gewaltandrohung mittels eines Zeugen nachweisen lässt.

Keine Chance bei Trickdiebstahl

Anders jedoch sieht es aus, wenn man Opfer von Trickdieben wurde. Wer an der Haustür oder auf der Straße von Kriminellen bestohlen wird, die sich als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen etc. ausgeben, hat keine Chance, den entstandenen Schaden erstattet zu kriegen. Ebenso wenig diejenigen, denen vermeintliche Freunde bei einer Party Wertgegenstände klauen. Das liegt daran, dass diese Fälle unter Diebstahl und nicht unter Raub fallen.

Zwar arbeiten die Versicherungsgesellschaften derzeit an den Bedingungen, damit auch Trickdiebstahl abgesichert ist, doch bis es tatsächlich so weit ist, wird es vermutlich noch einige Zeit dauern.

Bis dahin haben Verbraucher zumindest bei manchen Anbietern die Möglichkeit sich über Zusatzversicherungen gegen Verluste durch Trickdiebstahl zu schützen. So bietet bspw. die Ergo einen zusätzlichen Schutz, bei dem Schäden bis zu 1.500, – € mitversichert sind, zu denen es aufgrund von Trickdiebstahl kommt. Die Prämie für die Versicherung erhöht sich dadurch um 15, – € im Jahr.

Das richtige Vorgehen

Damit die Versicherung aber überhaupt in Leistung tritt, müssen Versicherte bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wichtig ist, dass sofort nach Entdeckung des Schadens Anzeige bei der Polizei erstattet wird. In diese Akten darf der Versicherer übrigens Einblick nehmen. D. h. wer versucht, die Versicherung durch falsche Angaben in die Irre zu führen, hat kaum Chancen, wenn bei der Polizei der tatsächliche Tathergang dokumentiert wurde.

Wichtig ist außerdem die Erstellung einer Liste mit den Dingen, die entwendet wurden. Hier ist es hilfreich Fotos und Kaufbelege beizufügen, um seinen rechtmäßigen Besitz nachzuweisen.

Sind durch Vandalismus Schäden entstanden, müssen diese möglichst genau mit einer Kamera dokumentiert und diese Fotos ebenfalls eingereicht werden.

In den meisten Fällen leistet die Versicherung auch, wenn es im Ausland zu einem Raub gekommen ist. Voraussetzung ist allerdings, dass sich der entwendete Hausrat nicht länger als drei Monate außerhalb der Wohnung befunden hat. Zudem ist auch hier wichtig, dass man Polizei und Versicherung unverzüglich Meldung macht.

Leistungsvorbehalt im Mietvertrag

Klauseln zum Leistungsvorbehalt im Mietvertrag regeln wie Mieterhoehungen durchgefuehrt werden koennen.

Die Lösung, von der beide Seiten gleichermaßen profitieren können, sind sogenannte Leistungsvorbehaltsklauseln. Allerdings sind diese derzeit im Wohnraummietrecht noch tabu und nur in Gewerbemietverträgen zulässig.

Flexiblere Mietanpassungen

Leistungsvorbehaltsklausen erleichtern dem Vermieter künftige Mieterhöhungen – ein Punkt, den Mieter grundsätzlich nicht als Vorteil für sich verbuchen können. Gleichzeitig bringt die Regelung bringt aber auch den Vorteil, dass Mieterhöhungen hier flexibler vorgenommen werden können als bspw. in Staffel- oder Indexmietverträgen.

Indexmietverträge sind an den Verbraucherpreisindex gekoppelt, der jedes Jahr vom Statistischen Bundesamt erhoben und bekanntgegeben wird und erlauben eine jährliche Mieterhöhung entsprechend der Veränderung des Verbraucherpreisindex‘.

Der Vorteil beim Leistungsvorbehalt ist nun, dass Vermieter nicht an feste zeitliche Vorgaben gebunden sind, wann sie eine Mieterhöhung vornehmen und dadurch nicht dazu verleitet werden, Mieterhöhungen vorweg zu nehmen. Davon kann natürlich auch der Mieter profitieren. Insbesondere, weil der Vermieter nicht willkürlich Erhöhungen vornehmen darf, sondern sich an strenge Kriterien halten muss. Diese Kriterien halten die Kosten-Objekt-Relation in einem vernünftigen Rahmen.

