Vorsorge

Altersvorsorge für Berufsanfänger

Wie eine Umfrage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu dem Thema "Zukunftserwartungen der 20 – 34-Jährigen" gezeigt hat, sehen junge Menschen steigende Belastungen auf sich zukommen. Eine davon ist Deutschlands demographisches Problem. Es führt dazu, dass diejenigen, die heute in das Berufsleben einsteigen, oder gerade eingestiegen sind, von der gesetzlichen Rente nicht mehr werden leben können.

Denn wenn man sich in Bezug auf die Altersvorsorge in einer Sache sicher sein kann, dann dabei, dass die Rente eben nicht sicher ist – immerhin sind seit dem wagemutigen Versprechen von Norbert Blüm („Denn eins ist sicher: Die Rente.“) inzwischen auch schon fast 30 Jahre vergangen …  Letztendlich führt also kein Weg an der privaten Altersvorsorge vorbei, will man im Ruhestand nicht in die Altersarmut abrutschen.

Ein ungeliebtes Thema

Doch das Thema Altersvorsorge ist für viele so attraktiv wie Flohbefall und hat besonders bei jungen Leuten wenig Priorität. So haben die Ergebnisse der Umfrage des BMFSFJ zutage gebracht, dass unter den 20 – 24-Jährigen gerade mal 20 %  eine zusätzliche Altersvorsorge abgeschlossen haben, unter den 30 – 35-Jährigen sind es immerhin 48 %. Und das obwohl 65 % der Befragten glauben, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird. Allein das Bewusstsein über das aufkommende Problem reicht nicht aus. Denn es müssen auch die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um sich eine private Altersvorsorge leisten zu können. Doch ganze 42 % der Befragten gaben an, schlichtweg keinen finanziellen Spielraum zu haben, um Geld für das Alter zurückzulegen.

Was zählt bei der Altersvorsorge?

Sich bereits in jungen Jahren mit dem Thema Altersvorsorge zu befassen, ist heute wichtiger denn je. Drei Fragen sollten im Mittelpunkt stehen, wenn man das Thema richtig angehen will:

  1. Wie viel muss man sich monatlich zurücklegen?
  2. Wann sollte man mit der Altersvorsorge beginnen?
  3. Welche Art der Altersvorsorge ist am besten geeignet?

Wie viel Geld braucht man im Ruhestand?

Lange Zeit galt, dass man 70 % seines bisherigen Gehalts benötigt, um auch im Rentenalter seinen gewohnten Lebensstandard halten zu können. Doch aufgrund steigender Lebenserwartung und Lebenshaltungskosten sollte man inzwischen mit rund 80 % des Gehalts rechnen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Während der Ausbildungs- oder Studienzeit haben nur die wenigsten die finanziellen Kapazitäten um sich eine Altersvorsorge anzulegen. Und auch nach dem Berufseinstieg, können nicht viele gleich Geld für ihren Ruhestand abzweigen. Nicht zuletzt erscheint auch der Gedanke an den Ruhestand direkt nach dem Einstieg ins Berufsleben irgendwie deplatziert.

Dennoch gilt: „Mit dem ersten Job, den ich antrete, muss ich an meine Altersvorsorge denken“, zitiert die Huffington Post die Finanzberaterin Hintze. Zwar muss man sich nicht gleich in den ersten Woche nach Arbeitsantritt mit verschiedenen Vorsorge-Produkten befassen, doch als Faustregel kann gelten: Nachdem man im Berufsleben Fuß gefasst hat, sollte man anfangen, sich über seine Altersvorsorge Gedanken zu machen. Die Jahre 30 – 35 können als Orientierungswert gelten.

Welches Produkt ist das Beste?

Eine gute Altersvorsorge setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Im Idealfall verfügt man kurz vor Eintritt in den Ruhestand über eine eigene Immobilie, eine Rentenversicherung und ein staatlich gefördertes Produkt wie die Riester-Rente.

