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Anspruch auf Hitzefrei, auch für Arbeitnehmer?

Angesichts der sommerlich heißen Temperaturen stöhnen viele Angestellte im sauna-artigen Büro. Dabei hat der Gesetzgeber Vorkehrungen getroffen, dass keiner an seiner Arbeitsstätte gefühlt vor Hitze vergehen muss.

Anspruch auf Hitzefrei, auch für Arbeitnehmer?

Laut Arbeitsstättenregel gilt: Führt die Sonneneinstrahlung durch Fenster, Oberlichter und Glaswände zu einer Erhöhung der Raumtemperatur über +26° C, so sind diese Bauteile mit geeigneten Sonnenschutzsystemen auszurüsten.
Wird es in Arbeitsräumen wärmer als 26 Grad, müssen das Arbeitnehmer nicht einfach hinnehmen. Sie sollten ihren Chef bitten, mit entsprechenden Maßnahmen Abhilfe zu schaffen.
©stux/pixabay

In einer Technischen Regel (A3.5) sind nämlich die Anforderungen an Arbeits-, Pausen- und Bereitschaftsräume, die nicht betriebstechnisch raumklimatischen Spezifikationen unterliegen, ausgeführt.

Als Raumtemperatur wird darin die vom Menschen empfundene Temperatur, die unter anderem durch die Lufttemperatur und die Temperatur der umgebenden Flächen (insbesondere Fenster, Wände, Decke, Fußboden) bestimmt wird.

Soll-Maßnahmen bis zu 26 Grad

Je mehr das Thermometer anzeigt, desto größer wird dabei der Druck auf den Arbeitgeber. Am Arbeitsplatz soll die Innentemperatur 26 Grad Celsius nicht übersteigen. Wird es draußen heißer, soll der Chef für zusätzliche Maßnahmen sorgen.

Wie diese auszusehen haben, kann dabei variieren. Möglich sind zum Beispiel Gleitzeit-Regelungen, Bereitstellen von Getränken, lockere Kleidungsvorschriften oder Kühlung durch Nachtlüften.

Auch soll der Arbeitgeber Sorge dafür tragen, dass es nicht zu Überhitzung durch übermäßige Sonneneinstrahlung kommt. Er muss dafür das richtige Gleichgewicht zwischen Lichteinfall und Erwärmung bei Fenstern, Oberlichtern und Glaswänden finden. Gleichzeitig sollte störende direkte Sonneneinstrahlung auf den Arbeitsplatz vermieden werden.

In der Technischen Regel A3.5 werden auch diese Gestaltungsbeispiele für Sonnenschutzsysteme vorgeschlagen:

  • Sonnenschutzvorrichtungen, die das Fenster von außen beschatten (z. B. Jalousien oder hinterlüftete Markisen)
  • im Zwischenraum der Verglasung angeordnete reflektierende Vorrichtungen
  • innenliegende hochreflektierende oder helle Sonnenschutzvorrichtungen
  • Sonnenschutzverglasungen (innerhalb eines Sonnenschutzsystems, Blend­ schutz und Lichtfarbe sind zu beachten)

Und es wird noch heißer…

Steigt die Lufttemperatur im Innenraum über 30 Grad, sind wirksame Maßnahmen kein Soll mehr, sondern ein Muss. Dennoch hat der Arbeitgeber etwas Handlungsspielraum, wie er Abhilfe schafft. Er kann zwischen technischen, organisatorischen oder zu guter Letzt personenbezogenen Maßnahmen, also Hitzefrei, wählen.

Schluss ist dann beim Überschreiten der 35 Grad-Marke. In diesem Fall darf in dem Raum nicht mehr ohne Weiteres gearbeitet werden.

Maßnahmen besprechen

Dabei gilt es allerdings, eine Absprache zu treffen, die für beide Seiten – das heißt, Arbeitnehmer und –geber – eine sinnvolle Lösung schafft. Die Arbeit kann schließlich nicht einfach liegen bleiben.

Sich selbst einfach Hitzefrei zu nehmen und nicht am Arbeitsplatz zu erscheinen, wäre Leistungsverweigerung. Das könnte das Arbeitsverhältnis belasten und bei wiederholtem Fernbleiben zu einer Abmahnung führen.

Dennoch sollte jeder, der sich aufgrund der übermäßigen Erwärmung nicht einsatzbereit fühlt, vom Arbeitgeber verlangen, für Schutzmaßnahmen zu sorgen.

Gesundheitliche Einschränkungen

Auf sich achten sollten ganz besonders Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Einschränkungen. Wer unter starken Kreislauf- oder Herzprobleme leidet, sollte extreme Hitze vermeiden. Und sich bei „überhitzten Arbeitsbedingungen“ krankschreiben lassen, falls der Arbeitgeber nicht für Abhilfe sorgt.

21. Juni 2017 13:20 Uhr
Norbert Ludewig

Ich habe das Gefühl in Deutschland wird nur in Büros gearbeitet.

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