Preisanpassung ist Verhandlungssache

Die weniger starren Vorgaben der Leistungsvorbehaltsklausel räumen Mietern die Möglichkeit der Nachverhandlung bei Mieterhöhungen ein, denn die Erhöhung der Miete ist keine fixe Größe und der Vorschlag des Vermieters bedarf der Zustimmung des Mieters.

Natürlich kann es gerade in diesem Punkt zu Unstimmigkeiten zwischen den beiden Parteien kommen, in einem solchen Fall ist es sinnvoll einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der die Änderung objektiv ermittelt.

Strenge Vorgaben für die Mietpreiserhöhung

Will der Vermieter tatsächlich die Miete anheben, so muss er diesen Schritt zum einen begründen und zum anderen muss sich das Ausmaß der Erhöhung in einem nachvollziehbaren und vertretbaren Rahmen bewegen.

Bei einer Mietanpassung, müssen Anlass und Umfang der Erhöhung angegeben werden, ebenso wie die Bezugsgrößen, nach denen sich die Erhöhung richtet. Der Anlass für die Änderung muss übrigens immer belegt werden, beispielsweise durch die Herausgabe neuer Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Damit Vermieter nicht benachteiligt werden, ist eine klare Formulierung der Klausel entscheidend. Werden absichtlich Formulierungen verwendet, die für den Mieter missverständlich sein können, ist die Klausel automatisch unwirksam.

Elementarer Bestandteil der Klausel ist auch, dass künftige Preisanpassungen nicht fix festgelegt werden, sondern dass sich die Höhe der aktuellen Situation anpasst.

Maßstab für die Mieterhöhung erforderlich

Um willkürlichen Preisanhebungen entgegenzuwirken, muss jeder Vertrag einen Maßstab nennen, an dem sich künftige Mieterhöhungen orientieren sollen. Hier haben Vermieter unterschiedliche Möglichkeiten. So kann zum einen der Mietspiegel als Vergleichsgröße herangezogen werden, aber auch der Preisindex des Statistischen Bundesamtes oder Lohnentwicklungen in bestimmten Branchen können als Referenz dienen.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, Mieterhöhungen von Zeitrahmen abhängig zu machen und in festgesetzten Intervallen zu überprüfen, ob die Miete noch der ortsüblichen Vergleichsmiete entspricht. In einem solchen Fall wird in einem Turnus von beispielsweise fünf Jahren eine Anpassung der Miete vorgenommen.

Strenge Vorgaben für geförderte Altersvorsorgeprodukte

Was in den Produkinformationsblaettern fuer gefoerderte Altersvorsorgeprodukte stehen muss, wurde neu geregelt.

Nun hat das Bundesfinanzministerium in Zusammenarbeit mit dem Sozial- und Verbraucherschutzministerium eine Verordnung verfügt, die die Vorgaben in den Informationsblättern zu staatlich geförderten Vorsorgeprodukten ganz klar regelt.

Die Altersvorsorge-Produktinformations-Blatt-Verordnung des Bundesfinanzministeriums, die aktuell erlassen wurde, bedeutet umfassende Neuregelungen und Standardisierungen, auf die sich die Anbieter bis 2017 einstellen müssen.

Logo für die Fördervarianten

Die Neuerung zielt auf eine Stärkung des Verbraucherschutzes ab und will die Blätter verständlicher gestalten. So ist für jede Fördervariante ein eigenes Logo vorgesehen, wodurch sofort erkennbar wird, um welche Förderung es sich handelt (Riester-Rente, Wohn-Riester, Basisrente-Alter, Basisrente-Erwerbsminderung). Zusätzlich wird nach den Produkttypen unterschieden (Rentenversicherung, Fondssparplan, Banksparplan, Bausparplan …).