Doch besonders direkt nach dem Berufseinstieg sollte man es vermeiden Verträge einzugehen, die einen zu sehr festlegen oder an den Arbeitgeber binden. Grund dafür ist die Veränderung des Arbeitslebens. Nur wenige Arbeitnehmer bleiben auch bis zum Ruhestand in ein und demselben Unternehmen. Immer häufiger wird der Arbeitsplatz gewechselt oder es werden einige Jahre im Ausland verbracht. Daher muss die Altersvorsorge auch zwingend dem eigenen Lebenswandel angepasst werden.

Umfrage-zu-Neuabschluss-oder-Aufstockung-einer-privaten-Altersvorsorge-bis-2013

Die Statistik zeigt die Anzahl der Bundesbürger (ab 14 Jahren), die den Abschluss oder die Aufstockung ihrer privaten Altersvorsorge planen.

Modelle der Altersvorsorge

Lebensversicherung

Das beliebteste Vorsorgeprodukt der Deutschen – die Lebensversicherung – steckt aktuell tief in der Krise. Die Zinsen liegen bei gerade mal 1,75 % und drohen in den kommenden Monaten noch weiter gesenkt zu werden. Ein weiterer Nachteil der Lebensversicherung ist, dass die Beiträge nicht von der Steuer abgesetzt werden können. Außerdem ist die Lebensversicherung wenig flexibel. Wer eine abschließt, bindet sich an dieses Produkt. Zwar ist eine vorzeitige Kündigung möglich, rechnet sich in den meisten Fällen nicht, da sie mit (hohen) Verlusten verbunden ist.

Riester-Rente

Auch großer Beliebtheit erfreut sich die Riester-Rente. Zwar wird sie immer wieder mit Spießigkeit in Verbindung gebracht, dennoch kann das Produkt durchaus eine finanzielle Sicherheit im Alter leisten. Die Rendite hält sich zwar in Grenzen, doch anders als bei der Lebensversicherung kann der Vertrag flexibel gehandhabt werden und in Zeiten finanzieller Engpässe kann die Höhe der Zahlung angepasst oder die Zahlung ausgesetzt werden. Voraussetzung für die Riester-Rente ist allerdings, dass man als Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Außerdem kommen nur diejenigen in den Genuss der staatlichen Förderung, die im Jahr mindestens 4 % ihres Bruttojahreseinkommens eingezahlt haben.

Betriebliche Altersvorsorge

Auch durch eine betriebliche Altersvorsorge kann man sich privat für das Alter absichern. Dieses Modell lohnt sich aber erst dann, wenn man lange bei einem Arbeitgeber bleibt, da das Geld für die Vorsorge direkt vom Bruttogehalt abgezogen wird. Wechselt man seinen Job, kann sich die Übertragung der finanziellen Ansprüche schwierig gestalten. Erst nach einer 5-Jahresfrist können die Ansprüche eines Arbeitsnehmers auch nicht mehr verfallen.

Aktien

Die mit Abstand besten Renditechancen bergen derzeit Aktien. Doch das Geschäft an der Börse setzt zum einen Risikobereitschaft und einen langen Atem voraus, denn es kann immer passieren, dass der Kurs der eigenen Aktien mal in den Keller rauscht.

Besonders für Einsteiger bieten sich Sparpläne bei einer Direktbank an. Indem jeden Monat für einen bestimmten Betrag Wertpapiere gekauft werden, bleiben die Kosten in einem überschaubaren Rahmen.

Das Risiko lässt sich vergleichsweise gering halten, wenn man sich an Exchanged Traded Funds (ETF) hält. Hierbei handelt es sich um börsengehandelte Investmentfonds, die einen bestimmten Index (wie beispielsweise den Deutschen Aktieninex DAX) möglichst exakt nachbilden. Stiftung Warentest empfiehlt in diesem Zusammenhang allerdings, sich für einen globalen Aktienindex zu entscheiden, wie bspw. den Weltindex MSCI, da bei diesem das Anlagerisiko noch breiter gestreut wird.

Im MSCI sind rund 1.600 Unternehmen aus zwei Dutzend Industrienationen gelistet.
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