Vorsorge

Auszahlung verschiedener Rentenmodelle

Rentenzahlungen sorgen für die finanzielle Absicherung im Alter. In Deutschland können Verbraucher neben der gesetzlichen Rente auch eine private Rente abschließen. Eine solche private Absicherung wird von Experten und Politik dringend empfohlen, denn die Leistungen der gesetzlichen Rente werden die Bedürfnisse im Ruhestand kaum ausreichend decken können. Wir zeigen in einem Überblick die Auszahlungsbedingungen für die unterschiedlichen Rentenmodelle:

Welche Bedingungen gelten fuer die Auszahlung der verschiedenen Rentenarten?

Die gesetzliche Altersrente

Voraussetzung für die Rentenzahlung

Ohne  Abstriche bei der Rentenzahlung in den Ruhestand? Das ist nur für diejenigen möglich, die sich an die gesetzte Altersgrenze halten. Diese Grenze ist kein fixer Zeitpunkt, sondern abhängig vom Geburtsjahr. Seit 2012 wird eine schrittweise Anhebung der Altersgrenze von 65 auf 67 Jahre vorgenommen. Daraus ergeben sich folgende Altersgrenzen:

 

Eine Ausnahme von der Altersgrenze besteht für Schwerbehinderte. Bei einem Grad der Behinderung von 50 ist auch ein Eintritt in die Rente vor Erreichen der Altersgrenze möglich.

Um die gesetzliche Altersrente beziehen zu können, muss eine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt werden. Das heißt einen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenkasse hat man erst nach einer fünfjährigen Beitragszeit.

Langjährig Versicherte

Besondere Leistungen bietet die gesetzliche Rente (besonders) langjährig Versicherten. Seit dem 01.07.2014 können Versicherte mit 45 Beitragsjahren bereits mit Vollendung des 63. Lebensjahres in Rente gehen und erhalten abschlagsfreie Rentenzahlungen. In die Beitragszeit fließen seit der Rentenreform 2014 auch kurzzeitige Phasen der Arbeitslosigkeit mit Bezug von Arbeitslosengeld I sowie Pflege- und Erziehungszeiten, Schlechtwetter, Insolvenz- und Kurzzeitarbeit in die Beitragsjahre ein.

Höhe der gesetzlichen Rente

Grundsätzlich kann für keine der Rentenarten eine pauschale Auszahlungssumme genannt werden. Das liegt daran, dass die Leistungen von den gezahlten Beiträgen abhängen, ebenso wie davon, ob alle versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Einen ungefähren Wert für die Höhe der gesetzlichen Rente kann man sich online bei der deutschen Rentenversicherung berechnen lassen.

Niedriges Einkommen und Phasen der Arbeitslosigkeit führen bei vielen zu sehr niedrigen Rentenzahlungen. Grundsätzlich gilt: Unter Hartz IV-Niveau muss kein Rentner in Deutschland leben. Liegt die Rentenhöhe unter dem Existenzminimum, kann man sie vom Sozialamt aufstocken lassen.

Private Rente

Unabhängig von der gesetzlichen Rente, kann eine private Rente abgeschlossen werden. Hier bestehen zwei grundlegende Modelle: die Sofortrente und die aufgeschobene Rente.

Sofortrente

Für die Sofortrente zahlt der Kunde einmalig einen größeren Betrag und hat sofort Anspruch  auf eine lebenslange monatliche Rentenzahlung. Diese „spontane“ Version der Rente ist besonders beliebt bei der Generation 50+, weil sie keine Wartezeit bzw. Mindesteinzahlzeit voraussetzt.

Höhe der Sofortrente

Auch bei der Sofortrente wird die Höhe der einzelnen Zahlungen im Wesentlichen von der Höhe der Einzahlung bestimmt. Darüber hinaus spielen auch das Alter des Rentenbeziehers (je älter umso höher sind die Leistungen) sowie die erzielten Überschüssen in die Höhe der monatlichen Zahlungen hinein. Die Sofortrente gibt es in unterschiedlichen Formen, die mehr oder weniger Gewinnchancen versprechen.