Chancen und Risiken der Produkte

Durch eine Chance-Risiko-Klassifizierung (CRK) sollen Verbraucher künftig besser einschätzen können, wie riskant das von ihnen gewählte Produkt ist. Dafür ist eine Einordnung in fünf CRK vorgesehen.

CRK 1 ist dabei die Klasse mit der geringsten Renditechance dafür aber auch mit dem geringsten Risiko, während CRK 5 für gute Renditechancen und hohes Risiko steht.

Die CRK werden in Simulationsverfahren ermittelt und regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft. Berücksichtigt werden dabei Vertragslaufzeiten von 12, 20, 30 und 40 Jahren. Welche CRK für das jeweilige Produkt anfällt, muss künftig im Produktinformationsblatt festgehalten werden.

Transparente Kostenaufstellung

Damit Verbraucher wissen, welche Kosten de facto auf sie zukommen, müssen zunächst einmal Abschluss- und Vertriebskosten in einer Summe genannt werden. Das verhindert den Anschein eines günstigen Preises aufgrund der Splittung der Kosten. Die Höhe der Verwaltungskosten muss für das erste volle Beitragsjahr als Gesamtsumme erwähnt werden.

Wie gut ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis der einzelnen Produkte soll klar verständlich dargestellt werden. Dafür muss bereits zu Vertragsbeginn das garantierte Kapital genannt werden, das in der Auszahlungsphase verfügbar sein wird. Gleiches gilt für die monatlichen Raten in der Auszahlungsphase. Zudem müssen die Anbieter auf die Kosten hinweisen, die während der Auszahlungsphase entstehen (bspw. Steuern).

Bis zur Auszahlung verringert sich die Wertentwicklung aufgrund der laufenden Kosten. Wie hoch diese Minderung ausfällt, muss in den Blättern prozentual angezeigt werden. In diesen Prozentsatz müssen sämtliche Kosten einfließen, damit auch hier ein klar verständliches Bild entsteht.

Immobilienkredit: Schnelltilger im Vorteil

Mit einer schnellen Tilgung des Immobilienkredits laesst sich viel sparen, es werden aber auch hohe Raten faellig.

Die Zinsen auf Immobilienkredite sind unschlagbar günstig. Noch im Mai dieses Jahres war der Zinssatz auf Hypothekendarlehen auf einem Rekordtief von 1 %. Doch seitdem klettert der Satz stetig nach oben, sodass Anfang Juli für das gleiche Darlehen bereits mindestens 1,7 % Zinsen fällig wurden. Auch das ist noch günstig, natürlich – dennoch geht der Trend erkennbar wieder in eine Richtung, nämlich nach oben.  Besonders bei Immobilienkrediten ist es gefährlich, sich auf einen günstigen Zinssatz zu verlassen, denn in der Regel wird für die Tilgung der restlichen Schulden ein Anschlusskredit fällig und welcher Zinssatz einen da erwartet, kann niemand voraussehen.

Absicherung ist sinnvoll

Aufgrund der unsicheren Zinssituation ist eine Absicherung mehr als sinnvoll, um mit dem Folgekredit nicht in eine Kostenfalle zu geraten. Eine Möglichkeit dieser Absicherung bieten Schnelltilgerdarlehen, bei denen eine zügige Kredittilgung mit einer langen Zinsbindung kombiniert wird.

Schnelltilgerdarlehen sind Kredite, die innerhalb von 10 – 20 Jahren vollständig zurückgezahlt werden. Laufzeit und Zinssatz werden zu Beginn festgelegt und können nicht verändert werden.

Anders als bei Immobilienkrediten üblich, ist bei einem Schnelltilgerdarlehen eine Anschlussfinanzierung nicht nötig, da der Kredit in der festgesetzten Laufzeit komplett zurückgezahlt wurde. Das hat den Charme, dass die Gefahr steigender Zinsen bei einem Anschlusskredit gebannt ist.

