Berufsleben

Arbeitsrecht: Welche Regeln gelten für den Urlaub?

Wann darf man Urlaub nehmen – und für wie lange? Was ist, wenn man seinen Urlaub verlängern möchte? Das Thema ist arbeitsrechtlich komplex. BBX verrät die wichtigsten Regeln.

Arbeitsrecht: Welche Regeln gelten für den Urlaub?

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Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub. Wie lang dieser Urlaub mindestens sein muss hängt davon ab, wie lange der betreffende Arbeitnehmer arbeitet.
Das Gesetz sieht im höchsten Fall 24 Urlaubstage vor – für einen Arbeitnehmer, der in Vollzeit an sechs Tagen in der Woche arbeitet. Aber auch ein Minijobber hat Anspruch auf Urlaub.

Jeder Arbeitnehmer hat gesetzlichen Anspruch auf Urlaub

Im gesetzlichen Urlaub hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung. Arbeitsverträge, in denen Urlaubsansprüche als mit dem normalen Gehalt abgegolten festgelegt sind, verstoßen in der Regel gegen das Arbeitsrecht. Das wird besonders bei Minijobbern angewendet, nach dem Motto: Nur wenn man arbeitet, gibt es auch Gehalt. Solchen Regelungen im Arbeitsvertrag sollte man von Anfang an deutlich widersprechen bzw. nicht unterzeichnen. Denn als Arbeitnehmer tut mn sich damit keinen Gefallen.

Wann genau man Urlaub nehmen kann, muss in Absprache mit dem Arbeitgeber geklärt werden. Dieser wiederum muss Rücksicht auf den Arbeitnehmer nehmen – hat dieser zum Beispiel Kinder, muss er die Möglichkeit haben, seinen Urlaub während der Schulferien zu nehmen. Auch über den gesetzlichen Anspruch hinaus kann weiterer Urlaub gewährt werden. Inwiefern das möglich ist und ob dieser Urlaub bezahlt oder unbezahlt ist, ist Verhandlungssache zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

In Notlagen muss der Arbeitgeber Sonderurlaub gewähren

Der Arbeitgeber hat, außer in Notlagen, nicht das Recht, den Urlaub des Arbeitnehmers einfach zu streichen. Eine Verschiebung des Urlaubs muss grundsätzlich mit dem Arbeitnehmer vereinbart werden. Der genaue Zeitraum des Urlaubs muss vorab angemeldet und vom Arbeitgeber genehmigt werden. Wer den Urlaub nicht abklärt, riskiert eine Abmahnung und im wiederholten Fall sogar die Kündigung. Am Jahresende oder wenn man aus einem Unternehmen ausscheidet, kann man sich noch bestehende Urlaubsansprüche in Form von Gehalt auszahlen lassen.

Zusätzlich zum gesetzlichen Urlaubsanspruch kann in bestimmten Fällen Sonderurlaub gewährt werden. Dafür braucht es triftige Gründe. Zum Beispiel ein Todesfall oder die schwere Erkrankung eines nahen Angehörigen. In solchen Fällen darf ein Urlaubsgesuch nicht verweigert werden. Im Urlaub selbst gilt außerdem, dass diese Zeit der Erholung des Arbeitnehmers dienen soll. Der Chef kann also nicht verlangen, dass man im Urlaub seine Mails liest oder telefonisch erreichbar ist.

Für Angehörige eines verstorbenen Arbeitnehmers ist außerdem interessant, dass Urlaubsanspruch vererbt wird. Das heißt: Wenn der Verstorbene im Jahr seines Todes noch Urlaubsanspruch hatte, dann können die Erben vom ehemaligen Arbeitgeber die Auszahlung dieses Urlaubs verlangen. Das wurde in einer Reihe von Präzedenzfällen festgestellt.

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