Lohnenswert ist die Rente nach Einmalzahlungen für diejenigen, die sehr alt werden. Durchschnittlich wird nämlich erst ein Gewinn erzielt, wenn über 22 Jahre eine Sofortrente bezogen wird, da erst dann die Leistungen den eingezahlten Betrag übersteigen.

Aufgeschobene Rente

Das Modell der aufgeschobenen Rente besteht aus zwei Phasen, der Aufschub- und der Abrufphase. Zunächst wird ein Guthaben aufgebaut, indem regelmäßig Beiträge eingezahlt werden. In der zweiten Phase wird die Rente in Anspruch genommen. Je nach Vereinbarung besteht bei unterschiedlichen privaten Versicherungen die Möglichkeit das Geld einmalig als Kapital ausgezahlt zu bekommen oder monatliche Zahlungen zu beziehen.

Höhe der aufgeschobenen Rente

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, diese abgedroschene Wahrheit trifft tatsächlich auf die private Rente zu.  Wer besonders früh einen Vertrag abschließt, kann auf sehr gute Konditionen zurückgreifen. Dennoch gilt auch hier: Letztendlich bestimmt die Höhe der eingezahlten Beiträge die Höhe der späteren Rentenleistung.

Riester-Rente

Voraussetzung für die Rentenzahlung

Sie ist wahrscheinlich der bekannteste Vertreter der privaten Rentenversicherung: die Riester-Rente. Der Termin für die Rente steht bei Vertragsabschluss bereits grob fest, denn sie beginnt in der Regel, wenn der Sparer in die Altersrente eintritt und die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezieht. D. h. abhängig vom Geburtsjahr liegt der Beginn zwischen dem 65. Und dem 67. Lebensjahr.

Die Riester-Rente kann aber auch früher in Anspruch genommen werden. Das ist dann der Fall, wenn ein Versicherter auch vor der Altersgrenze ein Ruhestand geht und so auch die gesetzliche Rente früher bezieht. Generell gilt jedoch: Der früheste Zeitpunkt für die Riester-Auszahlung ist der 60- Geburtstag.

Auch eine Inanspruchnahme nach Beginn der gesetzlichen Rente ist möglich. Je später der Bezug der Riester-Rente beginnt, umso höher fallen die monatlichen Leistungen aus.

Gedacht ist die Riester-Rente als ein Modell kontinuierlicher monatlicher Rentenzahlungen. Es besteht allerdings die Möglichkeit sich zu Beginn der Rentenzeit 20 % (bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden) bzw. 30 % (bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden) des Ersparten auf einmal auszahlen zu lassen.

Höhe der Riester-Rente

Abhängig von der Dauer der Einzahlung, der Produktart und den Anbieterkosten variiert die Höhe der Riester-Rente beachtlich.

Für den klassischen Riester-Vertrag sowie für einen Riester-Banksparplan liegt die Höhe der Auszahlungen schon zu Vertragsbeginn grob fest. Denn das Riester-Modell garantiert eine monatliche Mindestrente. Zusätzlich zu diesem Mindestbetrag können Überschüsse aus der Anlage die monatlichen Zahlungen verbessern. Bei anderen Riester-Produkten wie einem Fondssparplan oder einer fondsgebundenen Lebensversicherung ist es wesentlich schwieriger, die Höhe der monatlichen Leistungen vorauszusagen.

Für die Auszahlung der Riester-Rente gilt eine Geringfügigkeitsgrenze. Diese liegt bei 22,55 €. Fallen die monatlichen Rentenleistungen nicht höher aus, hat der Sparer die Möglichkeit sein angespartes Kapital ein Ganzes zu entnehmen. Eine Rückzahlung der Steuervorteile und Zulagen entfällt dann. Von dieser Regelung kann auch Gebrauch gemacht werden, wenn mehrere Riester-Verträge bestehen – immer vorausgesetzt, die Geringfügigkeitsgrenze wird nicht überschritten. Bestehen allerdings mehrere Verträge bei einem Anbieter, werden die Erträge in der Regel zusammengerechnet, unter der Grenze zu bleiben, ist daher in einem solchen Fall kaum möglich.