Schnelles Tilgen nur mit hohen Raten

Der Nachteil an dieser Lösung sind die hohen Raten. Um einen Kredit von 100.000, – € innerhalb von 20 Jahren vollständig zu tilgen, ist bei einem Zinssatz von 2 % eine Monatsrate von rund 500, – € fällig, wer binnen 15 oder gar zehn Jahren tilgen will, muss monatlich gut 644, – bzw. 920, – € berappen, wie Stiftung Warentest (8/2015) berichtet.

Natürlich lässt sich ein Kredit auch mit geringeren Raten tilgen. Das Problem ist, dass bei einer Rate von 333, – € pro Monat und einem Zinssatz von 2 % nach 20 Jahren Rückzahlung noch nicht mal die Hälfte der Schulden abbezahlt sind, was einen Anschlusskredit unumgänglich macht.

Gute Konditionen für Schnelltilger

Wie ein Test von Stiftung Warentest zeigt, bekommen diejenigen, die sich für eine schnelle Kredittilgung entscheiden bei vielen Banken besonders gute Konditionen. Das liegt daran, dass die Banken durch die zügige Rückzahlung des Kredits sich das Geld für die Refinanzierung am Geldmarkt günstiger besorgen können. Diesen Vorteil geben viele Banken an ihre Kunden weiter und so zahlen Schnelltilger bis zu 0,5 % weniger Zinsen auf ihre Immobilienkredite als diejenigen, die mit geringeren Raten zurückzahlen.

Nicht ohne Risiko

Natürlich ist ein fixer Zinssatz sehr attraktiv. Doch ganz unproblematisch ist die schnelle Tilgung auch nicht. Wer sich darauf einlässt, sollte sichergehen, dass er die Raten über die Jahre auch gleichmäßig zurückzahlen kann. Denn bei finanziellen Engpässen ist eine Stundung oder Herabsetzung der Raten nur möglich, wenn man der Bank eine Entschädigung zahlt oder aber einen neuen Vertrag abschließt. Sinnvoll ist die schnelle Tilgung daher nur für diejenigen, die ein hohes, sicheres Einkommen haben und bei denen nicht die Gefahr besteht, in eine finanzielle Notlage zu geraten.

Wer sich unsicher ist, ob er so hohe Raten über den gesamten Zeitraum tatsächlich stemmen kann, aber trotzdem eine Schnelltilgung machen möchte, hat meist noch die Option im Kreditvertrag eine Ratenänderung zu vereinbaren. Dieses Vorgehen ist nicht unüblich, geht aber in der Regel auf Kosten des Zinsrabattes.

Schnelltilgung für den Anschlusskredit

Ein guter Rat jedoch ist, die Möglichkeit der Schnelltilgung für einen Anschlusskredit anzuwenden. Denn wer mit dem ersten Vertrag bereits einen Großteil seiner Schulden gezahlt hat, muss keine so hohe Summe mehr zurückzahlen und kann daher bei einer Schnelltilgung auf niedrigere Raten und dennoch gute Zinskonditionen vertrauen.

Strommarkt 2.0 – mit Flexibilität punkten

Mit dem Flexmarktmodell kann Strom aus regenerativen Quellen ideal genutzt werden.

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) hat ein Modell für den Strommarkt entwickelt, nach dem Stromverbraucher und -erzeuger flexibel auf das Angebot von Strom aus erneuerbaren Energien zugreifen können. D. h. produzieren die Windparks aufgrund des kräftigen Windes auf Hochtouren, fällt der Strompreis an der Börse und Verbraucher können sofort reagieren und auf günstigeren Strom zugreifen.

Problematik in der Umsetzung

So gut diese Idee klingt, ist die Umsetzung doch leider alles andere als einfach. Denn wenn viele Verbraucher gleichzeitig auf fallende Strompreise reagieren und die maximale Leistung beziehen, gleicht das einem Genickschuss für die Verteilernetze. Und der Ausbau, der notwendig wäre, um den Anforderungen gerecht zu werden, ist weder umsetzbar noch erstrebenswert.

