Vorsorge

Altersarmut – Vor allem Frauen sind betroffen

Das deutsche Rentensystem hinkt. Vor allem Frauen sind von der gefürchteten Altersarmut betroffen. Unterbrechungen im Arbeitsleben und niedrige Löhne führen dazu, dass viele Frauen im Alter zu wenig Geld zum Leben haben.

Das statistische Bundesamt hat Zahlen veröffentlicht, nach denen im Jahr 2011 rund 1,4 Mio. Frauen über 65 von Armut betroffen waren, bei den Männern lag die Zahl bei knapp 1 Mio.

Unterbrechungen des Berufslebens

Die Ursache dafür, dass Frauen überdurchschnittlich oft von Altersarmut betroffen sind, sieht der Sozialverband VdK Deutschland im Wesentlichen darin, dass viele ihr Berufsleben unterbrechen. Hauptsächlich treten sie für die Kindererziehung beruflich kürzer und arbeiten in Teilzeit oder stellen ihre Beschäftigung ganz ein.

Aber nicht nur die Kindererziehung führt zu Unterbrechungen im Arbeitsleben, auch wenn es um die Pflege bedürftiger Angehöriger geht, sind es in den meisten Fällen die Frauen, die ihren Job kündigen und die Pflege übernehmen.

Minijob und geringer Verdienst

Erschwerend kommt außerdem der generelle Lohnunterschied zwischen Männer und Frauen hinzu sowie die Tatsache, dass viele Frauen im Niedriglohnsektor arbeiten.

Der häufig geringe Verdienst und die Pausen im Berufsleben führen dazu, dass Frauen sehr viel weniger in die Rentenkasse einzahlen und so auch geringere Rentenansprüche haben. Durchschnittlich zahlen Frauen ganze zehn Jahre weniger in die Rentenversicherung ein. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, bekommen sie aus diesem Grund fast 60 % weniger Rentenleistung als Männer.

Meinung-zur-Regelung-der-Altersvorsorge-zum-Schutz-vor-Altersarmut

Die vorliegende Grafik zeigt das Ergebnis einer Umfrage zur Regelung der Altersvorsorge zum Schutz vor Altersarmut. 23 Prozent der befragten Personen waren der Meinung, dass jeder selbst durch private Altersvorsorge für eine angemessene Rente sorgen sollte. © thinkstock

Diese Zahlen verdeutlichen wie wichtig private Altersvorsorge in Deutschland mittlerweile geworden ist. Selbst die geplante  Reformierung der Mütterrente, nach der für jedes nach 1992 geborene Kind ein Rentenpunkt angerechnet werden soll, verbessert die Altersabsicherung kaum. In Zahlen bedeutet das für Westdeutschland eine Anhebung von etwa 28, – € pro Monat und für Ostdeutschland etwa 26, – €.

Lohnenswert ist vor allem für Mütter die Riester-Rente. Bei dieser privaten Altersvorsorge ist die Beitragsgestaltung flexibel und lässt sich dem Einkommen und der persönlichen Lebenssituation anpassen. Außerdem gibt es für Kinder, die nach 2008 geboren wurden einen Bonus von bis zu 300, – € zusätzlich zu der jährlichen Riester-Zulage von 154, – €.

Höhere Rentenansprüche für die Pflege Angehöriger

Sind Frauen für die Pflege Angehöriger beruflich kürzer getreten, zahlt die Pflegekasse die Beiträge in die Rentenkasse. Der höhere Rentenwert lässt sich jedoch nur geltend machen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. So darf die Pflegende nicht in dem Bereich erwerbstätig sein und es muss eine „erhebliche Pflegebedürftigkeit“ vorliegen, d. h. der Betroffene muss Anspruch auf Leistungen der sozialen Pflegeversicherung haben.

Rentensplitting kann Betrag erhöhen

Die Ehepartner sind für viele Frauen eine tragende Säule in Sachen Altersvorsorge. Zum einen ist der Abschluss einer Hinterbliebenenrente eine wichtige Absicherung, zum anderen kann das Rentensplitting Frauen finanziell etwas absichern. Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner können beim Rentensplitting die Rente in zwei gleiche Beträge aufteilen lassen. So gibt der Partner mit der höheren Rente einen Teil an denjenigen mit der geringeren Rente ab.

Die Entscheidung zur Teilung der Rente ist verbindlich und kann erst zum Ende des Berufslebens getroffen werden, darüber hinaus müssen beide Partner mindestens 25 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Umfrage-zur-Absicherung-im-Alter

Die Grafik zeigt das Ergebnis einer Umfrage zur Absicherung im Alter. 64 Prozent der befragten Personen im Alter ab 60 Jahren gaben an, dass sie sich im Alter gut abgesichert fühlen. © thinkstock

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