Rürup-Rente

Voraussetzung für die Rentenzahlung

Auch die Rürup-Rente zählt zu den privaten Vorsorgemodellen. Ihre Auszahlung erfolgt ausschließlich als monatliche Rente. Sparer können frühestens ab dem 60. Lebensjahr bzw. ab dem 62. Lebensjahr (bei einem Vertragsabschluss nach 2012) die Auszahlung der Ersparnisse beantragen.

Bei der Rürup-Rente besteht die Möglichkeit diese mit einer Hinterbliebenenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung zu kombinieren. Das bedeutet zum einen ein Mehr an Sicherheit, hat zum anderen aber auch Auswirkungen auf die späteren Rentenleistungen. Abhängig davon, wie viel Prozent der Zahlungen in die Versicherung geflossen sind, werden die monatlichen Rentenzahlungen um diesen Prozentsatz gekürzt.

Höhe der Rürup-Rente

Wie bei allen anderen Rentenmodellen beeinflussen auch bei der Rürup-Rente die Höhe der monatlichen Einzahlungen sowie die Vertragslaufzeit die Höhe der späteren Rentenleistungen. In erster Linie bekommt der Sparer das wieder heraus, was er auch eingezahlt hat. Durch Überschusserträge bei der Anlage der Einzahlungen erhöhen sich die monatlichen Raten allerdings.

Rentenarten im Überblick

Ab wann? Wie viel? Versteuerung Bedingungen
Gesetzliche Rente Personen mit Geburtsjahr vor 1947: ab 65Personen mit Geburtsjahr ab 1964: ab 67Jahrgänge dazwischen: schrittweise Anhebung der Altersgrenze Abhängig von der Höhe der geleisteten Beiträge und der Erfüllung bestimmter versicherungsrechtlicher Voraussetzungen.Rentenhöhe wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst ab 2040 volle Besteuerung.Bis 2040: Freibetrag, der nicht besteuert werden muss. Höhe des Betrags richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts Beitragszeit von mindesten 5 Jahren in die gesetzliche Rentenversicherung
Riester-Rente Regulär ab dem 65. Oder 67. Lebensjahr.Vorzeitige Auszahlung ab 60. Bzw. 62. Lebensjahr (Verträge ab 2012) möglich Abhängig von der Höhe und Dauer der Einzahlungen, Vertragsdetails.Bei vorzeitiger Auszahlung Reduktion der Bezüge Volle Besteuerung in der Auszahlungsphase.Steuerliche Begünstigung in der Ansparphase
Rürup-Rente Frühestens ab dem 60. Lebensjahr, bei Vertragsabschluss nach 2012 erst ab dem 62. Lebensjahr Abhängig von der Höhe und Dauer der Einzahlungen, Vertragsdetails Besteuerung wie gesetzliche Rente
Sofortrente Sofort nach einmaliger Zahlung eines hohen Geldbetrags Abhängig von der Höhe der Einzahlung, dem Alter und der erzielten Überschüsse Für die Steuer wird nur der Ertragsanteil berücksichtigt, d. h. der pauschalierte Zinsertrag Einmalige Einzahlungen einer hohen Summe

 

3 Kommentieren
Leserkommentare
4. Februar 2015 09:36 Uhr
Granny Aupair – Als „Leih-Oma ins Ausland“

[…] einfach das Gefühl, noch lange nicht zum „alten Eisen“ zu gehören, viele Frauen sind nach dem Ende des Berufslebens auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Und oft wird diese Suche begleitet von dem Wunsch noch mal […]

13. Februar 2015 05:07 Uhr
Steueränderungen 2015: Das Wichtigste im Überblick

[…] die freiwillig für gesetzliche, berufliche oder private Altersvorsorge gezahlt werden, lassen sich zu 80 % als Sonderausgaben geltend machen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr […]

23. April 2016 14:54 Uhr
bernhard

ich bin 55 jahre und wohne seid 15 jahren in spanien habe dort 10 jahre gearbeitet. seid 5 jahren bekomme ich eine arbeitsunfaehigkeitsrente von spanien und luxembourg.deutschland hat abgelehnt.nun will ich wissen ,ob ich mir meinen anteil den ich in die rentenkasse eingezahlt habe ausbezahlt bekommen kann.

Name Kommentieren