Auch ein anderes Problem stellt sich dem bundeseinheitlichen Strompreis in den Weg: Denn nur weil in Norddeutschland die Windparks auf Hochtouren arbeiten, heißt das noch lange nicht, dass die Solarfelder in Süddeutschland zeitgleich volle Leistung bringen. Und nicht immer ist ein Ausgleich durch das Übertragungsnetz möglich. Eigentlich wäre in einem solchen Fall in der süddeutschen Region dann ein geringerer Verbrauch angezeigt, obwohl der Strompreis etwas anderes signalisiert.

Mögliche Lösung ist auf dem Weg

Mit dem bne-Flexmarkt soll nun dieses Problem gelöst werden. Die Idee dahinter ist relativ simpel: Neben der Anzeige des Börsenstrompreises soll anhand eines regionalen Signals erkenntlich gemacht werden, in welchem Umfang und zu welcher Zeit das flexible Verbraucherverhalten in einzelnen Regionen sinnvoll ist.

Konkret heißt das – um bei unserem Beispiel mit der Windkraft zu bleiben –, drückt der viele Windstrom, der im Norden Deutschlands produziert wird, die Börsenpreise, während gleichzeitig in Süddeutschland die Solarfelder kaum Strom produzieren, zeigt das Signal an, dass in Norddeutschland ein flexibles Verhalten sinnvoll ist, während in Süddeutschland Überlastung droht und gemäßigter Verbrauch angezeigt ist.

Die Abfrage des jeweils aktuellen Standes findet über Netzbetreiber statt, die bei regionalen Leitwarten oder Verbünden anfragen und dieses Signal an die Kunden weitergeben. Das ermöglicht ein ganz individuelles Reagieren auf die jeweils aktuelle Situation.

Digitale Abwicklung

Abgewickelt werden alle Prozesse automatisiert und digital. Voraussetzung für die Teilnahme am Flexmarkt ist daher eine digitale Infrastruktur, denn nur so können die notwendigen Signale empfangen werden.

Der große Bonus an diesem Modell ist eine  deutliche Reduzierung des Netzausbaubedarfs. Denn ein intelligenter Stromverbrauch nach Idee des Flexmarktes nutzt die vorhandenen Ressourcen optimal.

Zusammenschluss zu Netzverbünden sinnvoll

Problematisch ist die Struktur der Verteilernetzte, denn derzeit gibt es in Deutschland über 900 Stromverteilnetzbetreiber. Für eine bessere Organisation ist hier eine signifikante Reduzierung notwendig. Das Flexmarktmodell sieht daher den Zusammenschluss der einzelnen Netze zu maximal 25 regionalen Verbünden vor. Das Eigentum an den lokalen Netzen geht dabei nicht verloren, die Informationen zu Einspeisung und Verbrauch jedoch laufen an einem gemeinsamen Ort zusammen, wodurch das Management effizienter, leichter und damit auch günstiger wird.

Reformierung des Netzentgeltes

Mit der Einführung des Flexmarktes müsste das derzeit geltende Netzentgeltsystem überarbeitet werden. Aktuell belohnt es große Abnehmer dafür, wenn sie konstant eine bestimmte Menge Strom beziehen und besonders zu Schwachlastzeiten (d. h.  nachts) einen höheren Verbrauch haben. Wer hingegen flexibel auf das Angebot reagiert, muss ein hohes Entgelt zahlen – das jedoch widerspricht natürlich der Idee des Flexmarktes.

Tatsächlich haben diese Regelungen ohnehin nur einen geringen Nutzen, wie selbst die Bundesnetzagentur eingesteht, denn weder die Netzkostensenkung noch die Netzstabilität werden dadurch deutlich verbessert.

Flexmarkt als große Chance

Von der Idee des Flexmarktes kann die Energiewirtschaft deutlich profitieren. Besonders Unternehmen der neuen Energiewirtschaft können dadurch neue, digitale Geschäftsmodelle entwickeln, besonders durch die Vernetzung von Steuerungspotentialen aus Energiespeichern, Lastmanagement und Power-to-Heat.

Das ändert sich im August

Der August bringt nicht nur Sommer, Sonne und Freizeit, sondern auch einige Veraenderungen mit sich.

Familie & Co.

Rückwirkend zum 01. Januar 2015 erhöht sich das Kindergeld um 4, – € im Monat. Damit steigt der Betrag auf 188, – € für das erste und zweite Kind, für das dritte Kind gibt es 194, – €. Gleichzeitig wird auch der Kinderfreibetrag angehoben und beläuft sich für das Jahr 2015 auf 4.512, – €, das sind 114, – € mehr als noch im letzten Jahr.

Auch der Unterhaltsanspruch für Trennungskinder ist mit Monatsbeginn gestiegen. Durch eine Änderung der Düsseldorfer Tabelle, die die Höhe von Unterhaltsansprüchen regelt, steigen die monatlichen Sätze. Für Kinder bis sechs Jahre steigt der Anspruch von 317, – auf 328, – €, Kinder bis 12 Jahre bekommen künftig 376, – € und für Kinder von 12 bis 18 Jahre steigt der Anspruch auf 504, – €.

Studium

Der Bafög-Antrag und das lange Warten auf die erste Zahlung, sind für viele Studenten belastend. Für das kommende Semester ist hier jetzt eine Erleichterung vorgesehen: Auch wer nur eine vorläufige Master-Zulassung bekommen hat, kann bereits die Unterstützung bekommen und muss nicht auf die endgültige Zulassung warten. Ganz ohne Haken ist die Sache aber natürlich nicht, innerhalb eines Jahres muss die endgültige Zulassung nachgereicht werden.

Auch neu ist, dass bei einer zu langsamen Bearbeitung des Antrags bis zu 60 % des voraussichtlichen Bedarfs als Vorschuss gezahlt werden müssen.

Erbe

Mitte August (17.08.) tritt in Deutschland das EU-Erbrecht in Kraft. Hiernach wird geregelt, welches Recht gilt, wenn im EU-Ausland Vermögen vererbt wird. Ist im Testament keine andere Regelung vorgesehen, ist das Recht des Landes wirksam, in dem das Erbe vermacht wird (Bsp.: Erbt jemand eine spanische Finka, gilt das spanische Erbrecht).

Mietpreisbremse

Auch Bayern hat sich nun auf die Mietpreisbremse eingelassen und führt sie zum ersten August in 144 Städten und Gemeinden ein. Die Mietsteigerungen bei einer Neuvermietung dürfen hier nun nur noch maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, die durch den lokalen Mietspiegel oder ein Gutachten festgelegt wird. Bereits eingeführt haben die Mietpreisbremse übrigens Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.

Energetische Sanierungen

Wer an dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ teilnimmt, muss sich ab dem 1. August auf Änderungen gefasst machen. Denn ab nun gibt es nur noch Unterstützung für Maßnahmen, für die der Bauantrag bis zum 1. Februar 2002 gestellt wurde. Zuvor lag die Grenze beim 1. Januar 1995.

Gleichzeitig wird der Förderhöchstbetrag erhöht. Pro Wohneinheit beträgt er künftig 100.000, – € anstelle der bisher 75.000, – €.

Vorteile auf Reisen

Die Bahn hat Gewinneinbußen zu verzeichnen, Streiks und Konkurrenz durch Fernbusunternehmen haben es dem Schienen-Giganten in letzter Zeit schwer gemacht. Nun soll eine neue Tarifpolitik wieder Kunden anlocken. Eine der Neuerungen betrifft die Bahncard. Künftig gibt es die Rabattkarte auch mit einer verkürzten Laufzeit von drei Monaten. Für Jugendliche und Erwachsene bis 26 Jahre gibt es neuerdings die My BahnCard 50. Für nur 69, – € können junge Leute bei Zug-Fernreisen in der zweiten Klasse von einem Rabatt von 50 % profitieren.

Ferienjobs für Schüler: Das müsst ihr wissen

Viele Schueler verdienen sich waehrend der Ferien etwas dazu.

Um einen Großteil des mühsam verdienten Geldes nicht gleich wieder zu verlieren, ist es sinnvoll, sich bereits vor Antritt der neuen Stelle über die Regelungen zu Steuern und Abgaben zu informieren, denn es mehrere Möglichkeiten den Arbeitslohn zu besteuern.

Arbeiten auf „Lohnsteuerkarte“

Auch wenn die Lohnsteuerkarte aus Pappe schon lange durch ein digitales Verfahren ersetzt wurde, haben viele Betriebe die alte Bezeichnung beibehalten. Besonders für Schüler und Studenten ist das „Arbeiten auf Lohnsteuerkarte“ finanziell die beste Lösung. Denn dieses Verfahren ermöglicht einen Lohn ohne Einbußen. Dem Arbeitgeber müssen lediglich die Steueridentifikationsnummer sowie das Geburtsdatum mitgeteilt werden. Mit diesen Angaben kann der Chef alle notwendigen Informationen elektronisch abrufen und die Lohnabrechnung über das Elstam-Verfahren abwickeln.

Grundsätzlich sind zwar auch junge Leute steuerpflichtig, allerdings muss der monatliche Bruttoverdienst 950, – € übersteigen, bevor es tatsächlich zu einem Lohnabzug kommt. Diese Grenze wird nur von wenigen Ferienjobbern tatsächlich erreicht.

Mit der Anmeldung des Jobs findet auch eine Einstufung in eine Steuerklasse statt. Wer nur einer Beschäftigung nachgeht, kommt automatisch in Steuerklasse I. Anders sieht es für diejenigen aus, die einen Zweitjob haben. Sie werden in Steuerklasse IV eingestuft und müssen bereits ab dem ersten Euro Lohnsteuer zahlen.

Ab 950, – € fallen Abgaben an

Wer mit seinem Ferienjob die Grenze von 950, – € knackt, muss Lohn- und Kirchensteuer sowie den Solidaritätszuschlag vom Einkommen abführen.

Auch wenn es sich nur um ein geringes Einkommen handelt, lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung. Auf diese Weise lassen sich zu viel gezahlte Abgaben zurückholen, dabei kommen gut und gerne mehrere hundert Euro zusammen.

Übrigens reicht in Falle einer Beschäftigung wie einem Ferienjob die Abgabe einer vereinfachten Steuererklärung aus.

Seit Beginn des Jahres gibt es eine neue Regelung für die Sozialversicherungen (Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung). Während bis 2014 nur maximal 50 Tage im Jahr bzw. zwei Monate gearbeitet werden durfte, wenn man von den Zahlungen für die Sozialversicherung befreit bleiben wollte, gilt seit 2015 einen höhere Grenze. Neuerdings kann bis zu 70 Tage bzw. drei Monate im Jahr sozialversicherungsfrei gearbeitet werden. Ob diese Zeit am Stück abgearbeitet wird, oder sich über das Jahr bei mehreren Jobs aufsummiert, ist egal.

Wird die 70-Tages-Grenze jedoch überschritten, fallen für den Arbeitnehmer Sozialabgaben und Steuern an. Die Höhe richtet sich hierbei nach dem Arbeitsumfang. Dabei wird zwischen Minijob (bis 450, – €), Midijob (450, – bis 850, – €) und einem normalen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis unterschieden.

Vorsicht bei Ausbildungsbeginn!

Eine besondere Regelung gilt in diesem Zusammenhang übrigens für Schüler, die noch im selben Jahr eine Berufsausbildung anfangen, denn in diesem Fall ist der Ferienjob nicht mehr sozialversicherungsfrei. Wer betroffen ist, sollte daher unbedingt seinen Arbeitgeber über die beginnende Ausbildung in Kenntnis setzen, damit bei einer späteren Prüfung keine Nachzahlungen fällig werden.

Wer einem Minijob nachgeht, kann sein Gehalt auch ohne Abzüge erhalten. Dafür muss jedoch der Chef mitspielen und bereit sein, pauschal etwa 30 % Abgaben für den Arbeitnehmer abzuführen. Eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist beim Minijob möglich, muss aber ausdrücklich beantragt werden.